Geschäftsbereich Personal

Dienstvereinbarung über ein Betriebliches Eingliederungsmanagement

Dienstvereinbarung über ein "Betriebliches Eingliederungsmanagement"

zwischen dem Rektorat der CAU
sowie dem Personalrat der CAU und dem Personalrat (W) der CAU und der Schwerbehindertenvertretung

Präambel

Es ist das gemeinsame Ziel des Rektorats, der Personalräte und der Schwerbehindertenvertretung der CAU, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Auf der Basis dieser gemeinsamen Zielsetzung erarbeiten Dienststellenleitung, Personalräte und Schwerbehindertenvertretung im gemeinsamen Dialog Maßnahmen zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben. Gemäß § 84 Abs. 2 SGB IX wird ein betriebliches Eingliederungsmanagement eingeführt, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen, die Arbeitszufriedenheit und -motivation zu steigern sowie die betrieblich beeinflussbaren Fehlzeiten und Krankheitskosten zu reduzieren. Damit soll eine möglichst dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben gewährleistet werden.

1 Anwendungs- und Geltungsbereich

Die Dienstvereinbarung wird auf der Grundlage des § 57 MBG S.-H. geschlossen. Sie findet auf alle Beschäftigten und Auszubildenden der Christian-Albrechts-Universität Anwendung.

Die Vertragsparteien sind sich darüber einig, dass diese Vereinbarung keine Anwendung auf Betroffene mit Bagatellerkrankungen oder absehbar folgenlos ausheilenden Erkrankungen findet.

2 Grundsätze und Ziele

Diese umfassen:

  • Förderung und Erhalt der Gesundheit
  • Aufdeckung und Begrenzung betriebsbedingter Krankheitsursachen
  • Eindämmung der Arbeitsunfähigkeitszeit
  • Vermeidung krankheitsbedingter Kündigungen

Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet der in Ziffer 3 genannte Personenkreis vertrauensvoll zusammen. Alle Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements setzen das Einverständnis der Betroffenen voraus. Sie werden unter ihrer Mitwirkung erwogen und mit ihrer Zustimmung eingeleitet und durchgeführt. Selbstverständlich haben auch betroffene Beschäftigte das Recht, sich an das in Ziffer 3 beschriebene Integrationsteam zu wenden und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsprävention zu beantragen.

Die Dienststellenleitung der Christian-Albrechts-Universität, die Personalräte und die Schwerbehindertenvertretung bekräftigen, dass erkrankte Beschäftigte nicht wegen ihrer Krankheit, schwer behinderte und behinderte Beschäftigte nicht wegen ihrer gesundheitlichen Verfassung benachteiligt werden dürfen.

3 Integrationsteam

 Zum Erreichen der Ziele aus dieser Vereinbarung ist an der Christian-Albrechts-Universität das Integrationsteam zuständig. Dieses besteht aus:

    • einer/einem Beauftragten der Dienststelle mit Entscheidungsbefugnis
    • jeweils einer/einem Beauftragten der Personalräte
    • der Schwerbehindertenvertretung
    • dem Betriebsarzt/der Betriebsärztin
    • einer/einem Beauftragten des Sozialdienstes

sowie aus je einem/r Stellvertreter/in. Die Beauftragten werden durch die jeweiligen Gremien bzw. die Dienststelle benannt. Im Bedarfsfall können weitere interne Fachkräfte (z.B. Ausbildungsleiter, Sicherheitsingenieur) und externe Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen (z.B. des Fachdienstes Arbeit oder anderer zuständiger Stellen des Landesamtes für Soziale Dienste) zur Beratung hinzugezogen werden.

Das Integrationsteam ist das Steuerungsgremium für das betriebliche Präventions- und Eingliederungsmanagement. In diesem Rahmen ist es verantwortlich für die Auswertung der Arbeitsplatzanalysen sowie für die Arbeitsplatzbegehungen und die darauf aufbauende Entwicklung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Ein entsprechender Kontakt mit dem Arbeitsschutzausschuss wird bei Bedarf hergestellt.

Das Integrationsteam arbeitet im Rahmen seiner Aufgabenstellung weisungsungebunden. Seine Mitglieder - soweit es sich um Beschäftigte der CAU handelt - werden zur Wahrnehmung dieser Aufgaben von ihrer sonstigen dienstlichen Tätigkeit in entsprechendem Umfang freigestellt. Das Integrationsteam wählt aus seiner Mitte eine/n Vorsitzende/n und trifft sich mindestens 4 x jährlich zur Erörterung und Überprüfung der in dieser Vereinbarung benannten Ziele und Aufgaben.

