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Pressemeldung Nr. 314/2013 vom 28.10.2013 | zur Druckfassung | Suche

Trauer um Professor Eugen Seibold

Begründer der Kieler Meeresgeologie und Gründungsdekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät verstorben


Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) trauert um Professor Eugen Seibold, der am 23. Oktober im Alter von 95 Jahren verstarb. „Die Kieler Universität verliert mit Eugen Seibold einen hochgeschätzten Impulsgeber seiner Zeit. Er prägte die Universität in einer Phase der großen Umbrüche und des Wachstums neuer Forschungsbereiche entscheidend mit. Wir werden Professor Seibold ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie“, sagt Universitätspräsident Professor Gerhard Fouquet.

Für Professor Ralph Schneider, Direktor des Instituts für Geowissenschaften an der Uni Kiel, war „Eugen Seibold der Begründer der modernen marinen Geowissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität und hat mit seinen Aktivitäten bereits in den 1970er Jahren die entscheidenden Weichen für die hohe internationale Sichtbarkeit des Kieler Standortes gesetzt. Sein Wirken war ohne Zweifel der Grundstein für die heutige Spitzenstellung der Kieler Meeresforschung.“

Der Geologe Eugen Seibold war ab 1958 an der Landesuniversität tätig, zunächst als Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts und Museums. Später wurde er zum ersten Dekan der aus der Philosophischen Fakultät gegründeten Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gewählt, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. „Professor Seibolds Entscheidungen als Gründungsdekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät haben bis heute noch Gültigkeit“, betont der heutige Dekan Professor Wolfgang J. Duschl. Zum Beispiel habe die Fakultät Seibold ihre Verbindung zu anderen Fakultäten zu verdanken. Dazu zähle zum Beispiel, dass das Institut für Ur- und Frühgeschichte auch der Philosophischen Fakultät angehört, was die fachübergreifende Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen erleichtere und die Interdisziplinarität der Kieler Universität unterstreiche, so Duschl.

Für seine Verdienste wurde Seibold vielfach geehrt. Er war Mitglied und Ehrenmitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle, der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Korrespondierendes Mitglied der Bayerischen, Göttinger, Kroatischen und der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Pariser Académie des Sciences. Ehrendoktorwürden verliehen ihm die Universitäten Norwich und Paris. 1983 wurde er mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zahlreiche Ehrungen würdigten die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen Seibolds. Gemeinsam mit dem amerikanischen Umweltschützer Lester Brown wurde Eugen Seibold 1994 von der japanischen Asahi Glass-Stiftung mit dem Blue Planet Prize, dem weltweit höchstdotierten Umweltpreis, ausgezeichnet. Von dem Preisgeld stiftete er gemeinsam mit seiner Frau Dr. Ilse Seibold der DFG den Grundstock zur Begründung eines Fonds. Daraus wird alle zwei Jahre der mit je 10.000 Euro dotierte Eugen und Ilse Seibold-Preis zur Förderung der Wissenschaft und zur Verständigung zwischen Deutschland und Japan verliehen. 2003 erhielt er die Walter Kertz-Medaille für seine Verdienste in der Geophysik sowie die Verdienstmedaille der Deutschen Akademie der Naturforscher „Leopoldina“.

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Professor Eugen Seibold
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Einige Lebensdaten (Quelle Deutsche Forschungsgemeinschaft):
11. 5.1918 geboren in Stuttgart
1949 Promotion
1951 Habilitation
1953 bis 1958 Professor für Allgemeine und Angewandte Geologie an der Universität Tübingen
1958 Ruf als Ordentlicher Professor und Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts an die Universität Kiel; Sein hauptsächliches Arbeitsgebiet: Meeresgeologie mit den Schwerpunkten Ost- und Nordsee, Indischer Ozean und das Seegebiet von Nordwestafrika. Eugen Seibold war außerdem Fahrtleiter auf den Forschungsschiffen „Meteor“, „Valdivia“, „Sonne“ und auf dem Tiefseebohrschiff „Glomar Challenger“.
1980 bis 1985 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft
1985 Honorarprofessor der Tongji-Universität Shanghai und der Universität Freiburg
23.10.2013 verstorben



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Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz