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Pressemeldung Nr. 285/2013 vom 09.10.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Russischer BILDERSATZ

Universitätsbibliothek zeigt Ausstellung von Vladimir Sitnikov


In einer Bibliothek herrscht normalerweise Ordnung, meistens. Die Ausstellung des russischen Künstlers Vladimir Sitnikov spielt mit dieser Erwartung: Seine Bücher in Vitrinen zeigen Bilder und seine Bilder an den Wänden zeigen Worte, Wortfetzen, einzelne oder aufgereihte Buchstaben. In der aktuellen Ausstellung, die vom 17. Oktober bis zum 2. Februar 2014 in der Kieler Universitätsbibliothek zu sehen ist, werden in den Vitrinen Sitnikovs seit 2006 entstandene Künstlerbücher gezeigt. Er kombiniert dabei russisch-deutschsprachige Texte moderner Klassiker der russischen Literatur und eigene Themen mit seinen Illustrationen.

Neben den Künstlerbüchern zeigt die Ausstellung 60 Ölbilder des vielseitigen Künstlers im Untergeschoß der Bibliothek. Sitnikov setzt sich dabei immer wieder mit dem Thema „Sprache“ auseinander. Für die aktuelle Schau entstand 2013 die Serie „BILDERSATZ“, die 18 Ölbilder umfasst. Die Grenzen zwischen Bild und Text werden hier fließend. Auf den Bildern sind halbe, einzelne oder mehrere Buchstaben aufgereiht. Aneinandergefügt bilden sie einen unvollendeten Satz oder eben ein Bild, das für Interpretationen offen ist.

Aus dem Jahr 2011 stammt die Arbeit „Azbuka – Russisch für zuhause“. Die 18 kleinformatigen Ölbilder zeigen Buchstaben des russischen ABC als Ausschnitt der Wohnung Sitnikovs – die Sprache als Heimat in der Fremde. Zu sehen sind außerdem die Projekte „Orthographie“, erstmals 2012 in der Landesschau in Flensburg vorgestellt, und „Lautbilder – Kunstaktion: zwölf tragbare Bilder zum Protestieren, Manifestieren und Meditieren“, die ebenfalls 2012 in der Lessinghalle und im Kunstraum B erstmals präsentiert wurde.

Vladimir Sitnikov wurde 1958 in Moskau geboren und studierte an der dortigen Kunstakademie Buchgraphik. Diese Kunstgattung war seinerzeit eine der wenigen Möglichkeiten, relativ frei von ideologischer Kontrolle und totalitärer Ästhetik künstlerisch zu arbeiten, ohne die staatliche Legitimation zu verlieren. Viele renommierte russische Künstlerinnen und Künstler, zum Beispiel Ilja Kabakov, waren in dieser Kunstszene aktiv. Hier entstanden die Künstlerbücher der Moskauer Konzeptualisten, die eine Brücke bildeten zwischen Text und Bild, Kunst und Buch, offiziellem Kunstdiskurs und Samisdat-Literatur. Sitnikov lebt seit 18 Jahren in Kiel.
Das Plakat zur Ausstellung steht zum Download bereit:
Ausstellungsplakat

Kontakt:
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Tel.: 0431/880-2723
E-Mail:erdei@ub.uni-kiel.de



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