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Pressemeldung Nr. 68/2013 vom 08.03.2013 | zur Druckfassung | Suche

Resolution Schleswig-Holsteiner Hochschulpakt


Die Hochschulen in Schleswig-Holstein leiden seit Jahren an einer erheblichen strukturellen Unterfinanzierung. Eine zukunftsorientierte qualitative und nachhaltige Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen für unsere Studierenden, die mit der Konkurrenz nationaler und internationaler Hochschulen Schritt hält, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr umsetzbar. Vielmehr sind die Hochschulen gezwungen, sich an Mindeststandards zu orientieren und damit im Umkehrschluss der Möglichkeit entzogen, ihr Leistungsspektrum in Wissenschaft, Forschung und Lehre ihrem Potenzial entsprechend bestmöglich zu entfalten. Nichtsdestotrotz hat das Land Schleswig-Holstein bei den Ausgaben für Forschung und Lehre seit dem Jahr 2011 zudem rund 35 Millionen Euro eingespart (25 Millionen Euro durch Umwandlung von GEOMAR in ein Helmholtz-Institut, rund 10 Millionen Euro durch Kürzungen in der Universitätsmedizin).

Wir verkennen angesichts dieser Diagnose und vor dem Hintergrund einer Schuldenbremse nicht die erheblichen Leistungen des Landes im Rahmen des Hochschulpaktes. Die Fortführung bzw. Verlängerung des Paktes über das Jahr 2015 hinaus ist derzeit jedoch völlig offen und kann somit keine langfristige Planungsgrundlage für die Hochschulen sein.

Bestandteil politischer und hochschulischer Verantwortung ist es dagegen in jedem Falle, nachkommenden Generationen bestmögliche Studienbedingungen zu bieten, die junge Menschen motivieren, ihre akademische Ausbildung in unserem Land zu durchlaufen. Für die gesellschaftliche Entwicklung Schleswig-Holsteins sind und werden Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die auch im Land bleiben wollen, weil sie dort gut ausgebildet wurden und ihre Heimat gefunden haben, von unverzichtbarer Bedeutung.

Die Landesrektorenkonferenz richtet sich daher mit nachstehenden Forderungen an Landtag und Landesregierung, um die Qualität des Hochschulstandortes Schleswig-Holstein langfristig zu sichern:


  1. Den Hochschulen soll ab dem Jahr 2016 ein Sonderetat „Schleswig-Holsteinischer Hochschulpakt“ zugewiesen werden. Der Etat soll mindestens vier Prozent der derzeitigen jährlichen Zuwendungen des Landes an die Hochschulen, also 10 Millionen Euro umfassen. Die Mittel sollen ausschließlich zur qualitativen, nachhaltigen Verbesserung der Lehre und Ausbildung verwendet und unter Mitbestimmung der Studierenden eingesetzt und verteilt werden.

  2. Angesichts der Herausforderungen des doppelten Abiturjahrganges 2016 muss der Anteil des Landes auch über ein mögliches Ende des Hochschulpaktes hinaus bis mindestens zum 31.12.2022 zur Verfügung stehen, um einen Erhalt der Kapazitäten der Hochschulen zu gewährleisten. Zudem sollen sich Landtag und Landesregierung auf Bundesebene mit Nachdruck für eine Verlängerung des Hochschulpaktes einsetzen.

  3. Im Rahmen der neu auszuhandelnden Zielvereinbarungen bzw. des neuen Hochschulvertrages erachten die Hochschulen eine weitere Übernahme der Tarif- und Besoldungssteigerungen als Grundvoraussetzung für eine Unterzeichnung.

  4. Die Ziele und Forderungen des Zukunftspaktes Hochschulen bleiben davon unberührt bestehen.


    Kontakt:
    Professor Hanno Kirsch
    Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz
    Präsident der Fachhochschule Westküste
    Fritz-Thiedemann-Ring 20
    D-25746 Heide
    Telefon: 0481 / 8555 105
    Fax: 0481 / 8555 101
    E-Mail: kirsch@fh-westkueste.de