Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Pressemeldung Nr. 101/2009 vom 07.10.2009


Universität Kiel und Deutsche Telekom richten erste Stiftungsprofessur für Sportrecht ein

Gesellschaftliche, wirtschaftliche und organisatorische Fragestellungen des Sportrechts im Fokus


Lehrstuhlinhaber Professor Martin Nolte: “Selbstregulierungskräfte des Sports stoßen an Grenzen.“

Ab dem Wintersemester 2009/2010 startet die neue Professur für Sportrecht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Es ist die erste Professur in Deutschland, die sich ausschließlich dem Sportrecht widmet. Lehrstuhlinhaber ist Professor Martin Nolte. Gestiftet wird die zunächst auf drei Jahre befristete Professur von der Deutschen Telekom AG.

Zukünftig sollen gesellschaftliche, wirtschaftliche und organisatorische Fragestellungen des Sportrechts erforscht und gelehrt werden. Hierzu gehören Korruption, Gewalt und Doping im Sport, seine Finanzierung durch privates Sponsoring und öffentliche Förderung sowie die Anpassung von Regelwerken an Vorgaben des internationalen, europäischen und nationalen Rechts.

Professor Martin Nolte hat sich nicht nur als Sportrechtler einen deutschlandweiten Namen gemacht, sondern ist auch Kenner des Sports: Er war selbst jahrelang erfolgreicher Leistungssportler und ist heute ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) sowie des Landessportverbandes Schleswig-Holstein.

“Sport ist von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung“, so Gerhard Fouquet, Präsident der Universität Kiel. “Er ist ein Element von Bildung, er verbindet und begeistert die Menschen und ist gleichzeitig ein wirtschaftlicher Motor. Aufgrund dieser Kombination ist es wichtig, sich mit einer verantwortbaren Praxis sowie den ethischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen. Deshalb ist es für die Landesuniversität bedeutsam, auf diesem Gebiet hoher gesellschaftlicher Relevanz zu forschen und zu lehren. Es freut mich sehr, dass wir mit der neuen Professur diesen Weg gehen können.“

“Es gibt noch zu viele rechtliche Grauzonen im Sponsoring. Hier steckt das Sportrecht immer noch in akademischen Kinderschuhen“, sagt Stephan Althoff, Sponsoring-Chef der Deutschen Telekom AG. “Auch in diesem Bereich wollen wir als Partner des Sports unterstützen und Verantwortung übernehmen.“

Die neue Professur ist am Institut für Sport- und Sportwissenschaften der Philosophischen Fakultät angesiedelt. Im fächerübergreifenden Austausch, insbesondere mit den Rechtswissenschaften, wird sich der neue Professor Nolte in Forschung und Lehre mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen des Sports aus dem Blickwinkel des geltenden und zukünftigen Rechts befassen. Hierbei stehen Themen wie beispielsweise strafrechtliche und kartellrechtliche Grenzen des Sponsorings, die Dopingproblematik, Werbeverbote oder Veranstalterschutzrechte im juristischen Fokus. Weitere Fragestellungen betreffen die zukünftige Gestaltung des Sportwettenmarktes in Deutschland, die Rolle der Medien speziell im Bereich der Sportberichterstattung und die steuerliche Begünstigung des Sports. Ferner geht es um die Bekämpfung der Gewalt im Sport und bei Sportveranstaltungen. Und letztlich stellt sich die Frage nach länderübergreifender Zusammenarbeit gegen kriminelle Aktivitäten wie Korruption, Geldwäsche und Dopingmittelhandel.

“Der Sport ist grundsätzlich autonom und löst daher auch Konflikte und Probleme zunächst selbst“, sagt Sportrechtler Nolte. “Es gibt jedoch immer mehr Bereiche, in denen die Selbstregulierungskräfte des Sports an ihre Grenzen stoßen.“ Die spezifischen Herausforderungen des Sportrechts lägen darin, die Wechselwirkungen zwischen Sportverbandsrecht und staatlichem Recht angemessen auszuloten und weiterzuentwickeln. “Das ist eine große Aufgabe, die eine Spezialisierung auf Sportrecht erfordert“, unterstreicht Professor Nolte.

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Bildunterschrift: Professor Dr. Martin Nolte
Copyright: CAU Kiel, Foto: Merle Zeigerer

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