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Pressemeldung Nr. 395/2013 vom 19.12.2013 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Gutachten über die regionale Bedeutung der Kieler Hochschulen liegt vor

Gute Aussichten für Hochschulstandort Kiel


Welche Bedeutung haben die Hochschulen für die Wirtschaft in der Region? Wie viel Potenzial steckt für die Landeshauptstadt in der Kreativwirtschaft? Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich ein Gutachten auseinander, das von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, der Landeshauptstadt Kiel sowie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Muthesius Kunsthochschule und der Fachhochschule Kiel in Auftrag gegeben wurde. Das 150 Seiten starke Gutachten wird am 18. Dezember dem Wirtschaftsausschuss der Landeshauptstadt vorgestellt.

Im Jahr 2011 haben die Partner einen Ausschuss „Hochschulen, Wirtschaft, Stadt“ gebildet, der die Region im Wettbewerb der Standorte stärken will. Dies soll durch eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten geschehen. Ziel ist es, ein innovations- und investitionsfreundliches Klima zu schaffen, das Unternehmensgründungen von Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen fördert.

Das erste gemeinsame Projekt des Ausschusses ist das Gutachten „Kiel – Standort für Wissenschaft, Innovation und Kreativität“. In diesem Gutachten wird untersucht, wie bedeutend die Hochschulen für die Region (Kiel, Neumünster, Landkreise Rendsburg-Eckernförde, Plön, Steinburg und Pinneberg) sind. Mit der Erstellung des nun vorliegenden Gutachtens wurde das Beratungsunternehmen Institut der Deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH (IW Consult GmbH) im September 2012 beauftragt.

Das Gutachten umfasst drei Schwerpunktbereiche: Den Kern der Untersuchung bildet die regionalwirtschaftliche Bedeutung der Hochschulen. Im zweiten Schwerpunktbereich wird der Wissenstransfer von den Hochschulen in die Wirtschaft ermittelt, in einem dritten die Kreativwirtschaft als ein bedeutender Standortfaktor untersucht.

Die Ergebnisse der Untersuchungen aus dem ersten Schwerpunktbereich zeigen, dass Kiel ein dynamischer Wissensstandort ist. Ein Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten des Dienstleistungssektors sind im Bereich wissensintensive Dienstleistungen tätig. Die Ergebnisse belegen, dass die Kieler Hochschulen wichtige Arbeitgeberinnen sind: Insgesamt sind rund 8.300 Arbeitsplätze in der Region auf ihre Existenz zurückzuführen. Weiterhin sichern die Hochschulen die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts durch die Ausbildung von Fachkräften.

In Zahlen bedeutet dies: Jeder durch die Hochschulen investierte Euro bringt der regionalen Wirtschaft 1,60 Euro. Jeder durch die Landesregierung investierte Euro bringt der regionalen Wirtschaft 2,36 Euro. Im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland sind dies sehr gute regionalwirtschaftliche Effekte.

Um den Umfang des Wissenstransfers einschätzen zu können, wurden Fachleute aus Hochschulen, Politik und Verwaltung interviewt. Unternehmen aus der Region wurden zu ihrer Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit mit den Hochschulen befragt und ob sie eine Intensivierung anstreben. Die Befragungen ergaben, dass die Unternehmen die Zusammenarbeit mit Kieler Hochschulen sehr positiv bewerten und erhebliches Potenzial zur Erweiterung der Zusammenarbeit durch eine Verbesserung der Infrastruktur sehen. Die Praxisorientierung der Hochschulen ist für sie ein entscheidendes Kriterium für das Zustandekommen von Kooperationen.

Insgesamt bescheinigen die Gutachter Kiel als Hochschulstandort sehr gute Zukunftsaussichten. Die Interviews mit den Expertinnen und Experten zeigten, dass die Exzellenz in der Forschung eine klare Stärke der Hochschulen am Standort ist, da sie die Region national sowie international repräsentieren und als Leuchttürme wirken. Das Gutachten zeigt, dass eine Verbesserung der Gründungskultur eine Aufgabe der Zukunft sein muss.

Die Kreativwirtschaft, allen voran die Software/Games- und Designwirtschaft, hat mit 2.800 Unternehmen und fast 900 Millionen Euro Umsatz große Bedeutung für die regionale Wirtschaft. Sie gibt wichtige Impulse für die Innovationsförderung und regt den Wissenstransfer mit Branchen außerhalb der Kreativwirtschaft an.

Zudem ergab die Unternehmensbefragung, dass es erhebliches Potenzial für Design-Dienstleistungen am Standort gibt. Dies sind die Teilmärkte der Kreativwirtschaft, die am stärksten den Wissenstransfer mit Branchen außerhalb der Kreativwirtschaft anregen und die den größten regionalen Nutzen haben. Sie sind sowohl stark gewinnorientiert als auch stark mit anderen Branchen verflochten.

In der Kreativwirtschaft sind Kreativquartiere zu verzeichnen. In Kiel konnten zwei Quartiere identifiziert werden, die aufgrund einer hohen Dichte an Unternehmen und Netzwerken aus der Kreativwirtschaft auf das Vorhandensein kreativer Milieus hindeuten. Hierbei handelt es sich um das „Muthesius-Quartier“ sowie das „Ostufer-Quartier“ um die Technische Fakultät der CAU, die Musikschule Kiel sowie die Fachhochschule Kiel und die Kreativwirtschaft im Ortsteil Gaarden. Neben diesen Kreativ-Quartieren gibt es in Kiel noch weitere Quartiere, wie das „CAU-Quartier“ und das „Maritime Viertel/Anscharpark“, in denen sich die Kreativwirtschaft zumindest ansatzweise etabliert hat.

Das Gutachten zeigt, dass auf eine stärkere Vernetzung der Akteurinnen und Akteure in diesem Bereich hingearbeitet werden muss. Außerdem ist es wichtig, die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der Kreativwirtschaft zu stärken. Am Standort Kiel muss neben der Branche Design auch die Software- und Games-Branche in den Vordergrund gerückt werden. Eine Profilschärfung für den Standort erscheint sinnvoll.

Die Gutachter empfehlen eine verbesserte Sichtbarkeit von Hochschulstandort und Kreativwirtschaft, eine intensivierte Gründungsförderung und Gründungsberatung für Hochschulangehörige sowie eine bessere Vernetzung zwischen wie auch innerhalb von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung.

Daher wird als nächster Schritt eine Projektgruppe für ein koordinierendes Projektmanagement eingerichtet, das Zeit- und Maßnahmenpläne zur Realisierung von Projekten im Frühjahr 2014 vorlegen wird.

Aufbauend auf dem Gutachten sollen die folgenden Themen gemeinsam bearbeitet werden: Gründungsunterstützung, Technologie- und Wissenstransfer, Talentmanagement und Internationalisierung.
Das komplette Gutachten:
www.uni-kiel.de/download/pm/2013/2013-395-hochschulgutachten.pdf

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Text / Redaktion: Annette Wiese-Krukowska