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Schulterchirurgie in der Orthopädie

Die Diagnostik und Behandlung von Schultererkrankungen hat in letzter Zeit entscheidende Fortschritte gemacht. So können die Beschwerden des Patienten sehr genau der funktionellen Störung zugeordnet werden und eine sehr gezielte Behandlung eingeleitet werden.

Vereinfacht lassen sich Schulterprobleme in zwei Gruppen einteilen. In die erste Gruppe fallen Unfälle und Verletzungen, von denen besonders sportlich aktive Patienten betroffen sind. Die zweite Gruppe umfaßt verschleißbedingte Erkrankungen der Schulter.

Oft werden Schulterbeschwerden nach genauer Einordnung der Ursache zunächst konservativ, also ohne Operation behandelt. Das Behandlungsziel ist hierbei, einen möglichst reibungslosen Bewegungsablauf des Schultergelenkes wiederherzustellen. In erster Linie kommen dazu Krankengymnastik, manuelle Therapie und medizinische Trainingstherapie zum Einsatz, ergänzt durch entzündungshemmende Medikamente, Injektionen, ggf. auch Akupunktur und Elektrotherapie.

Bei erfolgloser konservativer Behandlung oder schwerer Schädigung der Schulter stehen eine Vielzahl von Operationsverfahren zur Verfügung. Neben den sogenannten offenen Verfahren werden zunehmend minimal invasive und arthroskopische Techniken angewendet, die den Patienten deutlich weniger belasten und eine schnellere Wiederherstellung ermöglichen.

Schwerpunkte auf dem Gebiet der Schulterchirurgie:

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Rekonstruktion der Rotatorenmanschette

Die Rotatorenmanschette ist die gemeinsame Ansatzsehne von vier Muskeln, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen. Diese Sehnenkappe umschließt den Oberarmkopf vorne, oben und hinten. Sie hat entscheidende Bedeutung für die Stabilisierung und Führung des Schultergelenkes, insbesondere für Abspreiz- und Drehbewegungen. Durch Unfall oder Verschleiß infolge hoher Beanspruchung kann es zum Riß eines oder mehrerer Sehnenanteile kommen. Neben einem Kraftverlust sind Bewegungsschmerzen, besonders beim Anheben des Arms, und Bewegungseinschränkung die Folge.

Das operative Vorgehen richtet sich nach der individuellen Situation. Je nach Lokalisation, Ausmaß und Alter des Risses wird eine Naht oder Befestigung der abgerissenen Sehnenanteile am Oberarmkopf angestrebt. Kleine Risse können arthroskopisch versorgt werden, für größere Defekte ist das offene Verfahren zu bevorzugen. Zusätzlich wird dabei der Raum unter dem Schulterdach erweitert (Acromioplastik), um ein Reiben der genähten Sehne zu verhindern.

Nach der Operation wird der betroffene Arm auf einem Abspreizkissen gelagert und ab dem 2. Tag mit krankengymnastischen Bewegungsübungen sowie einer Behandlung auf einer speziellen Motorschiene begonnen. Neben der medikamentösen Schmerztherapie werden Lymphdrainage, Massagen und Kälteanwendungen verordnet. Erst einige Wochen nach der Operation dürfen je nach Festigkeit zunehmend aktive Bewegungsübungen dürchgeführt werden.


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Behandlung des sog. Impingement-Syndroms

Das Impingement-Syndrom ("Anschlagen") ist der Oberbegriff für ein gestörtes Gleitverhalten der Rotatorenmanschette und des Oberarmkopfes unter dem Schulterdach. Ursachen können u.a. Formveränderungen oder Knochenausziehungen am Schulterdach sein. Typisch sind stechende Schulterschmerzen beim Anheben und Abspreizen des Arms. Das ständige Reiben der Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach kann dann auch zum Sehnenriß führen.

Bei Versagen konservativer Maßnahmen wird operativ der Unterrand des Schulterdaches geglättet, um ein freies Gleiten der Sehne zu ermöglichen. In der Regel wird diese Acromioplastik arthroskopisch durchgeführt. Die Schulter kann frühzeitig im schmerzfreien Bereich bewegt werden. Durch Krankengymnastik mit gezielter Muskelkräftigung und manueller Therapie wird der normale Bewegungsablauf des Schultergelenkes wiederhergestellt.


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Behandlung der sog. Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Bei der "Kalkschulter" handelt es sich um eine Kalkeinlagerung in der Rotatorenmanschette (s.o). Die Ursache ist bislang noch nicht endgültig geklärt. Gehäuft tritt die Erkrankung bei Frauen vom 40. bis 60. Lebensjahr auf. Häufig löst sich das Kalkdepot im Verlaufe eines Jahres spontan wieder auf. Bei anhaltenden Schmerzen in der Schulter trotz konservativer Behandlung (entzündungshemmende Medikamente, Injektionen, Krankengymnastik) kann das Kalkdepot unter arthroskopischer Kontrolle oder Röntgenkontrolle durch Stichelung mit einer Kanüle (sog. Needling) entfernt werden.


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Künstlicher Gelenkersatz am Schultergelenk

Der künstliche Gelenkersatz an der Schulter hat in den letzten 10 Jahren große Fortschritte gemacht. Vor allem der Gelenkverschleiß, aber auch rheumatische Gelenkerkrankungen, Durchblutungsstörungen des Oberarmkopfes und Fehlstellungen nach Oberarmkopfbrüchen können zu einer fortschreitenden Zerstörung des Schultergelenkes führen. Meist bestehen dann starke Ruhe- und Belastungsschmerzen, die eine ständige Einnahme von Schmerzmedikamenten erfordern. Das Behandlungsziel beim künstlichen Gelenkersatz ist Schmerzfreiheit und verbesserte Schulterfunktion. Die Beweglichkeit nach der Operation ist jedoch abhängig vom Zustand der gelenkführenden Weichteile (Muskulatur, Sehnen, Gelenkkapsel). Bei länger bestehender Bewegungseinschränkung vor der Operation kann oft auch nach Schultergelenkersatz keine vollständig freie Schulterbeweglichkeit erreicht werden. Der Gelenkersatz sollte daher nicht zu lange hinausgezögert werden.

Bei der Operation wird der zerstörte Oberarmkopf entfernt und durch eine Schaftprothese ersetzt. In die Schulterpfanne wird ein passender Gelenkpartner eingesetzt. Neu entwickelte Prothesenmodelle erlauben durch variabel aufsetzbare Prothesenköpfe mit unterschiedlichen Neigungswinkeln eine genaue Anpassung an die anatomischen Gegebenheiten.

Für Patienten mit Defekten in der Rotatorenmanschette (s.o.) stehen spezielle Prothesen mit weitgehender Gelenkführung zur Verfügung. Die Zentrierung des Gelenkes wird dabei durch Aufschrauben einer Halbkugel auf die Schulterpfanne und Einsetzen eines konkaven Gelenkpartners in den Oberarmschaft erreicht.

Sprechstunde:

Für Patienten mit Schulterbeschwerden steht täglich die Sprechstunde in unserer Ambulanz zur Verfügung. Für Problemfälle empfehlen wir unsere Schultersprechstunde montags.

Anmeldung: 0431-597-2445


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