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Pressemeldung Nr. 43/2011 vom 12.05.2011 | zur Druckfassung | Suche


Freie Flächen für interdisziplinäre Arbeit

Richtfest des Zentrums für Molekulare Biowissenschaften


Das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) feierten heute das Richtfest des Zentrums für Molekulare Biowissenschaften (ZMB). Wissenschaftsminister Jost de Jager sagte, dass die Kosten für den Neubau in Höhe von rund 24 Millionen Euro vollständig vom Land getragen werden.

Auf sechs Stockwerken werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab März kommenden Jahres auf einer Nutzfläche von 3.100 Quadratmetern arbeiten und forschen. Davon sind rund zwei Drittel Laborflächen. “Der Neubau treibt die interdisziplinäre Forschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel weiter voran. Gerade unsere Exzellenzcluster 'Entzündung an Grenzflächen' und 'Ozean der Zukunft' sowie die Graduiertenschule 'Menschliche Entwicklung in Landschaften' erhalten hier einen gemeinsamen Anlaufpunkt für ausgezeichnete Forschung. Das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften steht für die hohe Stellung der Kieler Universität in der deutschen Forschungslandschaft“, sagte Professor Gerhard Fouquet, Präsident der Landesuniversität. In enger Zusammenarbeit planten Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät, Medizinische Fakultät und Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät das Gebäude. “Mit der Fertigstellung des ZMB festigt die Kieler Uni nicht nur ihre Funktion als Schleswig-Holsteinische Landesuniversität, sondern auch ihre herausragende Rolle im Konzert der norddeutschen Universitäten“, sagte de Jager. Die extravagante Architektur unterstreiche diese Rolle und mache neugierig auf das, was drinnen stattfindet.

“Ziel ist es, mit der außergewöhnlichen Architektur des Gebäudes schon von außen einen entsprechenden Rahmen für die Forschungen der Molekularen Biowissenschaften zu schaffen, die im Inneren des Gebäudes stattfinden“, erklärt Henrik Harms, Geschäftsführer der GMSH.

Interdisziplinarität und wissenschaftliche Interaktion bestimmen das Konzept des ZMB. Der Zusammenschluss von fachübergreifenden Forschungsgruppen bildet eine ideale Struktur für hochspezialisierte molekularbiologische und molekulargenetische Forschung. “Die Philosophie der gemeinsamen Nutzung von Forschungsinfrastruktur leben wir seit über zehn Jahren durch den Gerätepark des Zentrums für Biochemie und Molekularbiologie. Dieser Gerätepark wird als Labor für molekulare Biowissenschaften mit zusätzlicher Fläche im ZMB ausgestattet und dient damit einer breiten Nutzergemeinschaft“, sagte Professor Axel Scheidig, Direktor am ZMB.

Die Form des Gebäudes wird weiter aufgewertet durch die Gestaltung der Fassade. Sie besteht aus Streckmetall in einer hellen goldfarbenen Farbgebung, die sich im Spiel von Licht und Schatten unentwegt verändert. Dadurch wird sie sich ganz wesentlich von der umgebenden Bebauung abheben.

Ein besonderer Bestandteil des Neubaus wird die Genomdatenbank Popgen im Untergeschoss werden, die mit einem automatisierten, robotergestützten Probenlager ausgestattet sein wird. “Diese Datenbank ist in Deutschland einmalig. Sie hält rund 1,8 Millionen Proben, die von mehr als 200.000 Menschen aus Schleswig-Holstein stammen, auf -20 Grad Celsius bis -80 Grad Celsius für die Wissenschaft verfügbar. Popgen ist ein international sichtbares Biobank-Projekt, das mit einem Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie interdisziplinär arbeitenden Spezialistinnen und Spezialisten die Zukunft der Medizin in Kiel gestaltet“, sagt Professor Stefan Schreiber, Dekan der Medizinischen Fakultät. Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Medizin, Biologie, Informatik oder Sozialwissenschaft sind gemeinsam am Auf- und Ausbau der Biobank beteiligt. Popgen wird seit 2003 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Hintergrundinformationen zum ZMB:

Das Innere des Gebäudes steht ganz im Zeichen der Flexibilität. Das Foyer wird aus aufteilbaren Bereichen für Kommunikation und Begegnung bestehen. Die in der Gebäudemitte liegende Freitreppe, in deren Mitte ein Aufzug integriert ist, bestimmt die Innenarchitektur. Diese Mitte wird von zwei rechteckigen Gebäudekernen mit einem zweiten Aufzug flankiert. In den einzelnen Etagen sind auch Lager- und Serviceflächen untergebracht. An den Außenseiten der Kerne verlaufen die vertikalen Schächte, die die Ver- und Entsorgung des Gebäudes sicherstellen.

