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Pressemeldung Nr. 160/2016 vom 20.05.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Renata Duda-Merle erhält Genderforschungspreis 2016 der Uni Kiel


Eine zeitgemäße Sexualpädagogik, die bei der Hilfe zur Mündigkeit und Selbstbestimmung den Besonderheiten der Menschen gerecht werden will, muss viele verschiedene Gefühls- und Erlebnisweisen berücksichtigen, mit denen es Kinder- und Jugendliche bei ihrer sexuellen Selbst-Bildung zu tun haben. Das gilt für hetero- ebenso wie für homo- und transsexuelle Menschen. Für ihre herausragende Promotion über das Thema „Trans*-faire Sexualpädagogik unter Einbeziehung von Körper- und Leiblichkeit – Konkretisierung an Kinder- und Jugendliteratur aus der Anglophonie“ wurde Renata Duda-Merle jetzt mit dem Genderforschungspreis 2016 der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ausgezeichnet. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird seit dem Jahr 2010 für hervorragende Abschlussarbeiten oder Dissertationen mit einem Bezug zu Geschlechterfragen vergeben. Am Freitag, 20. Mai, überreichte Kiels Universitätspräsident Professor Lutz Kipp bei einer Feierstunde im Audimax die Auszeichnung an die Preisträgerin.

Trans*Menschen (medizinisch immer noch „Transsexuelle“ genannt) leben in einem männlichen Körper, fühlen sich jedoch als Frau oder umgekehrt. Die Gefühls- und Lebenswelt dieser Personen mit uneindeutiger Geschlechtsidentität wurde in der Öffentlichkeit lange als Spezialthema der Sexualwissenschaft oder Medizin betrachtet. Interessanterweise werden die inneren und äußeren Konflikte der Trans*Menschen, die unterschiedliche Art und Weise, mit diesem „Schicksal“ umzugehen, auch in vielen Büchern und Kurzgeschichten der englischsprachigen Kinder- und Jugendliteratur thematisiert. In Ihrer Arbeit betrachtete Renata Duda-Merle diese Literatur kritisch und gab Empfehlungen für ihren Einsatz im Englischunterricht in Deutschland ab. Den betroffenen Jugendlichen sollen dadurch Beispiele des produktiven Umgangs mit ihrer Besonderheit gegeben und in ihrer Umgebung mehr Einfühlung und Verständnis vermittelt werden. Jugendlichen eröffnet diese Literatur allgemein die Möglichkeit zu einem (ersten) direkten Kontakt mit Trans*Menschen durch die literarische Figur.

„Die Arbeit gibt damit in mehrfacher Hinsicht wichtige Impulse für den Umgang mit einem komplexen Thema“, lobten Professor Uwe Sielert (Sozialpädagogik, Kiel) sowie Professorin Renate Haas (Anglistik, Kiel) und Professorin Elisabeth Tuider (Soziologie, Kassel), die die Promotion begutachtet haben. Renata Duda-Merle zeige, dass der Mensch auch in der Genderforschung als ein bio-psycho-soziales Wesen mit individuell empfundener Körperlichkeit verstanden werden müsse, bei dem die Einflüsse von außen beim Zustandekommen der Geschlechtsidentität eine wichtige Rolle spielen. Die Pädagogik dürfe deshalb die Körperlichkeit und die (auch sexuellen) Gefühle der Menschen nicht unbeachtet lassen, wenn sie dazu beitragen wolle, dass Menschen in unserer Gesellschaft „ohne Angst verschieden sein dürfen“. „Renata Duda-Merle hat mit ihrer Arbeit die Sexualpädagogik, die Didaktik des Englischunterrichts und die Pädagogik allgemein um wesentliche Einsichten bereichert“, würdigten der Gutachter und die Gutachterinnen die Arbeit.

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Renata Duda-Merle erhielt den Genderpreis 2016 von CAU-Präsident Lutz Kipp für ihre Promotion über Trans*Menschen in der englischsprachigen Jugendliteratur.
Foto: Jürgen Haacks/CAU

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