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Pressemeldung Nr. 218/2017 vom 03.07.2017 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Öffentlicher Vortrag zu 60 Jahren Neutronenmonitor in Kiel


Seit 1957 wird an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) kosmische Strahlung aus dem Weltall gemessen. Der Neutronenmonitor an der Förde ist das zweitälteste aktive Messgerät seiner Art weltweit. Die langfristigen Aufzeichnungen bieten eine wertvolle Datengrundlage, die nicht nur für die Vorbereitung von Weltraummissionen wichtig sind, sondern auch für den Flugverkehr sowie für Auswertungen von kosmischen Strahlungsereignissen. Zum 60. Dienstjubiläum des Neutronenmonitors veranstaltet das Institut für Experimentelle und Angewandte Physik am Dienstag, 11. Juli, einen öffentlichen Festvortrag, zu dem alle astro-physikalisch Interessierten herzlich eingeladen sind. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Zu Beginn der Jubiläumsveranstaltung sprechen Dr. Thomas Berger vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt und Dr. Rolf Bütikofer von der Vereinigung EURADOS (European Radiation Dosimetry Group, mit dem Ziel Förderung der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Dosimetrie von ionisierender Strahlung) sowie die Dekanin der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät Professorin Natascha Oppelt.

Anschließend hält Professor Erwin O. Flückiger vom Physikalischen Institut der Universität Bern (Schweiz) einen Festvortrag mit dem Titel „60 Jahre Neutronenmonitor: Vom globalen Messnetz für kosmische Strahlung zur Echtzeitdatenbank Neutron Monitor Data Base und zu zertifizierten Weltraumwetter-Applikationen“. Flückiger will zeigen, warum die Neutronenmonitore auch nach 60 Jahren noch immer zu den wichtigsten Instrumenten zur Erforschung des Teilchen-Strahlungsumfelds der Erde zählen und eine einzigartige Überwachungs- und Alarmfunktionen übernehmen. Außerdem wird Flückiger auf die besondere Rolle der Kieler Neutronenmonitorstation eingehen und einen Ausblick auf mögliche Forschungsentwicklungen und Herausforderungen der Zukunft wagen.

Das Wichtigste in Kürze:
Was: Öffentliches Kolloquium „60 Jahre Neutronenmonitor Kiel“
Datum: Dienstag, 11.7.2017, 16:00 Uhr
Ort: Hans-Geiger-Hörsaal, Physikzentrum

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Neutronenmonitore stehen am besten in großer Höhe, wie hier in den Schweizer Bergen (Schutzhütte des Neutronenmonitors Jungfraujoch) und/oder in hohen geomagnetischen Breiten wie z.B. in Kiel. Diese Neutronenmonitorstationen nehmen wegen ihrer erhöhten Empfindlichkeit eine besondere Rolle im weltweiten Netzwerk ein.
Foto: Bütikofer

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Zum Kieler Neutronenmonitor:
Weltweit existieren heute rund 50 aktive Neutronenmonitore, um solare und galaktische kosmische Strahlung zu beobachten. Fast keiner davon ist so lange in Betrieb wie das Messgerät in Kiel. Seit 1957 laufen die Messungen an der Förde und liefern wichtige Langzeitdaten, um außergewöhnliche Strahlungs- und Weltraumwetterereignisse zu untersuchen. Insbesondere können während intensiven Sonnenstürmen Funk- oder Satellitenverbindungen gestört werden und zur Beeinträchtigung des Flugverkehrs oder von Weltraummissionen führen. Der Kieler Neutronenmonitor besteht aus insgesamt 18 Geiger-Müller-Zählrohren, die mit 4,5 Tonnen Polyäthylen sowie 30 Tonnen Blei ummantelt sind. Der Monitor steht im obersten Stock eines Gebäudes am Otto-Hahn-Platz. Lediglich die Elektronik musste im Laufe der Jahre aktualisiert werden, um schnellere Messungen und die Online-Veröffentlichung der Daten zu ermöglichen. An der Universität Kiel entstand auch die Idee eines elektronischen Netzwerks zwischen den weltweit angesiedelten Stationen. Sie stehen über die Datenbank NMDB (Neutron Monitor Data Base) in ständigem Austausch und liefern von ihren unterschiedlichen Positionen ein vollständiges Bild der Strahlungsaktivitäten aus dem Weltall. Die Messdaten des weltweiten Netzwerkes in NMDB bilden somit die Grundlagen für die EU-Projekte NMDB und HESPERIA, um Daten zum Weltraumwetter systematisch zu erfassen, zu analysieren und Vorhersagesysteme in Echtzeit zu erstellen.


Kontakt:
Professor Bernd Heber
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Tel.: +49 431 880 3955
E-Mail: heber@physik.uni-kiel.de

Dr. Christian T. Steigies
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Tel.: +49 431 880 1763
E-Mail: steigies@physik.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Julia Siekmann