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Pressemeldung Nr. 258/2014 vom 29.08.2014 | zur Druckfassung | Suche

Kosmische Strahlung und Kieler Technik auf dem Mars

Internationale Tagung an der Uni Kiel vom 1. bis 5. September


Rund 170 Astrophysikerinnen und Astrophysiker aus aller Welt sind in der ersten Septemberwoche zu Gast an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Beim 24. European Cosmic Ray Symposium (Europäisches Kosmische Strahlung Symposium) geht es um extreme Sonnenereignisse, das Weltraumwetter und dessen Folgen für unsere Gesundheit sowie um Dunkle Materie. In einem öffentlichen Vortrag berichtet Professor Robert Wimmer-Schweingruber, wie ein Kieler Strahlungsmessgerät auf dem Mars landete und jetzt dort Daten sammelt.

Hochkarätige Gäste werden im Physikzentrum der Uni Kiel Themen rund um die kosmische Strahlung vorstellen. Unter ihnen ist Hugh Hudson aus Berkeley, USA, einer der wichtigsten Forscher auf dem Gebiet der solaren Teilchenereignisse. Mit RHESSI, einem NASA-Röntgenteleskop, beobachtet er die Sonne. Babette Döbrich, eine junge Physikerin vom Deutschen Elektronen-Synchrotron in Hamburg, DESY, beschäftigt sich mit Dunkler Materie. Höchste Energien und ihre Anwendungsmöglichkeiten sind das Spezialgebiet von Andrea Chiavassa, der am astronomischen Observatorium in Nizza forscht. Auch er präsentiert neueste Erkenntnisse aus seiner Arbeit.

„Das Symposium vereint Forschende aus sehr unterschiedlichen Disziplinen von der Astrophysik bis zur Grundlagenphysik, die sich austauschen wollen. Dass so viele von ihnen nun nach Kiel kommen, ist ein großer Erfolg für die Landesuniversität, die schon lange die kosmische Strahlung erforscht und auf dem Gebiet mit führend ist“, freut sich CAU-Präsident Professor Lutz Kipp, selbst Physiker, über die große Resonanz. Am Montag, 1. September, wird er die internationalen Teilnehmenden gemeinsam mit Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer im Wissenschaftszentrum begrüßen.

Am Mittwoch, 3. September, um 19:00 Uhr sind alle Interessierten zum kostenfreien Vortrag „Von der Kieler Förde zum Mars“ eingeladen. Im Hans Geiger-Hörsaal in der Leibnizstraße 13 erzählt Professor Wimmer-Schweingruber, wie Kieler Forschende ein Messgerät entwickelten, das als Teil der NASA-Marsmission an Bord des Rovers Curiosity zum roten Planeten flog. Es misst dort die für Astronauten gefährliche Strahlung und liefert Daten, welche Rückschlüsse über das Überleben von Biosignaturen erlauben. Gäste erhalten so einen Einblick in neueste wissenschaftliche Erkenntnisse.

Die kosmische Strahlung wechselwirkt mit der Atmosphäre der Erde, wo sie unter anderem 14C erzeugt. Das radioaktive Kohlenstoffisotop ist für die Datierung von menschlichen Artefakten aus der Neuzeit wichtig. Es lieferte in der Diskussion des Klimawandels den schlagenden Beweis für den zunehmenden Einfluss der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Um die Geschichte des Klimas zuverlässig darstellen zu können, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie sich die kosmische Strahlung verändert. Da die kosmische Strahlung mit der Höhe zunimmt, stellt sie für beispielsweise für Pilotinnen und Piloten eine hohe Belastung dar. Noch extremer wird diese für Astronauten und Astronautinnen. Auch die CAU forscht auf diesen beiden Gebieten. Es wird angenommen, dass kosmische Strahlung auch mit Dunkler Materie wechselwirkt. Ihre Erforschung könnte Hinweise auf die Entstehung des Universums liefern.

Weitere Informationen unter
http://ulysses.physik.uni-kiel.de/ECRS-2014/index.php<7A>

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NASA-Rover Curiosity auf dem Mars. Mit an Bord ist ein Strahlungsmesser von der Uni Kiel.
Foto/Copyright: NASA/JPL-Caltech

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Kontakt:
Prof. Dr. Bernd Heber
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Tel.: 0431/880-3955
E-Mail: heber@physik.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Text / Redaktion: Denis Schimmelpfennig