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Arthroskopie - Gelenkspiegelung

Hier finden Sie Informationen zu einer modernen Operationsmethode. Der Eingriff ist schonend, Patienten können schnell zum gewohnten Leben zurückkehren.

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Was bedeutet "Arthroskopie" ?

(griech.: arthros = das Gelenk, skopein = schauen)

Bei einer Arthroskopie, auch Gelenkspiegelung genannt, wird ein Gelenk operiert und dabei das Operationsgebiet mittels einer Kamera auf einen Bildschirm übertragen.

Über einen ca. 5mm langen Einstich wird eine Optik mit einer Lichtquelle in das Gelenk eingeführt, eine Kamera überträgt das Bild auf den Monitor. Über einen oder mehrere weitere kleine Zugänge der gleichen Größe werden die benötigten Instrumente in das Gelenk eingeführt. Dies sind sehr kleine Scheren, Greifzangen oder Fräsen, die speziell für diese Operationstechnik entwickelt wurden. Während der Operation wird das Gelenk kontinuierlich mit steriler Flüssigkeit gefüllt. Die Befunde und der Operationsablauf können über Video oder als Fotos dokumentiert werden.

arthroskopie1   Arthroskopie eines Schultergelenks

Dieses schonende Operationsverfahren hilft, lange Operationsnarben zu vermeiden. Direkt nach der Operation kann so mit der notwendigen physiotherapeutischen Nachbehandlung begonnen werden. Die Schmerzen nach der Operation sind deutlich geringer als bei der "offenen" Operation. So lässt sich auch der stationäre Aufenthalt deutlich verkürzen. In vielen Fällen können arthroskopische Operationen auch ambulant durchgeführt werden.

Durch die Entwicklung immer feinerer Instrumente sind nicht mehr nur die "großen" Gelenke wie Knie- oder Schultergelenk der Gelenkspiegelung zugänglich. Auch Hüftgelenk, Sprunggelenk, Ellenbogen- und Handgelenk kann man auf diese Weise untersuchen und viele Erkrankungen auch operativ behandeln.

In unserem Hause stehen die Arthroskopie des Knie- und Schultergelenkes im Vordergrund.


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Erkrankungen, die mittels Gelenkspiegelung therapierbar sind

a) Meniskusschaden

Der Meniskus ist ein Stoßdämpfer aus Bindegewebe, der jeweils auf der Innen- und auf der Außenseite im Kniegelenk zwischen Ober- und Unterschenkelknochen liegt. Er federt bei jedem Schritt das Gewicht ab, das auf dem Kniegelenk lastet.

Durch altersbedingte Verschleißerscheinungen oder durch einen Unfall, bei dem es zu einer Verdrehbewegung des Kniegelenkes kommt, kann dieser Meniskus einreißen. Je nach Lage und Ausmaß der Schädigung kann der Meniskus genäht werden, oder der betroffene eingerissene Anteil muss entfernt und der Restmeniskus geglättet werden.

Die Eingriffe am Meniskus lassen sich durch die Arthroskopie schonend durchführen. Die Teilentfernung des Meniskus ist eine der am häufigsten durchgeführten arthroskopischen Operationen.

Nach der Operation erfolgt die weitere Krankengymnastik, um die volle Gelenkbeweglichkeit wieder zu erlangen, die Muskulatur zu kräftigen und das Gehen an Unterarmgehstützen, anfangs ggf. mit Teilbelastung des Beines, zu üben.


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b) Knorpelschaden

Durch einen Unfall mit Stauchung oder Verdrehung des Kniegelenkes kann die Gelenkoberfläche, die mit Knorpel bedeckt ist, beschädigt werden. Durch Überbeanspruchung eines Gelenkes, bei Fehlbelastung, z. B. durch eine O-Bein-Stellung, entstehen allmähliche Verschleißerscheinungen und die Knorpelfläche wird ebenfalls zerstört. Es kommt zu einem dauernden Reizzustand mit Schwellung und Schmerzen des betroffenen Gelenkes.

Je nach Ausmaß und Lokalisation des Defektes sind verschiedene arthroskopische Operationen möglich. Lose Anteile des Gelenkknorpels können entfernt und die Ränder geglättet werden. Wenn bereits der Knochen unter der Knorpelschicht freiliegt, kann dieser mit feinen Haken angefrischt werden, um hier die Bildung von Ersatzgewebe für den defekten Knorpel anzuregen.

Bei umschriebenen Schäden ist bei jüngeren Patienten in einigen Fällen die Transplantation von gesundem Knorpel von einer Randzone des Gelenkes auf den Defekt möglich.

