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Pressemeldung Nr. 140/2013 vom 24.05.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

"Grüner Campus": Enormes Einsparpotenzial durch Verhaltensänderung


1,2 Millionen Euro beträgt das Potenzial an den Hochschulen des Landes, das nach Einschätzung der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz (EKSH) gespart werden könnte, wenn Beschäftigte und Studierende sparsamer mit Strom und Wärme umgehen. Gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hatte die EKSH Expertinnen und Experten aus Norddeutschland, Berlin und Freiburg am 23. Mai zur Fachtagung „Ziel: Grüner Campus – und alle machen mit!“ nach Kiel eingeladen. Die Veranstaltung stieß bei allen Hochschulen in Schleswig-Holstein auf eine gute Resonanz. Es wurden Lösungsansätze diskutiert, wie Hochschulmitglieder durch Information und Anreize zu Verhaltensänderungen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz gewonnen werden können.

Einleitend betonte der Präsident der Kieler Universität, Professor Gerhard Fouquet, die Bedeutung von Nachhaltigkeit. Er warf als Historiker einen kritischen Blick auf die konsumorientierte Neuzeit, der die Vormoderne in punkto Sparsamkeit und Wiederverwendung von Ressourcen oftmals voraus war. Über den langen Weg und die ersten Etappen auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule referierte Frank Eisoldt, Kanzler der CAU. Dabei unterstrich er die Rolle der Studierenden „als Nutzer und Akteure“ für das Ziel „Nachhaltigkeit“ und verwies auf die mit der Universität kooperierende Dalhousie University in Kanada, an der die Studierenden sehr stark in das Umweltmanagement eingebunden sind.

Professor Gerd Michelsen stellte anhand der Lehrstruktur der Leuphana Universität in Lüneburg vor, wie das Leitbild Nachhaltigkeit in der Universitätskultur verankert ist. Besonders prägend geschehe das vor allem in den völlig neu gestalteten Bachelorstudiengängen. An seiner Hochschule werde Nachhaltigkeit gelebt, unter anderem durch ein nachhaltiges, studentisches Eventmarketing mit Bio-Catering. Der gesamte Prozess brauche ein starkes Bekenntnis der Hochschulleitung, ebenso wie das Engagement der Lehrenden, aber auch Zeit und einen langen Atem.

Handlungsmöglichkeiten alleine reichen nicht aus, so Professor Ellen Matthies von der Universität Magdeburg, die das Forschungsprojekt „Change“ leitet, bei dem es um die Beteiligung am Energiesparen an Hochschulen ging. Voraussetzung für eine anhaltende Beteiligung am Klimaschutz ist, dass in den Hochschulen regelmäßig von den Aktionen und ihren Erfolgen berichtet wird. Ergebnis des Projekts ist ein Angebot für alle Hochschulen, die Verhaltenspotenziale beim Energiesparen nach gleichem und erprobtem Muster auszuschöpfen. Materialien und Handlungsanweisungen aus dem ursprünglich durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt stehen mittlerweile auf der Projekthomepage allen Interessierten zur freien Verfügung.

Ein schneller Erfolg beim Stromsparen konnte an der Universität Freiburg erzielt werden. Dort wurden Instrumente integriert, mit denen die „Stromsparer“ finanziell belohnt werden. So wurden eine Umweltprämie, Zero-Watt-Aktionen und Wettbewerbe ausgeschrieben, berichtete Dr. Jürgen Steck von der dortigen Stabsstelle Umweltschutz. Die in Freiburg durchgeführten Projekte werden ständig optimiert und fortgesetzt, Ziel ist die Ausweitung von den Pilotinstituten auf immer mehr Bereiche der Universität. Es habe sich bewährt, mit den Engagiertesten anzufangen. Der erkennbare Vorteil, den diese dann zum Beispiel durch Prämien haben, macht weitere Interessierte neugierig und unterstützt die Ausweitung der Aktivitäten.

Kanzler Frank Eisoldt resümierte: „Es hat sich gezeigt, dass der vom Präsidium eingeleitete Nachhaltigkeitsprozess richtig ist. Unsere ethische und betriebswirtschaftliche Verantwortung gebietet uns, personelle und finanzielle Ressourcen in ganzheitliche Maßnahmen zu investieren.“

Professor Hans-Jürgen Block, Geschäftsführer der EKSH, stellte für die EKSH fest, dass Energiesparen auch an der Hochschule kein Selbstgänger sei, vielmehr von der Hochschulleitung gewollt und von den Lehrenden, Forschenden, Studierenden und der Verwaltung auch gelebt werden muss. Nachhaltige Erfolge erforderten eine Anreizstruktur, die das eigene Engagement belohnt. Energiebewusste Institute sollten belohnt werden, wenn sie bei Strom und Wärme mit weniger Energie auskommen.

Die Veranstaltung war der Startschuss für einen breiten Partizipationsprozess zum Klimaschutz an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In den nächsten Monaten werden die Erfolg versprechenden Maßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, den gesamten Prozess transparent zu gestalten und die Erfahrungen an die anderen Hochschulen im Land Schleswig-Holstein weiterzugeben.


Mehr Informationen zur Tagung und zu einzelnen Vorträgen unter:
www.klik.uni-kiel.de/de/partizipation.
Forschungsprojekt „Change“: www.change-energie.de

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Die Lösung liegt nah: Expertinnen und Experten thematisieren die notwendige Verhaltensänderungen, um Strom und Wärme zu sparen.
Foto, Copyright: Kopytziok, CAU

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Kontakt:
Dr. Norbert Kopytziok
Projektleiter klik - klima konzept 2030
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel

Tel.: 0431/ 880-5400
E-Mail: nkopytziok@uv.uni-kiel.de
Web: www.klik.uni-kiel.de

Dr. Klaus Wortmann
Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH
Boschstr. 1
24118 Kiel

Tel. 0431-9805-880
E-Mail: wortmann@eksh.org
Web: www.eksh.org


Verantwortlich für den Pressetext:
Sabine Recupero, EKSH
recupero@eksh.org



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