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Pressemeldung Nr. 144/2013 vom 28.05.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

snow&eyes – Schneesport für Menschen mit Sehschädigung

Pilotprojekt der Uni Kiel und der Skischule Kiel erfolgreich in Norwegen gestartet


Einen steilen Hang hinunter zu fahren, erfordert oft schon von sehenden Skiläuferinnen und Skiläufern eine große Überwindung. In einem Pilotprojekt der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Skischule Kiel stellten sich drei sehbehinderte und eine blinde Skibegeisterte auf die Bretter. Ihren Skikurs absolvierten sie über Ostern in den Bergen Norwegens in Begleitung erfahrener Skilehrerinnen und Skilehrer sowie Kieler Sportstudierender. Heute (Dienstag, 28. Mai) stellten die Projektleiter von der Kieler Universität und der Skischule Kiel das Projekt „snow&eyes“ vor.

„Wir haben festgestellt, dass bei Menschen mit einer Sehschädigung die motorischen Fähigkeiten, die ja eigentlich durch die Behinderung nicht betroffen sind, stark eingeschränkt sind. Im Projekt snow&eyes wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, auf diesem Gebiet mehr erleben zu können und sicherer in ihren Bewegungen zu werden“, erklärt CAU-Sportmediziner Professor Burkhard Weisser den Ausgangspunkt des Projekts.

Die Aufgabe der Universität Kiel sei dabei, zukünftigen Sportlehrkräften Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit dieser speziellen Lernsituation beizubringen, ergänzt Andreas Märzhäuser, Dozent am Institut für Sportwissenschaft: „Unsere Absolventinnen und Absolventen sollen dafür sensibilisiert werden, welche Methoden und Hilfen Menschen mit einer Sehschädigung beim Skiunterricht brauchen, wie die besondere Kommunikation in solchen Situationen funktioniert, und sie sollen lernen, mit der hohen Verantwortung beim Skiunterricht mit Sehgeschädigten umzugehen.“

Insgesamt acht Skitage verbrachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Norwegischen Skigebiet. Gerd Wrobel von der Skischule Kiel, der den Anstoß zum Gemeinschaftsprojekt gab, betont: „Das Skigebiet in Hemsedal ist ideal geeignet für den Skiunterricht mit Sehgeschädigten. Auf den breiten und bestens präparierten Pisten können sie sich angstfrei bewegen.“ Durch eine enge Betreuung und den Einsatz von Headsets zur Tonübertragung fassten die Skifahrerinnen schnell Vertrauen. „Sie haben sich während des Kurses großartig weiterentwickelt und sind mit jedem Tag sicherer in ihren Bewegungen geworden.“

Die blinde Skischülerin Ninja Spielberg beeindruckte besonders mit ihrer Furchtlosigkeit: „Hemmung ist zwar immer da, aber ich bin ein Mensch, der gern etwas ausprobiert. Ich brauche eine Vorstellung von der Piste, deshalb ist es wichtig, dass sie mir beschrieben wird. Es war ein besonders schönes Gefühl, zusammen mit den anderen Skischülern zu fahren und das Gemeinschaftsgefühl zu erleben“, so die 18-jährige Schülerin.

Mithilfe vieler Unterstützer wie der Color Line GMBH oder des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbandes Schleswig Holstein war die Pilotphase des Projekts ein voller Erfolg. Die Color Line betont die enge Partnerschaft mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und „das Projekt Skischule für Blinde liegt uns besonders am Herzen“, so der Geschäftsführer der Color Line GmbH, Dr. Jörg Rudolph.

Im kommenden Winter soll das Angebot für zehn bis vierzehn Teilnehmende ausgeweitet werden. Um das Angebot aber ausbauen zu können, sind die Projektverantwortlichen auf weitere Unterstützung und Spenden angewiesen. Ein offizielles Spendenkonto wurde hierfür eingerichtet. Informationen erhalten Interessierte über das Institut für Sportwissenschaft. Auch Patenschaften für einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer können vermittelt werden.

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Kontakt:
Prof. Dr. med. Burkhard Weisser
Telefon: 0431 880-3775
E-Mail: bweisser@email.uni-kiel.de



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E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de
Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz