Geschäftsbereich Personal

Dienstvereinbarung gegen sexuelle Belästigung von Frauen am Arbeitsplatz

Dienstvereinbarung zwischen dem Rektorat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel -Der Kanzler- und Personalrat und Personalrat (W) der Christian-Albrechts-Universität über die Regelung von Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung von Frauen am Arbeitsplatz.

Zwischen dem Rektorat der CAU - Der Kanzler - und dem Personalrat sowie dem Personalrat(W) der CAU wird folgendes vereinbart:

  1. Sexuelle Belästigung von Frauen am Arbeitsplatz ist ein Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht der Frau und deswegen verboten. Das Persönlichkeitsrecht beinhaltet, daß die Grenzen und die Maßstäbe individuell von jeder Frau gesetzt werden. Sexuelle Belästigungen sind nicht nur unnötiger Körperkontakt, die Verwendung pornografischer Darstellungen am Arbeitsplatz auch unter Benutzung von EDV-Anlagen sowie die Aufforderung zu sexuellen Handlungen, sondern auch Bemerkungen sexuellen Inhalts und unerwünschte Kommentare oder Witze über das Äußere von Frauen.
  2. Sexuelle Belästigung unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen unter Androhung persönlicher oder beruflicher Nachteile bzw. unter Zusage von Vorteilen wird besonders schwerwiegend bewertet.
  3. Es gehört zur Verantwortung der Vorgesetzten, sexuellen Belästigungen von weiblichen Hochschulangehörigen auch präventiv entgegenzuwirken und bekannt gewordenen Fällen sexueller Belästigung unverzüglich nachzugehen. Bei der Lösung damit zusammenhängender Probleme wirken Vorgesetzte bzw. Rektorat und die Betroffene vertrauensvoll zusammen.
  4. Frauen werden ausdrücklich auf ihr Recht hingewiesen, über sexuelle Belästigung zu berichten und Beschwerde zu führen. Zur Wahrnehmung der Interessen der im Einzelfall betroffenen und zu beratenden Frauen stehen die Frauenbeauftragten der Hochschule und Mitglieder der Personalräte auf Wunsch zur Verfügung. Die Hochschulleitung beteiligt die Frauenbeauftragte bei der Bearbeitung von Einzelfällen und bei der Konzeption und Durchführung von Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.
  5. In der Folge des Vorwurfes sexueller Belästigung findet zur Klärung des Sachverhaltes zunächst ein persönliches Gespräch einer oder eines Vorgesetzten, eines Mitgliedes eines Personalrates und der Frauenbeauftragten mit dem Beschuldigten unter Hinweis auf das Verbot sexueller Belästigung statt.
    Erweist sich der Vorwurf als begründet, erwägt das Rektorat je nach Schwere des Vorfalls folgende Maßnahmen:
            • Durchführung eines formellen Dienstgespräches
        • mündliche oder schriftliche Ermahnung
        • Abmahnung
        • Umsetzung an einen anderen Arbeitsplatz
        • Verbot, bestimmte Räumlichkeiten der Universität zu betreten
        • Einleitung eines Disziplinarverfahrens
        • Kündigung

          Die Rechte der Personalräte und der Frauenbeauftragten bleiben hiervon unberührt.

  • Die Hochschulleitung sorgt dafür, daß nicht die betroffene Frau die arbeits- und dienstrechtlichen Folgen einer sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz zu tragen hat; die begründete Beschwerde einer Betroffenen darf nicht zu deren Benachteiligung führen.
  • Beschäftigte, die mit Personalangelegenheiten befaßt sind, werden über den sachgerechten Umgang mit Vorfällen sexueller Belästigung und Diskriminierung von Frauen informiert. Diese Thematik sollte in Form von Fortbildungsveranstaltungen für diese Beschäftigten und für Vorgesetzte vertieft werden.
  • Universitäre Anlagen und Gebäude werden auf Gefahrenquellen und Angsträume in bezug auf sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen untersucht. Es werden in Zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten und Personalvertretungen Vorschläge für bauliche und/oder andere erforderliche Veränderungen erarbeitet.
  • Das Rektorat wirkt darauf hin, daß im Rahmen des Hochschulsports pro Semester mindestens ein Selbstverteidigungskurs für Frauen angeboten wird.


    Kiel, den 15. August 1996

  • Stellenausschreibungen

    Berufungen

    Formulare

    Campus

    • Lageplan und Anfahrt

      Den Geschäftsbereich Personal finden Sie in der 3. Etage des Verwaltungshochhauses; das Referat Reisekosten befindet sich in der 8. Etage des Verwaltungshochhauses (Ecke Westring/Olshausenstr.).