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Pressemeldung Nr. 261/2013 vom 19.09.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

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Hand in Hand: Ricarda-Huch-Schule und Uni Kiel starten Partnerschaft

RHS-Campus bietet Schülerinnen und Schülern frühzeitige Studienorientierung


Fünf, die Schule und Uni zusammen bringen; (oben, von links): RHS-Lehrer Dr. Matti Heise, CAU-Vizepräsident Professor Frank Kempken, RHS-Oberstufenleiter Jörg Jesper. (Unten): Marvin Eichholz (18) möchte Naturwissenschaften studieren, Anna Hölterhoff (16) muss sich noch entscheiden.
Copyright: CAU, Foto: Jürgen Haacks

Foto zum Herunterladen: www.uni-kiel.de/download/pm/2013/2013-261-1.jpg


Soll ich studieren? Und wenn ja, welches Fach passt zu mir? Um Schülerinnen und Schülern die Entscheidung für das passende Studium zu erleichtern, betreten die Kieler Ricarda-Huch-Schule (RHS) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Neuland. Mit der Gründung des RHS-Campus verzahnen beide Institutionen künftig ihre Angebote zur Berufsorientierung, Studien- und Berufsberatung. So sollen Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe passgenau auf ein späteres Universitätsstudium vorbereitet werden.

Der frühe Vogel fängt das richtige Studium

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe haben es nicht leicht, wenn es um die Studien- und Berufswahl geht. Das Angebot an Studienmöglichkeiten wird immer komplexer. Sie selbst werden durch das G8-Abitur immer jünger. „Darauf mussten wir reagieren“, beschreibt RHS-Oberstufenleiter Jörg Jesper die Ausgangslage. Gezielt wurde deshalb die bestehende Vorbereitungs- und Beratungsstruktur an der RHS mit berufsorientierenden Maßnahmen, Berufsberatung und den Studieninformationstagen an der CAU analysiert. Das Ergebnis: Sie sind zwar eine gute Grundlage, aber für Oberstufenschülerinnen und -schüler noch ausbaufähig, um Talente, Studienangebote und Erwartungen zur Deckung zu bringen.

Stabile Brücke zwischen Schule und Universität schaffen

Der RHS-Campus schließt diese Lücke. Er läuft ein Schuljahr lang und umfasst jeweils im ersten Jahr der Qualifikationsphase zwei Verstärkungsstunden. 40 Professoren, Professorinnen und Dozierende der CAU stehen dafür als Betreuerinnen und Betreuer zur Verfügung. Sie werden unterstützt von Doktorandinnen und Doktoranden, studentischen Hilfskräften oder Master-Studierenden. Koordiniert wird das Projekt von einem Team aus zehn Lehrkräften der RHS. Jedes Teammitglied betreut etwa acht Schülerinnen und Schüler, bewertet und benotet deren Leistungen. „Wir wollen damit frühzeitig eine fundierte Studienorientierung anbahnen und bei den Schülerinnen und Schülern Ängste vor der Universität abbauen. Gleichzeitig geht es uns darum, die Erwartungen von künftigen Studierenden und Dozierenden besser aufeinander abzustimmen. Dazu laden wir sie ein, Forschung und Lehre an der Universität, Studienstrukturen oder neue Fächer, die nicht in der Schule unterrichtet werden, zu erleben“, beschreibt CAU-Vizepräsident Professor Frank Kempken das Prinzip.

In sechs Phasen zum passenden Studienfach

In der ersten Phase des RHS-Campus im August und September eines Jahres erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen zum Studium, probieren online-Selbsttests zur Studienorientierung aus, nehmen am PerLE-Projekt „Ask a student“ teil, besuchen die Universitätsbibliothek, knüpfen persönliche Kontakte zu den Dozierenden und wählen eine Lehrveranstaltung in einem bestimmten Studienfach aus, die sie ein Semester lang besuchen möchten. Dabei nehmen in der Regel nicht mehr als vier Schülerinnen und Schüler an der gleichen Veranstaltung teil. In dieser Phase steht der Kontakt mit der Universität und das Kennenlernen akademischer Abläufe und Arbeitsweisen im Vordergrund. Parallel halten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der CAU an der RHS beim „Prof in touch“-Programm Vorträge zu aktuellen Forschungsthemen. Organisiert wird die Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs von einer der Profilklassen des 12. Jahrgangs – schülernah und ohne akademische Hürden.

Während der zweiten Phase von Oktober bis Januar besuchen die Schülerinnen und Schüler dann die von ihnen gewählten universitären Veranstaltungen. Es besteht Anwesenheitspflicht. Diese wird durch die universitären Betreuerinnen und Betreuer bescheinigt und von den schulischen Kolleginnen und Kollegen überprüft. Am Ende der Vorlesungszeit findet die zweite „Prof in touch“-Veranstaltung statt.

Phase drei besteht aus einem Kolloquium im Dezember oder Januar eines Jahres. Darin besprechen die Schülerinnen und Schüler mit ihrer betreuenden Lehrkraft ihre Erfahrungen des ersten Halbjahres. Zusätzlich werden in Abstimmung mit den Betreuerinnen und Betreuern an der Universität Lernfortschritte abgeprüft.

Während der vierten Phase von Januar bis März bearbeiten die Schülerinnen und Schüler schließlich eine kleine Aufgabe. Die Aufgabe wird von den universitären Betreuenden gestellt, betreut und bewertet. Die schulische Lehrkraft begleitet die Schülerin oder den Schüler bei der Umsetzung.

Phase 5 besteht aus dem Besuch der Studieninformationstage an der CAU im März. Es folgt eine weitere „Prof in touch“-Veranstaltung vor den Osterferien.

In der letzten Phase von April bis Juni wird das zweite Halbjahr ausgewertet und reflektiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Programm stellen dabei den Schülerinnen und Schülern des kommenden Jahrgangs ihre Arbeitsergebnisse vor. Geplant sind Ausstellungen, ein Vortragsabend oder einem Symposium, außerdem Formate wie Science-Slams oder Video-Projekte. Die Präsentationen werden benotet. Am Schuss gibt es eine individuelle Studienberatung.

Ingesamt bezeichnet RHS-Oberstufenleiter Jörg Jesper den RHS-Campus als einen „wichtigen Schritt in der Berufs- und Studienbetreuung an unserem Gymnasium. Mit der CAU haben wir jetzt einen starken Partner an unserer Seite, der durch das Programm motivierte Studierende bekommen kann. Für uns ist der RHS-Campus indes eine wunderbare Möglichkeit, die Ricarda-Huch-Schule von einer Schule neben der Universität zu einer Schule ‚mit‘ der Universität weiterzuentwickeln und so unser gymnasiales Profil zu schärfen.“
Weitere Informationen:
www.rhs-kiel.de/campus.php

Kontakt:
Jörg Jesper
Richarda-Huch-Schule Kiel
Tel.: 0431/26042810
E-Mail: oberstufe@rhs-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Text / Redaktion: ► Dr. Boris Pawlowski