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Pressemeldung Nr. 158/2014 vom 30.05.2014 | zur Druckfassung | Suche

Future Ocean Dialogue: Let‘s go Brazil!

Gemeinsame Pressemitteilung des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel


Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ eröffnet Wanderausstellung in Fortaleza

Für die Kieler Meeresforscherinnen und Meeresforscher ist Brasilien in diesem Sommer nicht nur wegen der Fußballweltmeisterschaft von besonderem Interesse. Zum Abschluss des deutsch-brasilianischen Jahres öffnet die internationale Wanderausstellung „Future Ocean Dialogue“, konzipiert vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel in Fortaleza ihre Pforten. Die Ausstellungseröffnung am Mittwoch im „Dragão do Mar“, dem wichtigsten Kultur- und Veranstaltungszentrum der 3-Millionen Metropole im Nordosten Brasiliens, war mehr als erfolgreich: Bereits am ersten Tag besuchten über 200 Interessierte, darunter viele Schülerinnen und Schüler, die Ausstellung. Auch das kommende Wochenende verspricht weiterhin starken Publikumsverkehr. Besucherinnen und Besucher sowie Premierengäste von DAAD, DWIH und deutscher Botschaft zeigten sich vom Konzept der Kieler Ausstellung beeindruckt.

Das Ausstellungsprojekt geht auf eine Einladung durch das Auswärtige Amt in Berlin zurück. Die in Kiel entwickelte, modulare und leicht zu transportierende Ausstellung ist eines der Highlights zum Abschluss des deutsch-brasilianischen Jahres 2013-2014 und wurde gemeinsam mit dem brasilianischen Projektpartner, dem Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) in São Paulo sowie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) organisiert. Ziel der Wanderausstellung ist es, aktuelle Fragen der Meeresforschung mit ihren interdisziplinären Lösungsansätzen zu vermitteln und gleichzeitig für den Forschungsstandort Deutschland und Kiel zu werben. Zielgruppen sind die interessierte Öffentlichkeit, Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Ausstellung wirft anhand einiger Beispiele Schlaglichter auf die Veränderungen der Weltmeere und die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Meer: Das Thema Ozean als Klimapuffer erläutert den Einfluss des Ozeans auf das globale Klimageschehen und zeigt, wie marine Lebensgemeinschaften auf ansteigende CO2-Konzentration reagieren. Im Bereich Nachhaltige Fischerei wird veranschaulicht, wie nachhaltiges Fischereimanagement einen Beitrag zur Bekämpfung der Überfischung der Weltmeere leisten kann. Globale, innovative Ozeanbeobachtungssysteme als Basis für moderne Meeresforschung sind das Thema im Modul Ozeanbeobachtung. Unter dem Begriff Küstenentwicklung wird vermittelt, wie der Mensch die Entwicklung von Küsten beeinflusst und wie nachhaltiges Küstenzonenmanagement zur Lösung von Nutzungskonflikten beiträgt. Müll im Meer ist ein sehr aktuelles Thema, dass auch in der Ausstellung aufgegriffen wird. Warum sammelt sich immer mehr davon in den Ozeanen, wie lange bleibt er dort und welche Auswirkungen hat er auf die marinen Ökosysteme? Abschließend vermittelt das Modul Rohstoffe aus der Tiefsee, wie der Meeresboden auf der Suche nach Ressourcen erforscht wird und welche Rohstoffe es dort gibt. Außerdem wird erläutert, wie eine künftige Nutzung auf internationaler Ebene rechtlich zu regeln ist und ob sie umweltverträglich gestaltet werden kann.

„Der Bezug zum Gastgeberland Brasilien war uns besonders wichtig, um die Menschen dort abzuholen, wo sie leben“, sagt Professor Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“. „Zum einen haben wir Ergebnisse von Kooperationen Kieler Wissenschaftler mit brasilianischen Partnern und Universitäten aufbereitet, zum anderen ist die Präsentation auch auf die dortigen Gegebenheiten abgestimmt“, so Visbeck weiter. Beispiele sind ein Küstenmanagement-Projekt aus dem Bundesstaat Pernambuco oder ein Blick in die Küstenentwicklung des Parnaiba-Deltas. Ferner greift das so genannte Fischlängenspiel auf die vor Brasilien vorkommenden Fischarten zurück. Wertvolle Unterstützung kommt zudem von den hoch motivierten einheimischen Guides, die mit ihrem breiten Ozean-Wissen die Inhalte der Ausstellung den brasilianischen Besuchern zusätzlich vermitteln können.

„Wir haben ein besonderes Augenmerk auf den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit gelegt“, erläutert die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit des Exzellenzcluster, Friederike Balzereit. „Besucher können Fragen und Feedback direkt an die Kieler Forscher richten“, so Balzereit weiter. Außerdem laden der Ausstellungsblog www.oceanblogs.org/futureoceandialogue und der neu gestaltete Internetauftritt www.futureocean.org/dialogue zur weiteren Information und zum Austausch ein. „Über diese Medien können Interessierte die Ausstellung virtuell besuchen, ohne vor Ort in Brasilien zu sein“.

Die Ausstellung wird im Laufe des Jahres weiter durch Brasilien touren, die Metropolen Rio de Janeiro im Juli und Natal im September stehen bereits als nächste Standorte fest. Und wenn der Ausstellungs-Container Ende 2014 dann wieder nach Kiel zurückkehrt, ist dies erst der Anfang: Die Ausstellung „Future Ocean Dialogue“ ist so angelegt, dass sie leicht an beliebige internationale Standorte anpassbar ist und so die Botschaft der Kieler Meereswissenschaften weiter in die Welt tragen wird.

Weiteres Bildmaterial zum Download unter:
www.futureocean.org/de/cluster/aktuelles/meldungen/2014/2014_05_28_ausstellungseroeffnung_fortaleza.php

Kontakt:
Friederike Balzereit
Öffentlichkeitsarbeit, Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“,
Telefon: 0431-880-3032
E-Mail: fbalzereit@uv.uni-kiel.de

Dr. Andreas Villwock
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Kommunikation & Medien
Telefon: 0431 600-2802
E-Mail: avillwock@geomar.de

Weitere Informationen:
Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Ausstellungs-Website „Future Ocean Dialogue“
Ausstellungsbegleitender Blog