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Pressemeldung Nr. 300/2014 vom 07.10.2014 | zur Druckfassung | Suche

Evolutionäres Wettrüsten

Jahrestagung zur „Wirt-Parasit-Koevolution“ von der Uni Kiel und vom GEOMAR veranstaltet


Wer in der Evolution die Oberhand behalten möchte, muss schnell sein. Zu dieser Erkenntnis kamen nationale und internationale Forschende bei der Jahrestagung des Schwerpunktprogramms „Wirt-Parasit-Koevolution“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Arbeitsgruppen (AG) der Professoren Hinrich Schulenburg von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Thorsten Reusch vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel veranstalteten vergangene Woche die viertägige Tagung, die von Arbeitsgruppen aus ganz Deutschland sowie von internationalen Vortragenden aus Kanada, Frankreich, England, Holland und Österreich besucht wurde.

In dem Schwerpunktprogramm, das zentral vom Kieler Umfeld mitgestaltet wird, erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie sich Wirte und Parasiten aneinander anpassen. Besonders interessiert sie die Evolutionsdynamik. Professor Schulenburg vom Zoologischen Institut der Uni Kiel erforscht in seiner AG Fadenwürmer als Wirte. Dabei geht es um die Frage, wie wichtig bei einem Parasitenauftreten die Größe der Wurmpopulation und die damit verbundene Diversität ist. „In Echtzeit lassen wir Evolution im Labor stattfinden. Wir sind überrascht, wie schnell sich die Fadenwürmer und Parasiten aneinander anpassen. Es entsteht eine Art Wettrüsten“, beobachtet Schulenburg und schlussfolgert, dass als Konsequenz Immunitätsgene zu den Genen gehören, die sich am schnellsten weiterentwickeln.

Als besondere Gastrednerin war Professorin Eva Stukenbrock eingeladen, die seit August dieses Jahres die neu eingerichtete Arbeitsgruppe Umweltgenomik ("Environmental Genomics") an der CAU leitet. Auf der Tagung hat sie ihre neuesten Ergebnisse zur Koevolution von potenziell krankmachenden (pathogenen) Pilzen und kultivierten Pflanzen vorgestellt. Stukenbrock: „Wir vermuten, dass die Domestizierung von Weizen den Pilz erst erschaffen hat.“ Je einheitlicher ein Feld von Jahr zu Jahr bewirtschaftet wird, desto besser können sich die Parasiten an den Weizen anpassen und die Ernte der Landwirte gefährden. Somit spielt das evolutionäre Wettrüsten von Wirt und Parasit auch für die Agrarindustrie eine große Rolle.

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Gruppenfoto der rund 60 Teilnehmenden an der Jahrestagung im Schloss Noer nördlich von Kiel.
Copyright/Foto: David Haase

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Mithilfe eines speziellen Computerprogramms werden Bakterien-Infektionen im Inneren des Fadenwurms ausgewertet, um die schnelle Anpassung der Krankheitserreger zu beurteilen.
Copyright/Foto: Raissa Nickel/Uni kiel

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Kleine schwarze Punkte auf der Oberfläche eines Weizenblatts weisen auf den Pilz „Zymoseptoria tritici“ hin, der die Blattfleckenkrankheit verursacht.
Copyright/Foto: Janine Haueisen

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Kontakt:
Professor Hinrich Schulenburg
Zoologisches Institut der CAU
Tel.: 0431/880-4141
E-Mail: hschulenburg@zoologie.uni-kiel.de

Professorin Eva Stukenbrock
Botanisches Institut
Tel.: 0431/880-6368
E-Mail: estukenbrock@bot.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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Text / Redaktion: ► Raissa Nickel