Forschungsschwerpunkte

Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt auf der Untersuchungen von Molekülen in der Gasphase, die überwiegend mit Methoden der Mikrowellen(MW)-Spektroskopie in der Zeitdomäne (Fouriertransform(FT)-MW-Spektroskopie) durchgeführt werden. In Ergänzung zu Methoden der eindimensionalen(1D)-FTMW-Spektroskopie (Frequenzen > ca. 1GHz) sind auch zweidimensionale (2D)-FT-Verfahren zur Erweiterung des erfaßten Spektralbereichs auf das Radiofrequenz(RF)-Gebiet (Frequenzen ca. 1-1000 MHz) entwickelt worden.
Die experimetellen Untersuchungen sind wesentlich von Arbeiten zur Theorie der Moleküldynamik auf Grund intra- und intermolekularen Wechselwirkungen gestützt.
Die wissenschaftlichen Untersuchungen befassen sich schwerpunktsmäßig mit folgenden zwei Themenkreisen:

Untersuchungen von Eigenschaften isolierter Moleküle und Molekülradikale über die Messung und Interpretation von Rotationsspektren:

Die Untersuchung stabiler Moleküle mit FTMW-Techniken erfolgt sowohl an statischen Gasen in Wellenleitern als auch an gepulsten Molekularstrahlen in Mikrowellen-resonatoren. Letzteres Verfahren ist kürzlich auch auf die Untersuchung freier Molekül-radikale, die mit Laser-Photolyse geeigneter stabiler Ausgangsmoleküle erzeugt werden, erweitert worden.
Die Analyse der Rotationsspektren im Schwingungsgrundzustand und angeregten Schwingungszuständen liefert Information über Struktur und Dynamik der Moleküle bzw. Radikale. Von besonderem Interesse sind hierbei Effekte großamplitudiger Schwingungen (z.B. interne Rotation), Rotations-Schwingungswechselwirkungen, Kernquadrupol- und Spin-Rotations-Kopplungen, sowie das Auftreten ´verbotener´ Übergänge. Mit Untersuchung des Stark-Effektes läßt sich auch das molekulare Dipolmoment bestimmen. Die Analyse der experimentellen Daten basiert auf der numerischen Behandlung molekularer Hamilton-Operatoren, die z.T. neu entwickelt oder erweitert worden sind. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe befaßt sich unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. H. Harder mit der Theorie der Reduktion effektiver Hamilton-Operatoren, die durch unitär äquivalente Parametersätze charakteriert sind.
Es bestehen zu diesen Forschungsarbeiten vielfältige Kooperationen mit anderen Arbeitsgruppen (Aachen, Wuppertal, Lille/Frankreich, Bolgna/Italien, Prag/Tschechien, Bratislava/Slowakei, Ottawa/Kanada), sowie am Kieler Institut (Prof.emer. Dr. H. Dreizler, Prof. Dr. A. Guarnieri, Prof. Dr. D.Sutter, Prof. Dr. F. Temps).


Aufklärung von Effekten zwischenmolekularer Wechselwirkung mit spektroskopischen Untersuchuzgnen von Rotationsrelaxation:

Mikrowellenspektroskopische Verfahren mit Einfach- oder Doppelresonanz geben wichtige Information über Effekte zwischenmolekularer Stoßwechselwirkung (elastische und/oder inelastische nichtreaktive Stöße).
In Einfachresonanzexperimenten liegt das Hauptaugenmerk auf der Ermittlung von Daten zur Modellierung von Linienformen, die von besonderem Interesse für die Interpreation spektroskopischer Beobachtungen von Spurengasen in planetaren (speziell terrestrischen) Atmosphären als auch für den Test von Stoßtheorien sind. Mit MW-Pulstechnik werden transiente Signale, deren Relaxation in direkter Relation zur korrespondierenden Linienbreite steht, zeitauflösend gemessen. Aufgrund der gesteigerten Empfindlichkeit der Methode können nun auch Effekte wie druckinduierte Linienverschiebung als auch Abweichungen von üblicherweise angenommenen Voigt-Linienprofilen (Konvolution von Druck(Lorentz)- und Doppler(Gauß-Linienform) detektiert werden.
Mit Doppelresonanzexperimenten werden erweiterte Informationen zur Stoßdynamik erhalten. Mit Untersuchung an Vier-Niveau-Systemen, z.T. auch mit Techniken der 2D-FTMW-Spektroskopie lassen sich Aussagen über stoßinduzierte Übergänge machen, die spezifisch für Terme der zwischenmolekularen Wechselwirkung sind.
Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen (Lille/Frankreich, Nizhnii Novgorod/Rußland) wurden bzw. werden mit Mitteln von dritter Seite (Procope, DFG) unterstützt.
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