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c) freie Gelenkkörper

Als freie Gelenkkörper werden Gewebestücke bezeichnet, die sich aufgrund eines Unfalls, wegen Durchblutungsstörungen oder Verschleißerscheinungen innerhalb des Gelenkes ablösen. Sie können aus Knorpel-, Knochen- oder Meniskusgewebe bestehen. Als freie Gelenkkörper sind sie innerhalb des Gelenkes mobil und können ihre Position bei jeder Bewegung des Gelenkes ändern. Dies sorgt für einen anhaltenden Reizzustand des Gelenkes mit Schwellung und Schmerzen. Selten kann es auch einmal zu einer akuten Einklemmung des Gelenkkörpers mit Blockierungsphänomen und hoch schmerzhafter Bewegungsunfähigkeit des Gelenkes kommen.

In vielen Fällen können diese Gelenkkörper durch eine Gelenkspiegelung lokalisiert und auch entfernt werden.


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d) Kreuzbandriss

In der Mitte des Kniegelenkes liegen die Kreuzbänder, die dem Kniegelenk bei Dreh- und Kombinationsbewegungen gemeinsam mit den Seitenbändern und der Muskulatur Stabilität und Sicherheit geben. Fehlt eines oder beide dieser Kreuzbänder und ist gleichzeitig keine ausreichend kräftige Beinmuskulatur vorhanden, kommt es zu häufigem "Nachgeben" des Gelenkes und Instabilitätsgefühl.

Der Kreuzbandriss ist eine häufige Sportverletzung, die vor allem bei Sportarten mit plötzlichen Verdrehbewegungen mit gleichzeitigem Einfluss großer Kräfte wie z. B. Fußball oder Ski alpin auftritt. Es kommt zu einer sehr schmerzhaften Schwellung des gesamten Kniegelenkes, Bewegungen sind häufig nur noch unter starken Schmerzen möglich.

Durch die Arthroskopie des betroffenen Gelenkes lässt sich das Ausmaß des Schadens feststellen. Gleichzeitig kann das Gelenk gespült werden, da der Kreuzbandriss meistens mit Verletzung von Gefäßen und Blutansammlung im Gelenk verbunden ist. Sollte eine Operation zum Ersatz des Kreuzbandes nötig sein, kann diese arthroskopisch gestützt, d. h. mit kleinstmöglichen Operationswunden erfolgen.

Nach der schonenden Operation beginnt die zügige Mobilisation mit Gehen an Unterarmgehstützen und Bewegen des Gelenkes im vorgegebenen Bewegungsausmaß. Begleitend kann direkt mit Kräftigungsübungen der Kniegelenk stabilisierenden Muskulatur begonnen werden.


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e) Kalkschulter (tendinosis calcarea)

Das Schultergelenk ist von vielen Muskeln und Sehnen umgeben, die den Oberarmkopf wie eine Manschette umfassen (=Rotatorenmanschette). Diese Muskeln steuern die Bewegungen des Schultergelenkes. Bei allen Bewegungen müssen die Sehnen der Muskeln zwischen Schulterdach und Oberarmkopf hindurchgleiten und werden hierbei durch einen Schleimbeutel geschützt.

Als Zeichen der Überbeanspruchung und des Verschleißes eines Teiles der Sehnenmanschette, wie sie in unserem Alltag mit vielem Sitzen in vornübergeneigter Haltung vorkommt, kann es zu Kalkeinlagerung in einer Sehne kommen. Diese verursachen oft langdauernde, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, aber auch plötzliche stärkste Schmerzen im Schultergelenk, die eine Bewegung des Armes nicht mehr zulassen. Bewegungen des Ellenbogens, der Hand- und Fingergelenke hingegen sind weiterhin möglich.

Auf Röntgenbildern des Schultergelenkes durch Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschalluntersuchungen kann das Kalkdepot nachgewiesen werden.

Mit Schmerzmedikamenten oder einer Spritze mit schmerzlindernden Medikamenten in die Umgebung der Sehnenmanschette lässt sich diese Erkrankung gut behandeln. Bei anhaltenden Beschwerden, die die Beweglichkeit des Gelenkes oftmals einschränken, kann durch eine Arthroskopie des Schultergelenkes, durch eine Stichelung oder auch einen kleinen Schnitt das Kalkdepot entfernt werden. Gleichzeitig kann man auf diesem Wege sehen, ob die Muskelmanschette intakt ist, oder ob eine Enge zwischen Oberarmkopf und Schulterdach besteht. Diese lässt sich durch arthroskopische Erweiterung des Gelenkraumes beheben.

Nach der Operation kann sofort mit der Krankengymnastik zur Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit und Schulung von optimalen Bewegungsabläufen begonnen werden.


