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Pressemeldung Nr. 169/2014 vom 12.06.2014 | zur Druckfassung | Suche

Winzige Strukturen – Große Fußstapfen

Erste Diels-Planck-Lecture des Kieler Forschungsschwerpunktes Nanowissenschaften


Startschuss für eine neue Vortragsreihe: Der derzeit entstehende Forschungsschwerpunkt „Kiel Nano, Surface and Interface Science“ (KiNSIS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lädt alle Interessierten am Mittwoch, 18. Juni, zur ersten Diels-Planck-Lecture ein. Auf dem Campus der CAU begrüßt der Zusammenschluss von über 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vier Fakultäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als ersten Gastredner Dr. Gerhard Meyer vom IBM Research Lab in Zürich. Mit der Vortragsreihe, die fortan einmal im Jahr stattfinden wird, sollen international besonders herausragende Forscherinnen und Forscher der Nano- und Oberflächenwissenschaft geehrt werden.

Im Nanokosmos herrschen andere, nämlich quantenphysikalische Gesetze als in der makroskopischen Welt. Durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Materialwissenschaft, Chemie, Physik, Biologie, Elektrotechnik, Informatik, Lebensmitteltechnologie und verschiedenen medizinischen Fächern wollen die Kieler Forschenden umfassende Erkenntnisse über Nanopartikel und deren Wechselwirkungen an Oberflächen gewinnen und daraus Anwendungen ableiten.

„Der Kieler Schwerpunkt Nanowissenschaften und Oberflächenwissenschaften wird die Forschung vieler exzellenter Arbeitsgruppen bündeln. Er trägt so nicht nur dazu bei, das Profil der Christian-Albrechts-Universität zu schärfen, sondern auch Schleswig-Holstein zu einem innovativen Technologiestandort zu machen. Damit schaffen wir die Voraussetzung für künftige Erfolge in den großen Förderlinien des Bundes“, sagt CAU-Präsident Professor Lutz Kipp.

Dr. Gerhard Meyer, der die diesjährige Diels-Planck-Lecture halten wird, wurde für seine Arbeit im Bereich der Rastersondenmikroskopie bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Nanowissenschaftspreis und den Robert Wichard Pohl-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. 2012 erhielt sein Team den „Feynman Prize for Experiment“ des Foresight Institutes in Palo Alto, Kalifornien, USA. Mehr als 120 Publikationen hat Meyer veröffentlicht und über 100 Vorträge zu Oberflächen- und Nanowissenschaften gehalten. In seinem Kieler Vortrag berichtet er, wie mit neuesten Techniken atomare Strukturen sichtbar gemacht und sogar manipuliert werden können.

Der Name der Vortragsreihe geht auf die berühmten Väter der Kieler Nanoforschung, die Nobelpreisträger Max Planck und Otto Diels, zurück. Planck hatte seinerzeit den Grundstein der Quantenmechanik gelegt, die wiederum fundamental für die Forschung an Nanostrukturen ist. Die von Diels entdeckten Diels-Alder-Reaktionen spielen insbesondere bei der Synthese von Biomolekülen eine bedeutende Rolle und sind in der heutigen Nanotechnologie äußerst wichtig. Beide Forscherlegenden haben in Kiel gelebt und gelehrt.

Medienvertreterinnen und -vertreter sowie alle Interessierten sind zur ersten Diels-Planck-Lecture herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Abstract des Vortrags:
Direkte Abbildung der geometischen Struktur, der Orbitale und der internen Ladungsverteilung von einzelnen Molekülen mit dem Rastersondenmikroskop

G. Meyer
IBM Research - Zurich, 8803 Rüschlikon, Switzerland

Als bildgebendes Verfahren auf atomarer Skala ist die Rastersondenmikroskopie eines der wichtigsten Messverfahren in der Oberflächenphysik. Hierbei erlaubt insbesondere die Tieftemperatur-Rastersondenmikroskopie hochauflösendste Untersuchungen an einzelnen Adatomen und Molekülen. So wird gezeigt dass sich mit einem Tieftemperatur-Rasterkraftmikroskop (RKM) die atomare Struktur von Molekülen direkt abbilden lässt. Darüber hinaus können wichtige topographische Informationen wie Adsorptionsplatz, -höhe und -winkel als auch wichtige chemische Eigenschaften, wie zum Beispiel Unterschiede in der Bindungsordnung bestimmt werden. Betreibt man das RKM als Kelvinsondenkraftmikroskop, so kann ebenfalls die intramolekulare Ladungsverteilung abgebildet werden. Das Rastertunnelmikroskop (RTM) liefert zusätzlich detaillierte Informationen zur elektronischen Struktur, wie die Abbildung von Molekülorbitalen, was am Beispiel aromatischer Moleküle gezeigt wird. In allen Arbeiten wird die sogenannte atomare/molekulare Manipulation intensiv genutzt um zum einen chemische Bindungen zwischen einzelnen Atomen/Molekülen gezielt zu formen/brechen als auch um die Sondenspitzen mit speziellen Molekülen zu funktionalisieren. Es werden weiterhin Beispiele wie die Strukturbestimmung von Molekülen und die Untersuchung der Funktionsweise von molekularen Schaltern diskutiert.


Das Wichtigste in Kürze:
Was: Diels-Planck-Lecture von Dr. Gerhard Meyer, IBM Research Lab Zürich
Wann: Mittwoch, 18. Juni, 18:30 Uhr
Wo: Klaus-Murmann-Hörsaal, Leibnizstraße 1, 24118 Kiel

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Strukturen wie diese winzigen Zinkoxidkristalle werden von den Nanoforscherinnen und Nanoforschern an der Uni Kiel untersucht. Mit der neuen Diels-Planck-Lecture sollen die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Bereich geehrt werden.
Foto/Copyright: Xin Jin/CAU

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Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Adelung
Sprecher KiNSIS
Tel.: 0431/880-6116
E-Mail: ra@tf.uni-kiel.de

Prof. Dr. Olaf Magnussen
Sprecher KiNSIS
Tel.: 0431/880-5579
E-Mail: magnussen@physik.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: Denis Schimmelpfennig