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Pressemeldung Nr. 299/2013 vom 21.10.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Studie: Gute Berufsaussichten für Absolventinnen und Absolventen der Uni Kiel

Rund 70 Prozent finden auf Anhieb ihren Wunschberuf


Über ein Viertel (28 Prozent) der Absolventinnen und Absolventen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) kommt innerhalb von drei Monaten im Berufsleben an. Nach einem Jahr geht etwa die Hälfte einer regulären sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das geht aus einer gemeinsamen Studie des Instituts für Regionalforschung der CAU und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Ausgewertet wurden dafür die Daten von über 28.000 Absolventinnen und Absolventen im Zeitraum von 1998 bis 2010.

Für die Statistik schauten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung von Professor Johannes Bröcker und Professorin Annekatrin Niebuhr an, wie gut den Kieler Universitätsabsolventinnen und -absolventen der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelingt und welche Faktoren diesen beeinflussen. Grundlage der Erhebung sind zum einen die Absolventenstatistik der CAU, zum anderen Integrierte Erwerbsbiographien des IAB. Diese setzen sich aus Meldungen zur Sozialversicherung und internen Leistungsstatistiken der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Ausklammern musste das Forschungsteam dabei verschiedene Berufsgruppen wie Beamte oder Selbstständige. „Für diese liegen häufig keine Meldungen bei der Sozialversicherung vor“, sagt Bröcker.

Zu über 70 Prozent, so die Studie, wählen ehemalige Studierende der Uni Kiel akademische Berufe, die typisch für das jeweilige studierte Fach sind. „Der erste Job nach dem Studium entspricht also überwiegend den Vorstellungen, die die Alumni während des Studiums haben“, erklärt André-René Wolf, Koautor der Studie. Ein großer Teil (38 Prozent) der Absolventinnen und Absolventen arbeitet der Studie nach als Arzt oder Ärztin, Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt, Gymnasiallehrerin oder -lehrer sowie in der Wissenschaft und freien Berufen. Fast ein Drittel nehmen kaufmännische Tätigkeiten als Bürofachkräfte, Bankkaufleute oder in der Datenverarbeitung auf. Knapp zehn Prozent ergreifen technische Berufe. 6,2 Prozent der Kieler Absolventinnen und Absolventen übernehmen beim Jobeinstieg gleich leitende Funktionen in Unternehmen und Verbänden. In ihrem ersten Job nach dem Studium an der CAU verdienen die Akademikerinnen und Akademiker zum Einstieg durchschnittlich über 2800 Euro brutto.

Auch drei Jahre nach dem Universitätsabschluss in Kiel, so belegt die Studie, haben Berufseinsteigerinnen und -einsteiger zumeist reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Vor allem der Anteil der Vollzeitstellen steigt in diesem Zeitraum noch einmal deutlich auf 44 Prozent an. Lediglich 5 Prozent der Absolventinnen und Absolventen waren nach drei Jahren arbeitslos gemeldet. Zudem bleibt über die Hälfte der ausgebildeten Fachkräfte, jährlich sind dies immerhin 1000 bis 1600 junge Menschen, Schleswig-Holstein erhalten.

„Der Erfolg unserer Alumni auf dem Arbeitsmarkt freut uns sehr. Er belegt, dass die Kieler Landesuniversität neben ihrer wissenschaftlichen Spitzenstellung im Land auch und gerade ihrer Funktion als Schmiede für Hochqualifizierte in beeindruckender Weise gerecht wird“, kommentiert CAU-Vizepräsident Frank Kempken die Ergebnisse. Die Studie zeige darüber hinaus die große wirtschaftliche Bedeutung der Christian-Albrechts-Universität für das nördlichste Bundesland.

Abschlussnote hat nur begrenzten Einfluss auf Erwerbserfolg

Absolventinnen und Absolventen mit überdurchschnittlicher Abschlussnote stiegen zwar zu einem größeren Teil direkt in eine reguläre Beschäftigung ein, auf den wichtigen Faktor Einstiegsgehalt, heißt es in der Studie, hatte die Note jedoch keinen nachweisbaren Einfluss. Erst drei Jahre nach dem Abschluss zeigten sich, abhängig von der Note, gewisse Gehaltsunterschiede. Absolventinnen und Absolventen, die bei ihr Studium besser abschnitten, wechselten auch seltener den Job, was die Forschenden als Hinweis auf bessere Passfähigkeit mit den Anforderungen der jeweiligen Stelle werten.

Studienfachwahl oft entscheidend

Vor allem Absolventinnen und Absolventen der Mathematik/Informatik, Medizin/Pharmazie und der Wirtschaftswissenschaften finden schnell Jobs, die ihrem Fachprofil entsprechen, und haben ein höheres Einstiegsgehalt als andere Fächer. Deutlich mehr als der Hälfte dieser Personengruppe gelingt der direkte Einstieg in eine Vollzeitstelle. Drei Jahre nach Studienabschluss haben 82 Prozent eine Vollzeitstelle inne.

Etwas schwieriger gestaltet sich der Weg ins Berufsleben für Alumni geistes-, sozial- und agrarwissenschaftlicher Studiengänge. Jeweils ein Drittel findet innerhalb eines halben Jahres ein reguläres Beschäftigungsverhältnis. Jedoch: „Der längere Eintrittszeitraum kann hier größere Chancen auf einen Arbeitsplatz widerspiegeln, der zur jeweiligen Qualifikation passt“, sagt Forscher Wolf. Innerhalb von zwei Jahren, so die Auswertung, seien bis zu 80 Prozent dieser Gruppe voll- oder teilzeitbeschäftigt.

Große Unterschiede bei den Geschlechtern

Frauen und Männer starten unterschiedlich erfolgreich ins Berufsleben. Laut Untersuchung brauchen Kieler Absolventinnen länger, bis sie eine reguläre Beschäftigung nach dem Studium finden, als ihre männlichen Kommilitonen. Das erste Beschäftigungsverhältnis ist auch seltener der fachlichen Qualifikation angemessen. So wechseln Absolventinnen häufiger den Betrieb als Absolventen. Noch deutlicher sind die Unterschiede beim Gehalt: Beim Berufseinstieg verdienen Frauen durchschnittlich 10 Prozent weniger als Männer.

Kieler Absolventinnen und Absolventen: erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt

„Kieler Akademikerinnen und Akademiker sind deutlich erfolgreicher als weniger qualifizierte Arbeitskräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt“, fasst André-René Wolf die Ergebnisse der Studie zusammen. Dies zeige sich vor allem in stabileren, besser entlohnten Beschäftigungsverhältnissen und einem geringen Risiko, arbeitslos zu werden. Studienfachwahl und Studienerfolg seien zwar individuell sehr wichtig. An sich eröffne aber der Hochschulabschluss selbst den Absolventinnen und Absolventen günstige Perspektiven in der Berufswelt.

Die vollständige Studie „Arbeitsmarkteintritt Kieler Universitätsabsolventen“ kann unter http://doku.iab.de/regional/N/2013/regional_n_0113.pdf eingesehen werden.

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Absolventinnen und Absolventen der Universität Kiel starten erfolgreich ins Berufsleben, zeigt eine neue Studie.
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Kontakt
Prof. Johannes Bröcker
Institut für Regionalforschung
Tel.: 0431/880 3276
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