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15 Jahre Kieler Adipositas-Präventionsstudie (KOPS) – ein Grund zum Feiern!
Die Kieler Adipositas-Präventionsstudie (KOPS) des Instituts für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wird mittlerweile seit 15 Jahren durchgeführt. In dieser Zeit wurden
- mehr als 18.000 Kieler SchülerInnen untersucht
- 13 Doktorarbeiten abgeschlossen (plus 2 laufende Doktorarbeiten)
- 72 Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten geschrieben
- über 50 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und
- insgesamt 1,3 Mio € an Drittmitteln eingeworben.
Das haben wir zum Anlass genommen, um am 9.7.2011 das KOPS-Jubiläum zu feiern, zu dem alle ehemaligen KOPS-MitarbeiterInnen, Kieler Schulleiter und weitere interessierte und unterstützende Personen eingeladen wurden.


Die Kieler Adipositas-Präventionsstudie
(Kiel Obesity Prevention Study, KOPS)
Fragebogen für Schüler der 8. Klasse (zur Ansicht)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr.med. M.J. Müller
Mitarbeiter: Dr. Sandra Plachta - Danielzik, Dr. Beate Landsberg, MSc. Jasmin Seiberl und MSc. Isabel Gehrke
Die Kieler Adipositas-Präventionsstudie (KOPS) wurde 1996 mit den Zielen begonnen, (i) die Prävalenz des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen in Kiel zu bestimmen, (ii) Risikofaktoren für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter zu charakterisieren sowie (iii) Präventionsmaßnahmen durchzuführen und deren Einfluss zu untersuchen. KOPS ist eine Langzeitstudie, die bis in das Jahr 2009 fortgesetzt wird. Die Studie besteht aus drei Querschnittuntersuchungen und einer Längsschnittuntersuchung:
- 1. Querschnittuntersuchung von 1996 bis 2001: Untersuchung von 4997 5-7-jährigen Kindern im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung (KOPS-Kohorte T0)
- 2. Querschnittuntersuchung von 2000 bis 2005: Untersuchung von 4487 9-11-jährigen Kindern der 4. Klassenstufe (KOPS-Kohorte T1)
- 3. Querschnittuntersuchung von 2004 bis 2009: Untersuchung von bisher 4122 13-15-jährigen Jugendlichen der 8. Klasse (KOPS-Kohorte T2)
- Längsschnittuntersuchung: Eine Untergruppe von Kindern wird personenident zu mehreren Zeitpunkten untersucht. Von 1276 Kindern liegen sowohl Daten zu T0 als auch zu T1 vor. 328 Kinder bzw. Jugendliche wurden bisher sowohl zu T0 als auch zu T2 erfasst und 434 Kinder bzw. Jugendliche sowohl zu T1 als auch zu T2. Von bisher 484 Kindern bzw. Jugendlichen liegen zu allen drei Zeitpunkten (T0, T1, T2) Daten vor.
- Um Zeit-Trends zwischen 1996 und 2008 analysieren zu können, wurden seit 2006 bisher weitere 1171 5- bis 7-jährige Kinder im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung erfasst.
Messgrößen sind der Ernährungszustand (u.a. Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung), das gesundheitsrelevante Verhalten der Kinder bzw. Jugendlichen (Ernährungsgewohnheiten und körperliche Aktivität bzw. Inaktivität), anamnestische Faktoren, der soziale Status der Kinder und deren Familien sowie der Ernährungszustand von Eltern und Geschwistern.
Im Rahmen von KOPS wurden zwei verschiedene Interventionen durchgeführt: (i) die Schulintervention, die sich an alle Schüler der 1. Klassenstufe richtete und somit einer universalen Prävention entspricht und (ii) die Familienintervention als selektive Präventionsmaßnahme, die sich an Familien mit erhöhtem Adipositasrisiko richtet, also an Familien mit einem übergewichtigen Kind oder mindestens einem adipösen Elternteil.
Für die Schulintervention wurden zwischen 1996 und 2001 jedes Jahr drei Kieler Grundschulen ausgewählt. Die Intervention umfasste einen 6-stündigen Ernährungsunterricht sowie Anleitungen zu „Bewegten Pausen“ zur Motivation der Kinder zu körperlicher Aktivität. Insgesamt nahmen 780 Kinder am Ernährungsunterricht teil. Vier und acht Jahren nach der Intervention fand / findet eine Nachuntersuchung der Kinder statt. Die Ergebnisse der 4-Jahres-Nachuntersuchung von 345 Interventionskindern zeigen, dass eine frühzeitige Adipositasprävention möglich ist, der Erfolg jedoch durch das Geschlecht des Kindes, den sozioökonomischen Status der Familie sowie das Gewicht der Mutter beeinflusst wird.
