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Pressemeldung Nr. 318/2013 vom 30.10.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Grönland – Gewinner des Klimawandels?

Der Verein Deutsch-Dänische Gesellschaft lädt am 9. November zum Grönlandtag ein


Der Grönländische Eispanzer droht bald zu schmelzen - doch die meisten Grönländer freuen sich darüber. Bild: DDG


Noch lastet auf der riesigen Insel Grönland der mächtigste Eispanzer der Welt. Doch der Klimawandel lässt diese Gletschermassive erheblich schrumpfen. Die Insel, sechsmal so groß wie Deutschland, steht vor massiven ökologischen Veränderungen. Was aber nicht unbedingt negativ zu verstehen ist: Während der Großteil der Welt sich vor dem Klimawandel fürchtet, erwarten die rund 57.000 Einheimischen Grönlands eine verheißungsvolle Zukunft. Das mildere Klima erlaubt ihnen erste Versuche in der Landwirtschaft, die vorher undenkbar gewesen wären. Wird Grönland der Gewinner des Klimawandels? Diese Frage möchte die Deutsch-Dänische Gesellschaft e.V. (DDG) bei ihrem Grönlandtag am Samstag, 9. November, im Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beantworten.

„Vom Eise befreit – Grönlands Wege in die Zukunft“ lautet der Titel des Grönlandtages, bei dem unter anderem ein exklusives Interview mit der grönländischen Regierungschefin Aleqa Hammond gezeigt wird. Auch Professor Frederik Paulsen, Ehrenbürger und Förderer der CAU, erzählt anlässlich des Grönlandtages von seinen „Reisen zu den vier Nordpolen“. Atemberaubend sind die Erzählungen über seine Reise zum Meeresgrund: Denn als einer von nur sechs Augenzeugen war er in einem der Tauchboote, die 2007 die russische Flagge auf den Nordpol setzten – vier Kilometer unter der Meeresoberfläche.

Weitere Fragen rund um Grönland, wie zum Beispiel die kontroverse Debatte um Rohstoffe und deren Bergung, werden während der öffentlichen Veranstaltung thematisiert. So wird laut Forscherinnen und Forschern das schrumpfende Inlandeis seit Jahrmillionen begrabene Landflächen freilegen. Und die hier versteckten Bodenschätze sind heiß begehrt: Gold, Platin, seltene Erden und nicht zuletzt Rohöl versprechen den Grönländerinnen und Grönländern eine äußert reiche Zukunft. Zudem erhofft sich das Eiland durch eine Neuaufteilung der Weltmeere in sogenannte „nationale Wirtschaftszonen“ einen immensen Zuwachs an Seegebiet. Doch auch China und Russland haben auf die erhofften Gebiete und deren Ölvorkommen ein Auge geworfen. Die Pläne des noch unter Dänischer Krone stehenden Landes sorgen also für reichlich Zündstoff – auch weil das seit Jahren von Dänemarks Finanzspritzen abhängige Land die Unabhängigkeit anstrebt.

Das Wichtigste in Kürze:
Was:Grönlandtag der DDG „Vom Eise befreit – Grönlands Wege in die Zukunft“
Wann:Samstag, 9. November, 9:30 Uhr
Wo:Christian-Albrechts-Platz 2, Audimax, Hörsaal C, 24118 Kiel

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet hauptsächlich in deutscher Sprache statt.

Das vollständige Programm des Grönlandtages finden Sie hier:
bit.ly/groenlandtag

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Grönland hofft in der Zukunft auf große Gewinne durch Rohstoffe - vor allem Erdöl. Bild: DDG

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Der Grönländische Eispanzer droht bald zu schmelzen - doch die meisten Grönländer freuen sich darüber. Bild: DDG

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Weiterführende Informationen:

Die Bilder der spektakulären Aktion im Sommer 2007 liefen über die TV-Schirme rund um den Globus: mit Hilfe der beiden Tauchboote „MIR 1“ und „MIR 2“ hatte der Kreml in 4.261 Metern Wassertiefe die russische Flagge aus rostfreiem Titan in dem Meeresgrund rammen lassen – exakt auf der Position des Nordpols. Der politischen Welt war klar – damit hatte Moskau demonstrativ seinen durchaus strittigen Anspruch auf das polare Seegebiet dokumentiert. Und die vier anderen Anrainer des Arktischen Ozeans wussten nun: der Kampf um den Nordpol hat begonnen.

In Wirklichkeit aber kam die Initiative für diese Eisbrecher-Expedition, wie auch ein Großteil ihrer Finanzierung, gar nicht von russischer Seite sondern von einem in der Schweiz lebenden Privatmann, der enge Verbinden nach Kiel hat: dem Ehrenbürger der Christian-Albrechts-Universität, Professor Frederik Paulsen, Chairman des international arbeitenden Pharmakonzerns „Ferring“. Das symbolische submarine Flaggezeigen hatte nur sechs mit auf dem Meeresgrund abgetauchte Augenzeugen. Einer war Frederik Paulsen. Auf dem Grönlandtag der Deutsch-Dänischen Gesellschaft wird er zum ersten Mal in einem öffentlichen Forum über dieses Ereignis und die Hintergründe berichten. „Reisen zu den vier Nordpolen“ heißt sein Vortrag. Denn auch die anderen drei nördlichen Pole außer dem geografischen hat Paulsen mit seiner Leidenschaft für die Arktis in Expeditionen aufgesucht.

Sozusagen unmittelbar vom nördlichen Scheitelpunkt des Globus kommt der dänische Geophysiker Christian Marcussen zum Kieler Grönlandtag. Auf Einladung von Russland hatte er noch vor wenigen Tagen als einer der Fackelträgerinnen und -träger das Olympische Feuer zum Nordpol gebracht. Sein Thema während des Grönlandtages wird der „Kampf um den Nordpol“ sein, den sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Anrainer-Staaten des Polarmeeres in den letzten Jahren mit höchstem Forschungsaufwand liefern und wie sie zusammenarbeiten. Marcussens Schilderung kommt aus erster Hand. Denn er war bei vier dänischen Eisbrecher-Expeditionen der Leiter des Projekts „Grönlands Kontinentalsockel“. Die Ergebnisse sollen die grönländischen Gebietsansprüche bei der Aufteilung des Seegebiets um den Pol wissenschaftlich untermauern.

Weitere namhafte Expertinnen und Experten der CAU, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik werden sich aus fachlich unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Frage beschäftigen, ob die Insel mit ihren rund 57.000 Bewohnerinnen und Bewohnern zum großen Gewinner des Klimawandels wird, zu einem „global player“ in der Rohstoffversorgung der Welt von morgen. Die Sicht der Grönländerinnen und Grönländer auf die ihnen bevorstehenden fundamentalen Veränderungen ihrer Lebensumstände wird die neue Regierungschefin in Nuuk, Aleqa Hamond, ausführlich darlegen. Das eigens für den Grönlandtag aufgenommene Gespräch wird auf eine Leinwand übertragen und mit deutschen Untertiteln versehen.

Kontakt:
Deutsch-Dänische Gesellschaft e.V.
Tel:0431 / 56 43 90
E-Mail:info@deutschdaenischegesellschaft.de
Web:www.ddg-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Text / Redaktion: Sebastian Maas