CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePressePressemeldungenNr. 6 / 2015

Pressemeldung Nr. 6/2015 vom 09.01.2015 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Schreiben, Sammeln, Sortieren – die Stiftsbibliothek von Bordesholm als Gründungsbestand der Universitätsbibliothek Kiel

Erste Jubiläumsausstellung in der Universitätsbibliothek


Am Freitag, 30. Januar, um 19 Uhr eröffnet die Universitätsbibliothek (UB) Kiel ihre erste Jubiläumsausstellung im Jahr 2015. Ausgestellt werden Handschriften aus einer Sammlung, die ehemals zur Stiftsbibliothek in Bordesholm gehörte. Die Festansprache hält Professor Gerhard Fouquet, ehemaliger Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Seit zwei Jahren kooperieren die UB Kiel und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel in einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Alle Bordesholmer Handschriften sollen wissenschaftlich erschlossen werden. Kerstin Schnabel, Mitarbeiterin im Handschriftenzentrum in Wolfenbüttel, promoviert zu diesem Thema. Schnabel hat auch die aktuelle Ausstellung konzipiert und gibt bei der Eröffnung eine Einführung in die Thematik.

Im Augustiner-Chorherrenstift in Bordesholm herrschte im 15. Jahrhundert ein reges Treiben bei der Herstellung von Handschriften und Sammlung von Frühdrucken. Einige Chorherren brachten Literatur von ihren Studienaufenthalten in Prag, Bologna, Erfurt, Rostock oder Köln mit. Andere nutzten ihre Aufenthalte in entfernten geistlichen Gemeinschaften wie im pommerschen Tochterstift Jasenitz, um Texte zu kopieren. Wieder andere vervielfältigen bereits in der Bibliothek vorhandene Schriften, die sie für die Pfarrseelsorge und Predigt verwendeten. So ergab sich ein buntes Potpourri von Büchern unterschiedlicher Herkunft und Gebrauchszusammenhängen. Mit dem Anwachsen der Sammlung auf über 500 Bände und der zunehmenden Unübersichtlichkeit über die Inhalte machten sich die Chorherren an die Arbeit und banden ihre Werke kunstvoll ein, sicherten sie vor Diebstahl und katalogisierten ihren Bestand.

Die Auflösung des Stifts 1566 und die Einrichtung der Lateinschule in Bordesholm wirkten sich ungünstig auf den Umfang der Büchersammlung aus. Verloren gingen besonders die alten Pergamenthandschriften, ästhetisch ansprechende Exemplare sowie solche mit wertgeschätzten Texten wie die antiken Klassiker oder historiographische Werke. Die Inventarisierungen im 17. Jahrhundert hielten immer wieder das Ausmaß der Bestandsreduktion fest. Auch die Überführung der verbliebenen Bücher in die neugegründete UB Kiel 1665 brachte in dieser Hinsicht kaum Besserung, denn die letzten zu dieser Zeit wissenschaftlich interessanten Texte zählen zu den Verlusten dieser Phase, wie auch der Verkauf mehrerer Dubletten.

Noch bis zum 10. Mai ist die Ausstellung in der Unibibliothek zu sehen.

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag: 9 bis 22 Uhr, Sonnabend: 9 bis 20 Uhr, Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Ort: Leibnizstraße 9, 24118 Kiel

Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
Bitte beachten Sie dabei unsere ► Hinweise zur Verwendung

Zum Vergrößern anklicken

Titelblatt einer Handschrift aus Bordesholm mit Besitzeintrag und einer Zeichnung des Schreibers.
Foto/Copyright: Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Foto zum Herunterladen:
www.uni-kiel.de/download/pm/2015/2015-006-1.jpg

Zum Vergrößern anklicken

Einband der Bordesholmer Buchbinderwerkstatt.
Foto/Copyright: Unibibliothek Kiel

Foto zum Herunterladen:
www.uni-kiel.de/download/pm/2015/2015-006-2.jpg


Kontakt:
Dr. Klára Erdei
Universitätsbibliothek Kiel
Tel.: (0431) 880-2723
E-Mail: erdei@ub.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: ► presse@uv.uni-kiel.de
Text / Redaktion: Dr. Tebke Böschen