4 Einbindung und Vorgehen des Integrationsteams

4.1 Erfassung und Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsdaten

Prävention erfordert Information. Deshalb übersendet die Abteilung für Personalmanagement einmal im Quartal die Daten derjenigen Beschäftigten, die innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten insgesamt länger als sechs Wochen krankheitsbedingt arbeitsunfähig sind und in einem Beschäftigungsverhältnis zur Christian-Albrechts-Universität stehen.

Zum Aufbau eines betrieblichen Frühwarnsystems, mit dessen Hilfe sich gesundheitsgefährdende Arbeitsplatzsituationen so frühzeitig erkennen lassen, dass krankheitsauslösenden Faktoren bereits im Vorfeld begegnet werden kann, stellt die Abteilung für Personalmanagement dem Integrationsteam einmal im Quartal eine gesamtuniversitäre Arbeitsunfähigkeitsstatistik mit dazugehörenden einrichtungsbezogenen Kennziffern zur Verfügung.

4.2 Kontaktaufnahme mit dem Integrationsteam

 Die Befassung des Integrationsteams kann auf

a)Initiative der Dienststelle oder

b)auf Initiative einer betroffenen Person

erfolgen.

Danach nimmt in jedem Fall der Betriebsarzt/die Betriebsärztin den Kontakt zu der betroffenen Person auf. Dieser Kontakt wird in schriftlicher Form hergestellt. Das Eingliederungsverfahren dient der Beschäftigungssicherung und kann nur im Einvernehmen mit den betroffenen Personen durchgeführt werden. Deshalb wird die/der Betroffene in dem Schreiben um Zustimmung zur Einleitung eines Wiedereingliederungsverfahrens gebeten und über die Zielsetzungen sowie über die dazu erforderliche Datenerhebung und den weiteren möglichen Verlauf dieses Verfahrens aufgeklärt und zu einem Erstgespräch eingeladen.

Erteilt eine Person ihre Zustimmung zu einem solchen Verfahren nicht, darf dies nicht zu ihren Lasten gewertet werden.

Ist die Zustimmung aber erteilt worden und kommt ein Erstgespräch zustande, aufgrund dessen der Betriebsarzt/die Betriebsärztin zu dem Ergebnis gelangt, dass die Durchführung einer Wiedereingliederungsmaßnahme sinnvoll ist, wird der Kontakt zum Integrationsteam hergestellt und es erfolgt durch entsprechend geschulte Mitglieder des Teams ein Gespräch zur Klärung und Abstimmung der Vorgehensweise und Feststellung des Bedarfs. Die hierbei möglicherweise erforderliche arbeitsmedizinische Begleitung ist in jedem Fall Aufgabe des Betriebsarztes / der Betriebsärztin. Die betroffene Person kann ihre Ansprechpartnerin / ihren Ansprechpartner aus dem Integrationsteam frei wählen. Der Gesprächsinhalt muss vertraulich behandelt werden. Lehnt die/der Betroffene eine Teilnahme am betrieblichen Eingliederungsmanagement ab, so wird sie/er innerhalb der nächsten sechs Monate nicht erneut angeschrieben. Selbstverständlich kann die betroffene Person auch nach einer Ablehnung von sich aus erneut Kontakt zum Integrationsteam aufnehmen.

4.3 Feststellung des Bedarfs

Die Parteien der Dienstvereinbarung sind sich darüber einig, dass das betriebliche Eingliederungsmanagement in ein Gesamtkonzept zum betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz einzubinden ist. Eine geeignete Maßnahme ist die Ermittlung, Beurteilung und Dokumentation der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen (§ 5 Arbeitsschutzgesetz). Hierzu wird für jeden Beschäftigten eine Arbeitsplatzanalyse, ggf. in Verbindung mit einer Arbeitsplatzbegehung, durchgeführt.

