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Pressemeldung Nr. 145/2014 vom 21.05.2014 | zur Druckfassung | Suche

Kuratorium pro Universitate: Öffentliche Debatte ist weiter nötig

Unterstützerkreis der Uni Kiel kritisiert Aufbau von Doppelstrukturen


Im Zuge der Diskussion über die Novellierung des Lehrkräftebildungsgesetzes in Schleswig-Holstein fordert das Kuratorium pro Universitate der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine umfassende öffentliche Diskussion über die Ziele, Umsetzung und Auswirkungen des geplanten Gesetzes. Diese Woche äußerten die Mitglieder des überparteilich besetzten Gremiums ihre Sorge über die wissenschaftspolitischen und finanziellen Konsequenzen der geplanten Lehramtsreform. Angesichts der Unterfinanzierung der schleswig-holsteinischen Hochschulen sei es grundsätzlich ein falsches Signal, zusätzliche Fächer auf fachwissenschaflichem Niveau in Flensburg aus- und aufzubauen, obwohl die notwendigen Ressourcen hierfür bei der CAU vorhanden seien“, beklagte der Kuratoriumsvorsitzende Klaus-Hinrich Vater.

„Das Kuratorium pro Universitate dankt dem Präsidium der CAU für sein engagiertes Eintreten in der Auseinandersetzung um die Lehramtsausbildung. Nur diesem Engagement ist es zu verdanken, dass ein Kompromiss gefunden wurde, der die zusätzlichen Kosten für den Doppelaufbau von Fächern auf ein gerade noch verträgliches Maß begrenzt. Umso wichtiger ist es nun, dass dieser Kompromiss konsequent durchgesetzt wird. Darüber hinausgehende Möglichkeiten eines weitergehenden Ausbaus paralleler Fächerstrukturen darf es nicht geben“, betonte der Vorsitzende weiter.

Insbesondere seien aus Sicht des Kuratoriums folgende Punkte bei der Umsetzung des Gesetzes zu berücksichtigen:

  1. Der Kompromiss muss in eine schriftliche Vertragsform gegossen werden, die über die Legislaturperiode hinaus verbindlich ist. In dieser sind die finanziellen Obergrenzen des Fächerausbaus aufzunehmen.

  2. Die Begrenzung der auszubauenden Fächer in Flensburg muss – anders als der Gesetzentwurf es derzeit vorsieht – gesetzlich fixiert werden.

  3. Der Aufbau kostenintensiver Infrastrukturen wie neue Gebäude, Labore oder Sportstätten in Flensburg muss ausgeschlossen sein.

  4. Möglichkeiten der Kooperation in der Lehramtsausbildung, die die CAU zum Beispiel mit dem geplanten Aufbau- oder Weiterbildungsmaster eröffnet hat, sind konsequent auszuschöpfen.


„Die Kuratoriumsmitglieder sind sich ferner einig darüber, dass die Qualitätsanforderungen an die Lehramtsausbildung in der Sekundarstufe II auf keinen Fall absinken dürfen“, forderte Vater. Das Land brauche hervorragend ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Dazu gehöre in der Sekundarstufe II neben der didaktischen nachweislich eine hohe fachwissenschaftliche Kompetenz. Studieneingangsqualifikationen und Curricula müssten daher in Kiel und Flensburg auf vergleichbarem, hohem Niveau sein. Dazu sei eine enge Kooperation der beiden Universitäten unabdingbar, aber auch der Wille der Landesregierung, nur akkreditierte Studiengänge zuzulassen und Qualitätsstandards konsequent zu sichern.

„Um die Diskussion über das Gesetz auch für die Öffentlichkeit transparent zu machen, fordern wir außerdem eine öffentlich nachvollziehbare, mündliche Anhörung im Landtag. Die Expertise insbesondere solcher externer Einrichtungen wie wissenschaftlicher Fachgesellschaften, der Hochschulrektorenkonferenz oder dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) ist der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und so in die parlamentarische Entscheidung einzubeziehen, dass sich die Öffentlichkeit ein umfassendes Bild von den Planungen und ihren Auswirkungen machen kann“, so Vater abschließend.

Im Kuratorium pro Universitate der CAU sind parteiübergreifend 29 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vereint, die der Landesuniversität auf besondere Weise verbunden sind. Die Kuratorinnen und Kuratoren sind berufen, die Kieler Universität in ihrer Größe und Bedeutung zu stärken, sie zu beraten und in Politik und Gesellschaft für ihre Förderung einzutreten.

Weitere Informationen über das Kuratorium pro Universitate der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel finden Sie hier: www.uni-kiel.de/foerderer/kuratorium.shtml

Kontakt:
Klaus-Hinrich Vater
Tel.: 0431/79966-0
E-Mail: hvater@vater-gruppe.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
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