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Pressemeldung Nr. 134/2013 vom 17.05.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Universität Kiel verabschiedet Grundsätze zu verantwortungsvoller Forschung


In seiner Sitzung am 15. Mai hat der Akademische Senat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Regeln zum verantwortlichen Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken verabschiedet. Damit verpflichtet sich die Universität, bei Forschungsvorhaben nicht nur rechtliche Regelungen beispielsweise zum Schutz verfassungsrechtlich geschützter Güter zu beachten, sondern auch weitergehende ethische Grundsätze zu berücksichtigen.

Die Universität will mit der Satzung als ethischer Leitlinie Missbrauch von Forschung im Wege der Selbstregulierung verhindern und Risiken vermeiden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der CAU wird damit ein Verfahren an die Hand gegeben, um im Vorfeld und während eines Forschungsvorhabens ethische Zweifelsfragen besser lösen zu können.

Die verbindliche Satzung hält Forscherinnen und Forscher der Universität Kiel dazu an, bereits vor Aufnahme eines Forschungsvorhabens Risiken für den Menschen und die Umwelt zu prüfen. Dazu gehören auch mögliche Folgen der Forschung im Kontext des Vorhabens oder die Person eines Auftraggebers, einer Auftraggeberin selbst. Um Risiken zu minimieren, sollen Forschende Sicherheitsmaßnahmen treffen und so beispielsweise die Vertraulichkeit von Ergebnissen verbessern.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kooperationspartner sollen sorgfältig nach Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein ausgewählt werden. Insbesondere, wenn Ergebnisse risikoreicher Forschung leicht umsetzbar und zu großen Schäden führen könnten, sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verantwortungsvoll entscheiden, in welcher Form sie ihre Ergebnisse veröffentlichen. Auch einen völligen Verzicht auf Forschung, die nach Abwägung von Schaden und Nutzen nicht verantwortbar erscheint, schließen die Regeln ein.

Gebildet wird außerdem eine Ethikkommission, die die wissenschaftlichen Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Doktorandinnen und Doktoranden bei Fragen nach ethischen Grenzen ihrer Forschung berät. Sie besteht aus drei permanenten Mitgliedern der Universität, die unterschiedlichen Fächern angehören und über besondere Fachkenntnisse der Forschungsethik verfügen.

Dem wissenschaftlichen Nachwuchs soll außerdem frühzeitig der verantwortungsvolle Umgang mit Forschungsrisiken vermittelt werden: „Forschung ist eine der Grundlagen für die Fortschritte der Menschheit. Ihr Motor ist die Freiheit. Ihre Leitplanke ethische Verantwortung. Wie alle menschliche Invention birgt sie leider auch Gefahren. Forschungsergebnisse können missbraucht werden. Forschende – junge und alte – erhalten mit den verabschiedeten Grundsätzen in diesem komplexen Spannungsfeld von Nutzen und Risiken eine Orientierung“, kommentiert CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet.

Die Regeln zum verantwortlichen Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken an der CAU finden Sie hier: www.uni-kiel.de/download/pm/2013/2013-134-grundsaetze-forschungsfreiheit.pdf



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