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f) Schulterenge (subacromiales Impingement)

Aufgrund wiederholter einseitiger Fehlbelastungen, z. B. bei Haltearbeiten über Kopf, kann es zu einer Enge im Schultergelenk kommen. Hierbei wird der Oberarmkopf durch den Zug der Muskulatur von unten gegen das Schulterdach gedrückt, die Muskelmanschette und die begleitenden Schleimbeutel und Sehnen werden kontinuierlich eingeengt und hierdurch in ihrer Struktur gestört. Schmerzen beim Heben des Armes entstehen (=Impingement-Syndrom).

Schleimbeutelentzündung

Durch krankengymnastische Behandlung mit gezielter Kräftigung der Oberarmkopf stabilisierenden Muskultatur und Schulung von Bewegungsabläufen lässt sich diese Erkrankung behandeln. Sollten die Beschwerden weiter anhalten kann mit der Arthroskopie des Schultergelenkes der Gelenkraum unterhalb des Schulterdaches erweitert werden und gleichzeitig Anteile des vergrößerten Schleimbeutels entfernt werden. Hierbei kann auch die Muskelmanschette auf mögliche Schäden wie z B. Risse, überprüft werden.

Nach der Arthroskopie kann sofort mit der krankengymnastischen Übungstherapie begonnen werden, denn die weitere muskuläre Stabilisation des Schultergelenkes ist erforderlich.


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g) Rotatorenmanschettenriss

Durch anhaltende einseitige Belastung des Schultergelenkes und natürliche altersbedingte Verschleißerscheinungen kann die Muskelsehnenmanschette beschädigt werden. Es entstehen Risse und Löcher, dies wird als Rotatorenmanschettenruptur bezeichnet. Auch durch einen Unfall mit plötzlicher Verdreh- und Abstützbewegung des Armes kann es zu einem Riss der Muskelmanschette kommen. Das Heben des Armes zur Seite ist schmerzhaft und kraftgemindert.

Das Ausmaß des Risses lässt sich mit einer Ultraschalluntersuchung oder einer Kernspintomographie feststellen. Falls nach kurzer konservativer Behandlung mit Krankengymnastik, Kälte und Medikamenten keine Besserung zu erzielen ist, raten wir zur operativen Wiederherstellung der Sehmenmanschette. Damit kann die Kraftentfaltung und Schmerzfreiheit in fast allen Fällen wieder hergestellt werden, vorausgesetzt, die Operation wird rechtzeitig durchgeführt. Bei der Arthroskopie ist gleichzeitig die Erweiterung des Gelenkraumes möglich, so dass die Einengung der Muskelmanschette verhindert wird. Bei ausgedehnten Rissen empfehlen wir die Operation über einen kurzen Hautschnitt, bei der die Muskelsehnenplatte genäht und wieder am Knochen verankert werden kann. Nach der Operation darf der Arm je nach Art und Schwere der Rissbildung und Naht zunächst nicht selbständig aktiv angehoben werden, um die Nahtverheilung nicht zu gefährden.


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Der ambulante/stationäre Aufenthalt

Der Aufenthalt in unserem Hause kann ambulant oder stationär erfolgen. Dies richtet sich nach der Erkrankung des betroffenen Gelenkes, der evtl. bestehenden Notwendigkeit einer stationären Nachbehandlung und nach Ihren Begleiterkrankungen.

Bereits bei der ambulanten Untersuchung wird der Arzt dies mit Ihnen besprechen. Der von uns empfohlene Eingriff, alternative Behandlungsmethoden und die Weiterbehandlung werden Ihnen erläutert.

Um Ihren stationären Aufenthalt zu verkürzen, ist es in vielen Fällen möglich, dass Sie erst am Tag der Operation zu uns kommen. Vorweg erhalten Sie einen ambulanten Termin, an dem die notwendigen Vorbereitungen für die Operation wie Blutentnahme, EKG-Kontrolle, Aufklärungsgespräch und Vorstellung beim Narkosearzt erfolgen.

Nach der Operation erhalten Sie Medikamente gegen evtl. bestehende Schmerzen und je nach Eingriff kann direkt mit der krankengymnastischen Übungsbehandlung begonnen werden. Hier erlernen Sie, wenn notwendig, das Gehen an Unterarmgehstützen.

Abhängig von Ihrem Befinden nach der Operation kann die Entlassung direkt am Operationstag erfolgen. Ihr Hausarzt, bzw. weiterbehandelnde Arzt, erhält einen ausführlichen Bericht über den durchgeführten Eingriff und die von uns empfohlene Nachbehandlung. Das Rezept für die krankengymnastische Therapie wird Ihnen bei Entlassung mitgegeben.


Für Fragen stehen wir Ihnen während der Sprechzeiten jederzeit gerne zur Verfügung:

Klinik für Orthopädie, Michaelisstr. 1; 24105 Kiel

Sprechstunden: Montag - Freitag 7:30 - 12:30

Tel.: 0431-597-2445


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