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Pressemeldung Nr. 144/2014 vom 20.05.2014 | zur Druckfassung | Suche

Größte bundesweite Gesundheitsstudie: Kieler Studienzentrum startet in die Pilotphase


In den kommenden Monaten werden rund 10.000 Personen aus Kiel und Umgebung eingeladen, an Deutschlands größter Gesundheitsstudie „Nationale Kohorte“ (NaKo-Studie) teilzunehmen. Ziel der NaKo-Studie ist es, die Ursachen von Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs, Herzinfarkt oder Demenz aufzuklären. Das nördlichste NaKo-Studienzentrum der Republik in Kiel ist vollständig eingerichtet und startet jetzt mit der Pilotphase. „Wir hoffen auf eine große Unterstützung aus der Bevölkerung“, sagt Dr. Wolfgang Lieb, Professor für Epidemiologie an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Projektleiter der NaKo-Studie in Schleswig-Holstein. „Nur wenn sich möglichst viele untersuchen lassen, können wir langfristig besser verstehen, wie Zivilisationskrankheiten entstehen und wie wir uns vor diesen Erkrankungen schützen können.“ Nur mit diesem umfangreichen Wissen würde es möglich sein, Volkskrankheiten früher als bisher zu erkennen und gezielter behandeln zu können.

Per Zufallsprinzip werden mit Unterstützung der Einwohnermeldeämter Personen zwischen 20 und 69 Jahren aus Schleswig-Holstein ausgewählt und nach und nach in das Studienzentrum in der Kinderklinik am Kieler Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) eingeladen. Dort werden sie von erfahrenen Studienschwestern medizinisch untersucht und befragt. Nach fünf Jahren erfolgt eine Nachuntersuchung. „Die Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer sollten drei bis vier Stunden für die erste Untersuchung einplanen“, erklärt Dr. Imke Aits, Leiterin des Kieler Studienzentrums. Messungen von Blutdruck und Puls, der Lungenfunktion und des Herz-Kreislauf-Systems gehören ebenso zum Ablauf wie ein Zucker-Belastungstest und eine Blutabnahme. „Wir befragen die Teilnehmenden auch ausführlich zu ihren Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen“, sagt Aits. Die Untersuchungen und Befragungen erfolgen anhand festgelegter Standardprotokolle, um vergleichbare und damit statistisch verwertbare Daten zu erhalten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Studienzentrums speichern diese Daten zunächst vor Ort, bevor sie an eines von zwei sogenannten „Integrationszentren“ in Greifswald und Heidelberg überführt werden. Nur dort können interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler später einmal die Daten beantragen, um sie nach bestimmten Fragestellungen auszuwerten. Professor Michael Krawczak vom Institut für Medizinische Informatik und Statistik der CAU erklärt: „Alle in der NaKo-Studie gewonnenen Daten werden nur anonymisiert ausgewertet. Durch die dabei eingesetzten Verschlüsselungsverfahren wird ein sicherer und sensibler Umgang mit den Daten gewährleistet.“ Die Daten der NaKo-Studie sollen der Beantwortung nationaler und lokaler Forschungsfragen dienen. So wird sich unter anderem auch zeigen, welche Erkrankungen besonders in Schleswig-Holstein häufig vorkommen.

In einer ersten Test-Phase haben bereits 50 Personen die Abläufe im Studienzentrum absolviert. Über die nächsten vier Jahre werden die Bürgerinnen und Bürger in Kiel und Umgebung angeschrieben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoffen auf rund 10.000 Menschen, die der Einladung zur Teilnahme an der NaKo-Studie folgen. „Mit der NaKo-Studie wird eine sehr bedeutende Wissenschaftsressource geschaffen, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg ausgewertet werden kann und viele wichtige Erkenntnisse liefern wird“, sagt Lieb.

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Die Körperfettmessung ist eine der Untersuchungen, an denen die Probandinnen und Probanden teilnehmen werden. Das man davor keine Scheu haben muss, zeigen Thomas Mikusch, Proband der ersten Stunde, und Krankenschwester Andrea Koch.
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Beim Lungenfunktionstest lässt Krankenschwester Kerstin Arndt den Probanden Volker Salomo in ein Plastikröhrchen pusten. Untersuchungsergebnisse wie diese werden von allen Teilnehmenden gesammelt und zusammen geben sie unter anderem Aufschluss darüber, wie es um die Volksgesundheit in Deutschland bestellt ist.
Foto/Copyright: Claudia Eulitz, Uni Kiel

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Stellten heute das Studienzentrum Kiel bei einem Pressegespräch vor (von links): Dr. Ann-Kathrin Wenke, Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät, Professor Wolfgang Lieb, Projektleiter der NaKo-Studie in Schleswig-Holstein, Dr. Imke Aits, Leiterin des Kieler Studienzentrums, und Professor Michael Krawczak vom Institut für Medizinische Informatik und Statistik der CAU.
Foto/Copyright: Tebke Böschen, Uni Kiel

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Die NaKo-Studie ist die größte medizinische Gesundheitsstudie Deutschlands
Bundesweit werden dafür in 18 Studienzentren rund 200.000 Menschen ausführlich zu ihren Lebensgewohnheiten befragt und medizinisch untersucht. Der Erfolg der Studie hängt maßgeblich von einer hohen Teilnahmebereitschaft ab. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erwarten durch die NaKo-Studie neue Erkenntnisse über den Einfluss von erblichen Faktoren, Umweltbedingungen, sozialem Umfeld und Lebensstil auf die Entstehung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Darauf aufbauend wollen sie Strategien zur Früherkennung und Prävention von Zivilisationskrankheiten entwickeln. Finanziert wird die Studie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Helmholtz-Gemeinschaft, universitäre Partner und Forschungseinrichtungen der Länder. Der nördlichste Partner der NaKo-Studie ist das Institut für Epidemiologie der CAU.

Link zur Nationalen Kohorte: www.nationale-kohorte.de
Link zum Studienzentrum Kiel: www.epi.uni-kiel.de/de/nako-studie

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Lieb
Institut für Epidemiologie
Tel.: 0431/597-3677
E-Mail: wolfgang.lieb@epi.uni-kiel.de

Dr. Ann-Kathrin Wenke
Dekanat der Medizinischen Fakultät
Tel.: 0431/880-2126
E-Mail: wenke.dekanat@med.uni-kiel.de



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