CAU - Universität Kiel
Sie sind hier: StartseitePressePressemeldungsarchiv bis Mai 2018Nr. 57 / 2014

Dies ist das Archiv der Pressemeldungen (bis Mai 2018)  Zu den neuen Meldungen

Pressemeldung Nr. 57/2014 vom 27.02.2014 | zur Druckfassung | Suche

Helfen Sport und Ernährung bei erblichem Brust- und Eierstockkrebs?

Neue Studie startet an der Kieler Universität


Ausreichend Bewegung und ein gesunder Lebensstil steigern das Wohlbefinden. An der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beginnt jetzt eine innovative Studie, bei der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, ob dieser positive Einfluss auch für erbliche Krebserkrankungen gilt. Die von der Deutschen Krebshilfe geförderte so genannte LIBRE-Studie (Lebensstil-Intervention bei Frauen mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs) startet derzeit in Kiel, Köln und München. Es soll untersucht werden, ob sich veränderte Lebensgewohnheiten durch gesunde Ernährung und Sport positiv auf die Gesundheit, körperliche Fitness und Lebensqualität von Frauen mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs auswirken.

Jährlich erkranken 75.000 Frauen in Deutschland an Brust- und Eierstockkrebs, das sind fast 30 Prozent der Krebserkrankungen bei Frauen insgesamt. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle ist die Erkrankung familiär (erblich) bedingt. Die betroffenen Frauen tragen in bestimmten Genen, genannt BRCA 1 und BRCA 2, eine Mutation, wodurch bei ihnen das Risiko, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken, bis zu 80 Prozent erhöht sein kann.

Für nicht erblichen Brust- und Eierstockkrebs belegen zahlreiche Studien, dass ausreichend körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, ein normales Körpergewicht und eine positive Lebenseinstellung das Erkrankungsrisiko und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. „Mit der LIBRE-Studie wollen wir daher jetzt einen solchen Zusammenhang zwischen dem Lebensstil und dem Ausbruch und Verlauf der Erkrankung auch bei familiärem Brustkrebs zeigen“, sagt Studienkoordinator Professor Wolf-Dieter Gerber, vom Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der CAU.

In der deutschlandweiten Studie untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst, ob sich ein strukturiertes Interventionsprogramm mit gesunder Ernährung und Sport bei Frauen, die ein erbliches Erkrankungsrisiko haben oder bereits erkrankt sind, positiv auswirken kann. „Die Studie basiert auf einem Gruppenvergleich“, erklärt Professor Burkhard Weisser, Institut für Sportwissenschaft der CAU, das Vorgehen. „Die Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe werden zu Beginn der Studie sportmedizinisch untersucht und erhalten eine umfassende Beratung zu Ernährung und körperlicher Fitness. Die Probandinnen aus der Interventionsgruppe erhalten drei Monate lang ein strukturiertes Sport- und Ernährungsprogramm unter ärztlicher Betreuung.“ Beide Gruppen werden nach drei Monaten und dann einmal jährlich medizinisch untersucht und befragt.

Neben Wolf-Dieter Gerber und Burkard Weisser sind weitere Wissenschaftler und Ärzte der CAU und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) beteiligt. Gemeinsam mit Professor Walter Jonat, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Professor Christoph Röcken, Institut für Pathologie und Professor Matthias Laudes, Klinik für Innere Medizin I, überprüfen sie, ob das Konzept zu einem verbesserten Gesundheitszustand, zu einer optimistischen Lebensperspektive und zu einer guten Stressverarbeitung beitragen kann. „Die Studie ist eine echte Chance!“, beschreibt Jonat die Möglichkeit, Sport und Ernährung unter anderem als Alternative zu einer präventiven Operation bei Frauen mit erblichem Brustkrebs zu bestätigen. Langfristig wollen sie mit der LIBRE-Studie Wege finden, um das Ausbruchsrisiko von erblichem Brust- und Eierstockkrebs zu senken, aber auch Heilungschancen zu verbessern und um einen Rückfall verhindern zu können.

Die LIBRE-Studie richtet sich daher sowohl an bereits erkrankte als auch an gesunde Frauen zwischen 18 und 70 Jahren, bei denen eine Mutation in den Genen BRCA 1 und BRCA 2 nachgewiesen wurde. Die Studie startet zunächst in den Studienzentren Kiel, Köln und München, in einem Jahr dann auch in zehn weiteren Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Deutschen Krebshilfe e.V. Die dreijährige Studie wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.


Weitere Informationen zur LIBRE-Studie unter:
Flyer LIBRE-Studie
www.frauenklinik.med.tum.de

Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
Bitte beachten Sie dabei unsere ► Hinweise zur Verwendung

Zum Vergrößern anklicken

Hilft Sport gegen Brustkrebs? Die LIBRE-Studie wird es zeigen. In dieser Woche startete das Studienzentrum Kiel mit den ersten Untersuchungen. Hier in der Sportmedizin der Kieler Universität wird zum Beispiel eine Leistungsdiagnostik mit Sauerstoffmessung durchgeführt. Im Bild von links: Burkhard Weisser und Wolf-Dieter Gerber.
Copyright: CAU, Foto: Claudia Eulitz

Foto zum Herunterladen:
www.uni-kiel.de/download/pm/2014/2014-057-1.jpg


Kontakte:
Prof. Wolf-Dieter Gerber
Institut für Medizinische Psychologie und Medizinischen Soziologie
Telefon: 0431- 65946 30
E-Mail: gerber@med-psych.uni-kiel.de

Prof. Burkhard Weisser
Institut für Sportwissenschaft
Telefon: 0431-880-3775
E-Mail: bweisser@email.uni-kiel.de

Prof. Walter Jonat
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Telefon: 0431-597-2040
E-Mail: jonat@email.uni-kiel.de

Prof. Matthias Laudes
Klinik für Innere Medizin I
Telefon: 0431-597-1380
E-Mail: matthias.laudes@uk-sh.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: ► presse@uv.uni-kiel.de
Text / Redaktion: Dr. Ann-Kathrin Wenke