CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePressePressemeldungsarchiv bis Mai 2018Nr. 22 / 2010

Pressemeldung Nr. 22/2010 vom 08.02.2010 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Dies ist das Archiv der alten Pressemeldungen (bis Mai 2018)
Zu den neuen Meldungen


Hitzestress beeinträchtigt Produktivität im Meer

Erste Kieler Masterstudentin untersucht Folgen des Klimawandels auf marine Ökosysteme


Die erste Masterarbeit, die an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Fachbereich Biological Oceanography abgeschlossen wurde, widmet sich einem meereswissenschaftlichen Thema. Dies ist die erste Masterarbeit im Bologna-Prozess.

Auch in den internationalen, englischsprachigen Studiengängen Climate Physics (IFM-GEOMAR) und Coastal Geosciences (Forschungs- und Technologie Zentrum Westküste) bestehen bereits Masterabschlüsse. Darüber hinaus gibt es an der Technischen Fakultät in den internationalen Studiengängen bereits Masterabschlüsse innerhalb des "international study program". Lena Eggers (27) untersuchte in ihrer Arbeit mit dem Titel "A simulated heatwave and dispersal enhance dominance and decrease community productivity in experimental metacommunities" die Folgen von Hitzestress auf kleine Meeresorganismen. Die Biologin arbeitet nun als Doktorandin am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

Auch wenn man angesichts des kalten Winters in Norddeutschland den Klimawandel verdrängen mag, er findet statt. Über Folgen für marine Mikroorganismen ist bislang wenig bekannt. Hitzewellen, wie sie als Folge der Klimaerwärmung häufiger auftreten können, sind nicht nur für Landlebewesen oder den Menschen gefährlich. Wie eine am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) angefertigte Masterarbeit im Fach "Biological Oceanography" zeigt, leiden auch Lebewesen im Wasser unter Hitzestress. Die Biologin Lena Eggers interessierte sich in ihrer Studie besonders für die ganz kleinen Organismen im Meer: benthische, also am Meeresboden lebende Kleinstalgen.

"Ich habe untersucht, welche Auswirkungen eine simulierte Hitzewelle und der Individuenaustausch zwischen heterogenen Habitaten auf die Vielfalt und Vermehrung benthischer Mikroalgengemeinschaften haben", erklärt Lena Eggers. Das Hauptergebnis ihrer Arbeit ist, dass das Zusammenspiel von Hitzewelle und Individuenaustausch zu einer Verschiebung hin zu einer weniger produktiven Mikroalgenart geführt hat.

In der Masterarbeit wurde weiter untersucht, ob sich biologisch vielfältige Gemeinschaften erholen, nachdem ein Hitzeereignis wieder abgeklungen ist. Dieses konnte nicht beobachtet werden. Im Gegenteil, die Gemeinschaften haben nicht wieder in ihre ursprüngliche Verteilung zurückgefunden, sondern blieben stabil in ihrem neuen unproduktiveren Status bestehen.

"Somit konnte ich in meinem Modellversuch zeigen, dass ein einziges extremes Wetterereignis ausreichend sein kann, die Ökosystemfunktion dauerhaft negativ zu beeinflussen", resümiert Lena Eggers.

Längst ist Kiel die erste Adresse in Deutschland für Ozean-, Erd- und Klimaforschung – auch für Studierende. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat als eine der ersten Hochschulen auf diesem Gebiet ein Paket neuer, aufeinander aufbauender Bachelor- und Masterstudiengänge geschnürt, das bereits 2007 offiziell von der Akkreditierungsagentur ASIIN zugelassen wurde. Das Studium ist eng mit dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR verbunden. Der Studiengang "Biological Oceanography" wurde im Jahr 2007 in Nachfolge des früheren Aufbaustudiums "Biologische Ozeanographie" an der CAU akkreditiert.

Lena Eggers legte ihren Bachelor ursprünglich an der Hochschule Bremerhaven ab. 2007 nahm sie ihr Masterstudium der Biological Oceanography an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf. Eggers wurde am IFM-GEOMAR in der Abteilung Experimentelle Ökologie von Dr. Birte Matthiessen und Professor Dr. Ulrich Sommer betreut. Sie fertigt zurzeit ihre Doktorarbeit im Bereich der Experimentellen Ökologie an.


Originalarbeit:
Eggers, L., 2009: A simulated heatwave and dispersal enhance dominance and decrease community productivity in experimental metacommunities, Masterthesis, Universität Kiel, 59 pp.


Bilder zum downloaden finden Sie unter:
www.ifm-geomar.de/presse


Kontakt:

Lena Eggers, MSc.
Tel. 0431/600-4410, leggers@ifm-geomar.de

Dr. Andreas Villwock, Öffentlichkeitsarbeit IFM-GEOMAR
Tel. 0431/600-2802, avillwock@ifm-geomar.de

Dr. Anke Feiler-Kramer, Pressestelle CAU
Tel. 0431/880-7110, afeiler-kramer@uv.uni-kiel.de


Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse und Kommunikation, Leiterin: Susanne Schuck, Text: Dr. Anke Feiler-Kramer
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de
Text / Redaktion: Dr. Anke Feiler-Kramer