Die Familienintervention bestand aus drei Beratungseinheiten zu den Themenbereichen Ernährung, Bewegung und Essverhalten. Übergewichtigen Kindern wurde über einen Zeitraum von sechs Monaten zweimal wöchentlich ein einstündiges Sportprogramm angeboten. 92 Familien wurde dieses Therapieangebot gemacht. 22 Familien konnten über einen Zeitraum von 4 Jahren nachuntersucht werden. Die Familientherapie zeigt nachhaltige Effekte auf den Ernährungszustand. Allerdings wurde auch in der Familienintervention der Erfolg durch den sozialen Status der Familie begrenzt.
Verbundprojekt: Kompetenznetz Adipositas, “Interdisziplinäres Konsortium zur Prävention von Adipositas im Kindes- und Jugendalter – PreVENT“

Teilprojekt 1: Individuelle und ökologische Lebensstil-Determinanten der Prävalenz und
Inzidenz von Übergewicht sowie Identifizierung der Barrieren und Bestimmung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen
Verbundkoordinator: Prof. Dr. med. M.J. Müller
Mitarbeiter: Dr. B. Landsberg, Dr. S. Plachta-Danielzik
Finanzierung: BMBF
Laufzeit: Juli 2008 bis Juli 2011
Ziele
- systematische Analyse der Determinanten von Übergewicht im micro- und macro-environment: metabolische, genetische, psychologische, soziale, ökonomische, ethische und Lebensstil-Determinanten zur Erstellung eines wissenschaftlichen Aktions-Portfolios
- Betrachtung der Realisierbarkeit möglicher Aktionen unter Berücksichtigung von Barrieren für Präventionsmaßnahmen und Standpunkten verschiedener Interessensgruppen
- Analyse des individuellen und des gesellschaftlichen Effektes des Portfolios
Zusammenfassung
Bis heute gibt es keine überzeugende Evidenz für geeignete und effektive Präventions-maßnahmen für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter. Ziel dieses Verbundes ist die Entwicklung eines Portfolios für mögliche und geeignete Maßnahmen basierend auf der systematischen Analyse von
- dem jetzigen Stand der Forschung (d.h. Prävalenz und Inzidenz von Übergewicht sowie Übergewichts-assoziierten Ko-Morbiditäten unter Berücksichtigung von sozialen und geographischen Unterschieden und Minderheiten),
- Determinanten (Lebensstil, metabolisch, genetisch, psychologisch, sozial, ökonomisch),
- ökonomischen und politischen Interessen,
- der derzeitigen Gesetzeslage,
- kulturellen und ethischen Aspekten,
- Standpunkten diverser Interessensgruppen.
Es wird die derzeit größte Datenbank gesunder Kinder und Jugendlicher in Deutschland generiert, welche die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS), der Kieler Adipositas Präventionsstudie (KOPS), der deutschen IDEFICS-Kohorte (Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infantS) sowie der CHILT-Studie aus Köln (Children‘s Health InterventionaL Trial) umfasst.
Aus der systematischen Analyse von individuellen und Umwelt-Determinanten wird ein Portfolio von geeigneten Maßnahmen geschaffen, welches in ein prospektives Präventionsprogramm eingeht. Die Realisierbarkeit sowie die Effektivität eines solchen Programms wird unter Berücksichtigung des individuellen und gesellschaftlichen Effektes untersucht.
Die Teilprojekte von PreVENT im Überblick
Teilprojekt |
Teilprojekttitel |
Teilprojektpartner |
1 |
Individuelle und ökologische Lebensstil-Determinanten der Prävalenz und Inzidenz von Übergewicht sowie Identifizierung der Barrieren und Bestimmung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen |
Prof. Dr. Manfred James Müller, Dr. Beate Landsberg und Dr. Sandra Plachta-Danielzik, Christian Albrechts-Universität zu Kiel
Dr. Bärbel-Maria Kurth, Robert Koch-Institut
PD Dr. Dr. Christine Graf, Deutsche Sporthochschule Köln
Prof. Dr. Wolfgang Ahrens, Bremer Institut für Prävention und Sozialmedizin
Plattform Ernährung und Bewegung e.V., Berlin
Prof. Dr. Johannes Siegrist, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
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2 |
Der Einfluss genetischer Faktoren auf die Ätiologie von Adipositas |
Prof. Dr. Iris Pigeot-Kübler, Prof. Dr. Wolfgang Ahrens und Dr. Karin Bammann, Bremer Institut für Prävention und Sozialmedizin
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3 |
Charakterisierung des Gewichtsverlaufs, des Ess- und Diätverhaltens vor dem Hintergrund einer genetischen Prädisposition bei extrem adipösen Patienten und ihren Eltern
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Prof. Dr. Johannes Hebebrand, Dr. André Scherag, und Susann Friedel, Universität Duisburg-Essen |
4 |
Ethische und rechtliche Determinanten der Adipositasprävention bei Kindern und Jugendlichen |
Prof. Dr. Peter Dabrock, Jens Ried und Prof. Dr. Wolfgang Voit, Philipps-Universität Marburg |
Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. M.J. Müller
Dr. oec. troph. B. Landsberg
Dr. oec. troph. S. Plachta-Danielzik
Link zur Homepage Kompetenznetz Adipositas
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letzte Aktualisierung 12.7.2011
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