Wenn zum gegebenen Zeitpunkt keine betrieblichen Erhebungen vorliegen, wird im Rahmen des Präventions- und Eingliederungsmanagements für den jeweiligen Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung vor Ort durchgeführt. Die gewonnenen Daten werden dem Integrationsteam zur Entscheidungsfindung über einzelfallbezogene Maßnahmen vorgelegt. Bei Bedarf werden Maßnahmen aus dieser Vereinbarung mit den örtlichen gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger - bei schwer behinderten Menschen mit dem Landesamt für Soziale Dienste - abgesprochen. Kommen finanzielle Fördermöglichkeiten durch die o. g. Stellen in Betracht, so werden diese beantragt. Soweit erforderlich werden unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen die Daten auch den Rehabilitationsträgern und den entsprechenden Stellen beim Landesamt für Soziale Dienste zur Verfügung gestellt.

4.4 Maßnahmenspektrum

 Das Spektrum der Maßnahmen umfasst drei Schwerpunkte:

    • Gesundheitsförderung
    • Prävention und
    • Rehabilitation.

Im Mittelpunkt stehen hierbei Maßnahmen der alters- bzw. alterns- und behinderungsgerechten Arbeitsgestaltung. Konkrete Anknüpfungspunkte finden sich in den Bereichen Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit, Arbeitsumfeld, Personalplanung, Qualifizierung, stufenweise Wiedereingliederung, medizinische und berufliche Rehabilitation.

Zu Beginn einer Maßnahme steht ein individueller Maßnahmenplan, der mit Zustimmung der betroffenen Person vom Integrationsteam - bei Bedarf auch unter Beteiligung der gemäß Ziff. 3 hinzuzuziehenden Fachkräfte - festgelegt wird.

Die erforderlichen Maßnahmen sind in folgenden Schritten vorzunehmen:

    •  Feststellung des gesundheitlichen Zustandes der betroffenen Person,
    • Planung von Maßnahmen zur Integration,
    • Durchführung der Maßnahmen,
    • Evaluation der integrativen Maßnahmen und der Ergebnisse.

 

Als Maßnahmen können zum Beispiel zur Anwendung kommen:

    • Teilnahme an Lehrgängen (Fort-, Weiterbildung, Umschulung mit dem Ziel der Qualifizierung), Coaching der betroffenen Person,
    • Hilfen bei persönlichen Problemen,
    •  technische Aus- und/oder Umrüstung des Arbeitsplatzes,
    • Veränderung der räumlichen Umgebung,
    • Organisations- und Ablaufänderungen,
    • Reaktivierung vorhandener Qualifizierungen,
    • Sensibilisierung des personellen betrieblichen Umfeldes,
    • Umsetzung in einen anderen Tätigkeitsbereich,
    • Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsklimas im Team,
    • Vermittlung fachkompetenter (medizinischer, psychologischer) Beratung.

 

4.5 Koordination und Dokumentation

Ein oder mehrere Mitglieder des Integrationsteams oder eine vom Integrationsteam beauftragte Person koordiniert und steuert die einzelfallbezogenen Maßnahmen und dokumentiert den Prozessverlauf.

Dazu gehören insbesondere

  •  die gegebenenfalls erforderliche Beantragung von Maßnahmen, Kontaktaufnahme zu außerbetrieblichen Stellen und Diensten, Beratung und Unterstützung der betroffenen Beschäftigten,
  • Beratung und Unterstützung aller Beteiligten bei der konkreten Maßnahmenumsetzung,
  • Überprüfung der Maßnahmen sowie
  • allgemein die Zusammenarbeit aller Beteiligten.

 

Nach folgendem Verfahren ist vorzugehen:

Schritt 1:
Prüfen, ob die/der Beschäftigte seine arbeitsvertraglichen Verpflichtungen weiter im bisherigen Arbeitsbereich erfüllen kann, ggf. sind notwendige Veränderungen zu prüfen.
Schritt 2:
Prüfen, ob die/der Beschäftigte mit einer modifizierten Tätigkeit in ihrem/seinem bisherigen Arbeitsbereich eingesetzt werden kann, dies in enger Zusammenarbeit mit der oder dem jeweiligen Vorgesetzten des derzeitigen Arbeitsbereiches.
Schritt 3:
Prüfen, ob die/der Beschäftigte in einem anderen Arbeitsbereich innerhalb der Dienststelle oder auch in anderen Teilen der Landesverwaltung eingesetzt werden kann.
Schritt 4:
Prüfen weiterer Maßnahmen (Renteneintritt, Rehamaßnahme etc.).

