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Pressemeldung Nr. 54/2010 vom 30.03.2010 | RSS | zur Druckfassung | Suche

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Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft verleiht Fakultätenpreis

Preisträger wurde an der Philosophischen Fakultät der CAU promoviert


Die Schleswig-Holsteinische Universitätsgesellschaft (SHUG) hat am Samstag, 27.03.2010, im Rahmen ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung zum zweiten Mal den Fakultätenpreis für eine hervorragende Dissertation an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verliehen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird seit 2010 von der Brunswiker Stiftung getragen.

Im jährlichen Wechsel erhält eine der acht Fakultäten an der CAU die Möglichkeit, eine Preisträgerin oder einen Preisträger vorzuschlagen. In diesem Jahr war die Philosophische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel vom Vorstand der SHUG aufgefordert worden, einen Kandidaten zu benennen. Neuer Preisträger ist der Latinist Dr. Peter Riedlberger mit seiner Arbeit über den spätantiken Dichter Gorippus.

Dr. Peter Riedlberger wurde in 2009 an der Philosophischen Fakultät der CAU promoviert. Seine mit "opus eximium" (außerordentliche Arbeit) bewertete Dissertation war betreut worden von Professor Thorsten Burkard, Institut für Klassische Philologie/Latinistik an der CAU. Zweitgutachter war Professor Markus Schauer, Lateinische Philologie an der Universität Bamberg. Als Drittgutachter hatte Professor Jan Radicke, Institut für Klassische Philologie/Latinistik an der CAU, die Arbeit bewertet.

Die Dissertation Dr. Riedlbergers mit dem Titel "Philologischer, historischer und liturgischer Kommentar zum 8. Buch der Johannis des Goripp nebst kritischer Edition und Übersetzung" überzeugte besonders durch die kritische Analyse der Johannis. Die Johannis ist ein lateinisches Epos, das um 550 nach Christi Geburt vom nordafrikanischen Dichter Gorippus geschrieben worden war. Das in Hexametern verfasste Lobgedicht schildert die Taten des byzantinischen Feldherrn Johannes im Krieg gegen die Berbervölker. Bisherige Forschungen waren immer davon ausgegangen, dass das Werk vor allem ein klassisches Lobgedicht auf einen prominenten Zeitgenossen war und Propagandazwecken diente, um die öffentliche Meinung auf raffinierte Weise zu manipulieren. Dr. Riedlberger hat nun gezeigt, dass für eine derartige Interpretation die Grundlagen fehlen.

Über seine Fähigkeit zur kritischen Analyse hinaus überzeugt Riedlberger durch sein breites Allgemeinwissen, seine Beherrschung unterschiedlicher Fachgebiete, vor allem aber durch seinen Forscherdrang und seine Skepsis gegenüber Autoritäten. Die Dissertation von Dr. Riedlberger ist ein Paradebeispiel für richtig verstandenes interdisziplinäres Arbeiten. Dass Dr. Riedlberger in der Lage ist, fachübergreifend erfolgreich zu arbeiten, verrät schließlich sein Werdegang. Nach seinem Magisterstudium in den klassischen Fächern Alte Geschichte, Lateinische Philologie und Archäologie an den Universitäten München, Freiburg und Paris wurde er zunächst IT-Spezialist. Nachdem er sich in der IT-Branche beruflich und finanziell hinreichend etabliert hatte, wagte er mit seiner Dissertation den entscheidenden beruflichen Schritt in Richtung Altertumskunde.



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