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Pressemeldung Nr. 224/2014 vom 14.07.2014 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Gelebte Inklusion in der Lehramtsausbildung

Zentrum für Lehrerbildung bereitet auf inklusive Schule vor


Vergangenen Donnerstag (10. Juli) hat der Landtag die Reform der Lehramtsausbildung in Schleswig-Holstein beschlossen, welche unter anderem Inklusion als verpflichtenden Bestandteil des Lehramtsstudiums vorsieht. Das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat die Relevanz des Themas längst erkannt. Ebenfalls am 10. Juli fand die Abschlussveranstaltung des bereits zweiten Zertifikatkurses „Inklusive Schule“ statt. Dieser Kurs wird in Kooperation mit dem Jugendpfarramt in der Nordkirche Plön sowie mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut der Nordkirche angeboten.

Verschiedene Projektpartner in ganz Schleswig-Holstein boten achtzehn Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, im Laufe der letzten drei Monate Inklusion in Theorie und Praxis kennenzulernen. Der Kurs begann mit einem Auftaktwochenende in der Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte Koppelsberg in Plön. Hier diskutierten die Teilnehmenden untereinander sowie mit Expertinnen und Experten aus Politik, Vereinen und Verbänden über Möglichkeiten und Grenzen der Inklusion. In der Praxisphase besuchten die Studierenden Werkstätten, Wohnheime, Kindergärten und andere Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, wo sie alltägliche Aktivitäten begleiteten und eigene Projektideen umsetzten. „Mich hat besonders beeindruckt, dass kleine Kinder grundsätzlich ohne Vorurteile auf andere Menschen zugehen“, schildert Lehramtsstudentin Marie Wintjen ihre Erfahrung im Kindergarten Wahlstedt der Lebenshilfe Bad Segeberg. „Dessen sollte man sich als Lehrer immer bewusst bleiben, weshalb ein solcher Zertifikatskurs für uns Lehramtsstudierende eine große Bereicherung ist.“

Bei der Abschlussveranstaltung des Kurses nahmen die Teilnehmenden ihre Zertifikate entgegen und präsentierten außerdem ihre erfolgreich abgeschlossenen Projekte. Dabei handelte es sich unter anderem um einen Kochkurs bei der Marli GmbH in Lübeck, einen Hip-Hop Tanz Workshop bei Mixed Pickles e.V. in Lübeck und einen Dokumentarfilm über die Band und Theater AG der Kappelner Werkstätten.

Die Teilnehmenden berichteten aber auch über Schwierigkeiten, auf die sie während ihrer Projekte gestoßen sind. „Der Inklusionsgedanke ist in vielen Köpfen der Gesellschaft noch nicht präsent“, bedauert Melanie Klempiu, die im Rahmen des Kurses einen querschnittsgelähmten Jugendlichen betreut hat. Umso größer ist die Motivation bei ihr und bei den anderen angehenden Lehrkräften, sich weiterhin mit dem Thema auseinanderzusetzen und die angefangenen Projekte voranzutreiben. Professorin Birgit Brouër (ZfL) freut sich über dieses freiwillige Engagement: „Diese jungen Menschen sprechen nicht nur über Inklusion, sie leben sie.“ Um noch mehr motivierte Studierende zu erreichen, werden für das Profil Lehramt bereits im nächsten Wintersemester vier Seminare zum Thema „Inklusive Schule“ angeboten.

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Die Absolventinnen und Absolventen des Zertifikatkurses „Inklusive Schule“ mit Betreuerinnen und Betreuern. Foto/Copyright: Joanna Czerniawski/CAU

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E-Mail: korn@zfl.uni-kiel.de
Web: www.zfl.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: Joanna Czerniawski