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Pressemeldung Nr. 130/2013 vom 15.05.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

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450 Leukämieforschende treffen sich in Kiel

24. I-BFM Jahrestagung mit Gästen aus über 50 Ländern


Die 24. Jahrestagung der internationalen BFM Studiengruppe (I-BFM) findet in diesem Jahr vom 17. bis 19. Mai im Audimax der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel statt. Das Treffen versammelt rund 450 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 50 Nationen, darunter weltweit namhafte Forschende, Medizinerinnen und Mediziner, die sich mit der Erforschung und Optimierung der Behandlungsmethoden kindlicher Leukämie befassen. Dieses Forum bietet eine einzigartige Möglichkeit zur wissenschaftlichen Fortbildung auf internationaler Ebene.

Professor Martin Schrappe, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und Vorsitzender der I-BFM Studiengruppe, ist Gastgeber der diesjährigen I-BFM Jahrestagung in Kiel. Die Klinik für Allgemeine Pädiatrie des UKSH am Campus Kiel beheimatet die derzeit in Europa umfassendste Studie zur Erforschung und Behandlung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) bei Kindern und Jugendlichen. „Das I-BFM Netzwerk spielt eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung unseres Studienprotokolls zur Verbesserung der Diagnostik und Therapie bei kindlicher Leukämie. Durch die vielen Daten, die weltweit gesammelt und im Rahmen von I-BFM analysiert und weitergeben werden, gewinnen wir laufend neue Erkenntnisse und können unsere Behandlung dadurch stetig verbessern. Leukämiekranke Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland profitieren von der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen von I-BFM“, so Schrappe.

Auf der I-BFM Jahrestagung werden aktuelle Forschungsergebnisse aus den einzelnen Studiengruppen präsentiert und diskutiert. „Dies ist durchaus ungewöhnlich in der Wissenschaft, da Daten vor Publikation normalerweise unter Verschluss gehalten werden. In der I-BFM Familie, wie wir uns gerne nennen, steht das gemeinsame Ziel, leukämiekranken Kindern zu helfen, an oberster Stelle. Deshalb präsentieren wir aktuelle Daten aus den Studien bereits vor Publikation in diesem Forum und diskutieren kritisch mit unseren Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Schrappe.

Zu den wissenschaftlichen Highlights bei der diesjährigen I-BFM Tagung zählen die ersten Ergebnisse zur umfassenden genetischen Aufschlüsselung dieser Erkrankung, die in Kürze bereits erste Therapieentscheidungen beeinflussen könnten. Bei genauerer Betrachtung zeige sich hier allerdings, dass sich die Biologie der Leukämie sogar von Patient zu Patient in vielen genetischen Details unterscheide: „Es ist wie früher unter dem Mikroskop: Wenn die Auflösung höher ist, erkennt man plötzlich neue Details, von deren Existenz man früher nichts geahnt hatte“, sagt Prof. Martin Schrappe. Neue Studienergebnisse gibt es auch bei der Blutstammzelltransplantation und bei der Immuntherapie, die immer gezieltere und auch schonendere Behandlungsformen umfasst und gerade für die therapieresistenten Formen der Leukämie eine wichtige Therapieoption darstellt.

Die BFM Studiengruppe wurde 1975 in Deutschland gegründet, als Hansjörg Riehm in Berlin (B), Bernhard Kornhuber in Frankfurt (F) und Günther Schellong in Münster (M) die erste Multicenter BFM-Studie initiierten. Das von Riehm entwickelte BFM-Behandlungskonzept basierte auf einer sehr intensiven Chemotherapie, bei der acht verschiedene Medikamente eingesetzt wurden. Diese Herangehensweise steigerte die Überlebensrate von Kindern und Jugendlichen mit akuter lymphoblastischer Leukämie immens. Seither ist das sogenannte BFM-Behandlungsrückgrat eine essentielle Komponente in vielen Behandlungsprotokollen bei Kindern und Erwachsenen. Das weit verbreitete BFM-Rückgrat hat als einigendes Merkmal zu erfolgreichen gemeinschaftlichen Weiterentwicklungen von Therapien durch eine wachsende Anzahl nationaler Studiengruppen geführt.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Prof. Dr. Martin Schrappe,
Tel.: 0431 597-1621, E-Mail: sekretariat@pediatrics.uni-kiel.de

Verantwortlich für diese Presseinformation:
Oliver Grieve, Pressesprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Mobil: 0173 4055 000,
E-Mail: oliver.grieve@uksh.de
Campus Kiel Arnold-Heller-Straße 3, Haus 31 24105 Kiel Tel.: 0431 597-5544 Fax: - 42 18
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