    Abschließend ist durch das Integrationsteam die gesamte Maßnahme zu dokumentieren und zu evaluieren mit dem Ziel der Ergebnissicherung, Erfolgskontrolle und eventueller Verbesserungsvorschläge.

    5 Erlangung des notwendigen Qualifizierungsgrades

    Die Dienststellenleitung stellt sicher, dass die für die Umsetzung der Dienstvereinbarung verantwortlichen Personen, insbesondere die Mitglieder des Integrationsteams, ausreichende Kenntnisse über die Belange und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsprävention unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Verhältnisse in der Dienststelle besitzen oder erwerben. Den mit diesen Fragen befassten Mitgliedern der Personalräte, der Schwerbehindertenvertretung, der Abteilung für Personalmanagement sowie den Führungskräften wird grundsätzlich die Möglichkeit der Teilnahme an internen und externen Informationsveranstaltungen oder Schulungen gegeben.

    Vorgesetze sind rechtzeitig über das betriebliche Präventions- und Eingliederungsmanagement und die integrative Verfahrensweise zu informieren. Sie haben eine besondere Verantwortung für die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Qualität der Arbeit. Sie haben mit dafür Sorge zu tragen, dass dem betroffenen Personenkreis möglichst frühzeitig präventive Maßnahmen zuteil werden. Um Vorgesetzte für diese Aufgabenstellungen zu sensibilisieren und sie als Teil der Dienststellenphilosophie in ihre Aufgabenwahrnehmung zu integrieren, bietet die Christian-Albrechts-Universität an, in regelmäßigen Abständen die neuesten Kenntnisse über Gesundheits- und Eingliederungsmanagement zu vermitteln. Darüber hinaus wird ihnen bei Bedarf Beratungsleistung und Unterstützung durch das Integrationsteam angeboten.

    6 Finanzierung der Maßnahmen

    Die Finanzierung der Maßnahmen wird über Eigenmittel in erforderlicher Höhe sowie über Fremdmittel sichergestellt. Die Eigenmittel werden über einen eigenen Titel "Betriebliches Präventions- und Eingliederungsmanagement" ausgewiesen.

    7 Zielerreichung

    Die Dienststellenleitung berät mit den Personalräten und der Schwerbehindertenvertretung einmal jährlich, ob und in welchem Umfang die in dieser Vereinbarung getroffenen Ziele erreicht wurden. Das Integrationsteam stellt sicher, dass Personalräte, Schwerbehindertenvertretung sowie die Beschäftigten regelmäßig und in geeigneter Weise über die Erreichung der Ziele aus dieser Vereinbarung informiert werden.

    8 Datenschutz

    Alle aus dieser Vereinbarung resultierenden Maßnahmen erfolgen unter Wahrung der jeweils gültigen datenschutzrechtlichen Bestimmungen gemäß § 4a BDSG bzw. landesdatenschutzrechtlichen Regelungen wie §§ 11; 12; 13; sowie Abschnitt V LDSG/S-H. Wenn personenbezogene Daten an Dritte weitergegeben werden, hat die Ansprechpartner/in die Betroffenen darüber aufzuklären und ihre schriftliche Einwilligung einzuholen. Erhobene Daten dürfen ausschließlich für die in der Vereinbarung benannten Ziele des betrieblichen Präventions- und Eingliederungsmanagements verwendet werden. Sie dienen dem Erhalt der Arbeitsfähigkeit und des Arbeitsplatzes. Zu anderen Zwecken ist ihre Verwendung untersagt. Gesundheits- bzw. Krankheitsdaten werden deshalb ausschließlich durch die Betriebsärztin/den Betriebsarzt aufbewahrt, Dokumentationen über den Integrationsverlauf dagegen im Büro des Integrationsteams. Bei Fragen zu umfassendem Datenschutz kann externer Rat hinzugezogen werden.

    9 Geltungsdauer

    Diese Vereinbarung tritt mit dem Tag ihrer Unterzeichnung in Kraft. Sie kann von jeder Seite, auch in Teilen, unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende, erstmals zum 31.12.2008, schriftlich gekündigt werden. Sie wirkt bis zum Abschluss einer neuen Vereinbarung nach.

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      Den Geschäftsbereich Personal finden Sie in der 3. Etage des Verwaltungshochhauses; das Referat Reisekosten befindet sich in der 8. Etage des Verwaltungshochhauses (Ecke Westring/Olshausenstr.).