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Morbus Perthes - klinische und radiologische Langzeitergebnisse

Einleitung: Der lange Verlauf der Erkrankung sowie die unterschiedliche Ausprägung erschweren es, Richtlinien für die optimale Therapie des Morbus Perthes zu erstellen. Die retrospektive Studie zeigt den klinischen und radiologischen Verlauf von Erkrankungsbeginn bis Wachstumsabschluss. Welche Kriterien lassen eine Aussage über den zu erwartenden Verlauf des Morbus Perthes zu?

Material und Methoden

167 Patienten wurden zwischen 1975 und 1987 behandelt. Ausgewählt wurden diejenigen (n=81), die zum Termin der Nachuntersuchung mindestens 18 Jahre alt waren.

Durchschnittlicher Beobachtungszeitraum: 14,5 Jahre. So konnten von 57 % der Patienten klinische und radiologische Daten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung mit denen nach Wachstumsabschluss verglichen werden.

Bildauswertung: Erkrankungsstadium (Dahmen und Hinzmann (1984)), Catterall-Klassifikation, Risikofaktoren (Catterall 1980), ACM-Winkel (Idelberger und Frank 1952), artikulotrochantäre Distanz (Edgren 1965), Centrum-Collum-Diaphysen-Winkel, CE-Winkel (Zentrum-Eckenwinkel (Wiberg 1939)), Migrationsindex (Edsberg et al. 1979).

Fragebogen: Schmerzen, Einschränkungen im Alltag und Beruf, derzeitige Therapie, Verwendung von Hilfsmitteln.

Nachuntersuchung: Gangbild, Beinlängen, Bewegungsausmaß nach der Neutral-Null-Methode.

Ergebnisse

1.) Kinder, die vor dem 6. Lebensjahr erkrankt waren und hinsichtlich der radiologischen Parameter große Seitendifferenzen aufwiesen, zeigten bei der Nachuntersuchung oft bessere Resultate als diejenigen, die älter als 6 Jahre waren und die radiologisch weniger betroffen waren.

2.) Die Catterall-Klassifikation gibt einen Hinweis auf die Prognose des Krankheitsverlaufes. Die Patienten, die den Gruppen I und II angehörten, erzielten bei der Nachuntersuchung bessere Ergebnisse als die Patienten der Gruppen III und IV.

3.) Die Risikofaktoren sind isoliert nicht aussagekräftig. Sie traten häufiger bei den jüngeren Patienten auf, die langfristig jedoch das bessere Resultat erzielten. In den Catterall-Gruppen III und IV traten sie ebenfalls gehäuft auf und sind in diesen Fällen auch mit einem schlechten Langzeitergebnis verbunden.

4.) Zwischen konservativer und operativer Therapie konnte in den Ergebnissen kein Unterschied gefunden werden. Die klinischen und radiologischen Parameter fielen bei den Patienten ungünstig aus, die bei Erkrankungsbeginn älter als 6 Jahre waren oder den Catterall-Gruppen III und IV angehörten.

5.) Sowohl die klinischen als auch die radiologischen Ergebnisse waren schlechter bei den Patienten der Catterall-Gruppen III und IV und bei Erkrankungsalter über 6 Jahre.

Schlussfolgerungen


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