Die baulichen Voraussetzungen für die nötige Flexibilität sind zum einen die neu definierte Schnittstelle zwischen dem nutzungsneutralen Gebäude (Hülle, Gebäudetechnik) und den nutzerabhängigen Rauminstallationen (Medienführung, Arbeitsplatzeinrichtung), zum anderen die vollständige Entkoppelung von Medien und Mobiliar. Dies bedeutet in erster Linie eine flexible Medienversorgung beispielsweise über Medienflügel, die den Nutzeranforderungen kurzfristig angepasst werden können.

Die Labore werden über die am Gebäudekern liegenden Schächte mit Medien, Luft und Strom versorgt. Die Versorgung wird über unter der Decke liegende Kanäle, so genannte Medienflügel, an die einzelnen Arbeitsplätze geführt. Es werden nur die Medien an die Arbeitsplätze herangeführt, die dort für die jeweilige Aufgabenstellung benötigt werden. So kann die technische Ausstattung flexibel auf Einzelbedürfnisse sowie auf Forschungsgruppen abgestimmt werden.

Die Labormöbel sind nicht fest mit den Medienflügeln verbunden. Einzelne Module des Labormobiliars sind auf Rollen installiert. Dadurch lassen sich die Laborräume immer wieder an neue Forschungsaufgaben und neue Geräte anpassen.

Die Labor- und Büroeinheiten sind über die parallel laufenden Flure miteinander verbunden. Jedes Team hat so die Möglichkeit, sich Labor und Arbeitsplatz den Anforderungen entsprechend zusammenzustellen. Für Teamarbeit stehen für die Projektteams Besprechungsräume zur Verfügung. Unabhängig davon befinden sich in allen Geschossen räumlich abgeschlossene Büroräume, die projektbezogen und zeitlich befristet genutzt werden können.

Trotz aller Flexibilität wird es eine feste Aufteilung im Gebäude geben. Vom Untergeschoss bis zum zweiten Geschoss sowie in der vierten Etage finden eine Reihe von universitären Einrichtungen Raum für interdisziplinäre Forschung. Hier gibt es die Möglichkeit, Analysen, Sequenzierungen oder Genotypisierungen vorzunehmen. Zudem wird es auch ein DNA-Labor und Räume für die Zellbiologie geben.

Ein Sitzungssaal mit Platz für 100 Personen auf der vierten Etage rundet das Raumangebot ab. Im dritten Geschoss stehen zudem je nach Größe drei bis vier Mieteinheiten für Startup-Unternehmen der Biotechnologie-Branche zur Verfügung.

www.zmb.uni-kiel.de
www.popgen.de/
www.gmsh.de

Daten des Zentrums für molekulare Biowissenschaften (ZMB):
Baukosten: rund 18.897.000 Euro
Ersteinrichtung: rund 670.000 Euro
Baunebenkosten: rund 4.300.000 Euro
Gesamtherstellungskosten: rund 23.870.000 Euro
Baubeginn und Bauende: März 2010 bis März 2012

sechs Geschosse, inklusive Untergeschoss
3.100 Quadratmeter Nutzfläche, davon 2.100 Quadratmeter Laborfläche

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Bildunterschrift: Die Redner beim Richtfest: (v.l.) Prof. Gerhard Fouquet, Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Prof. Axel Scheidig, Leiter des ZMB, Prof. Stefan Schreiber, Dekan der Medizinischen Fakultät, Henrik Harms, Geschäftsführer der GMSH, Jost de Jager, Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr.
Copyright: CAU, Foto: Boris Pawlowski

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Bildunterschrift: Mit dem Richtfest geht die Bauphase in die nächste Runde. Bauende ist März 2012.
Copyright: CAU, Foto: Boris Pawlowski

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Bildunterschrift: Das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften nimmt Formen an. Sechs Geschosse inklusive Untergeschoss bilden die Plattform für vernetzte Forschung an der Christian-Albrechts-Universität. Copyright: CAU, Foto: Axel Scheidig

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Bildunterschrift: Der Bau des ZMB ging zügig voran: Die Amöbe ist bereits während des Baus zu erahnen.
Copyright: GMSH, Foto: photocompany gmbh

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Bildunterschrift: Gold schimmernd wie dieses Modell präsentiert sich das neue Zentrum für Molekulare Biowissenschaften ab dem kommenden Jahr. Copyright: HENN Architekten

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Bildunterschrift: Die Landesregierung investiert in den Bau rund 24 Millionen Euro. Copyright: GMSH

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Kontakt:
Cornelia Klaskala
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein
Telefon 0431/599-1101
cornelia.klaskala@gmsh.de



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