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Pressemeldung Nr. 364/2014 vom 10.11.2014 | zur Druckfassung | Suche

Auftakt für die Nationale Kohorte (NAKO)

Auch Kieler Studienzentrum ist startklar


Es ist so weit: heute (Montag, 10. November) geht Deutschlands größte Gesundheitsstudie an den Start. Zum offiziellen Auftakt luden Organisatoren, Förderer und Wegbegleiter des Projektes nach Essen in eines der 18 Studienzentren ein. In den nächsten vier Jahren sollen 200.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt werden. Ziel des in dieser Dimension bisher einmaligen Großprojektes ist die verbesserte Prävention, Früherkennung und Therapie der typischen Volkskrankheiten wie etwa Krebs, Diabetes und Demenz. Auch an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist ein Studienzentrum eingerichtet.

„Wir haben in den nächsten Jahren durch die Nationale Kohorte die große Chance, einen enormen Wissensschub im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erzielen. Alle achtzehn Studienzentren sind jetzt voll funktionsfähig. Das ist eine enorme Leistung aller Beteiligten der Nationalen Kohorte. Ich möchte nunmehr alle Bürgerinnen und Bürger, die einen Brief von der Nationalen Kohorte erhalten, dazu ermuntern, sich an der Studie zu beteiligen. Denn die Aussagekraft der Studienergebnisse ist umso höher, je mehr Bürgerinnen und Bürger sich aktiv beteiligen – und hiervon profitieren wir in Zukunft alle“, appellierte Professor Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung an die Bevölkerung.

Auch in Schleswig-Holstein werden in den kommenden vier Jahren rund 10.000 Personen aus Kiel und Umgebung eingeladen, an der NAKO-Studie teilzunehmen. Wissenschaftsministerin Kristin Alheit betont: „Schleswig-Holstein ist gut vorbereitet für das Projekt. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat mit unserer Unterstützung hervorragende Vorarbeit geleistet. Jetzt kommt es darauf an, dass möglichst viele der zufällig ausgewählten Menschen im Land mitmachen. Die Ergebnisse können einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit Aller leisten“. Das Land beteiligt sich an dem Projekt mit 150.000 Euro pro Jahr. „Im Studienzentrum ist alles bereit für die Untersuchungen. Wir haben alle Abläufe in einer Pilotphase ausführlich getestet und optimiert, um den Probandinnen und Probanden einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen“, sagte Dr. Wolfgang Lieb, Projektleiter der NAKO in Schleswig-Holstein und Professor für Epidemiologie an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die das Projekt unterstützt. „Eine aktive Teilnahme der Kieler Bevölkerung hilft uns, die Entstehung vieler Volkskrankheiten besser zu verstehen und effektive Präventionsstrategien zu entwickeln.“

Die wissenschaftliche Herausforderung der NAKO erläuterte Professor Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender des Vereins Nationale Kohorte e.V., so: „Das genaue Zusammenspiel der Faktoren, die bei der Entstehung einer Erkrankung wie Krebs eine Rolle spielen, kennen wir zum großen Teil noch nicht.“ Warum genau wird der Eine krank, der Andere aber bleibt gesund? Welchen Einfluss haben genetische Faktoren, Umwelteinflüsse oder aber die Arbeitswelt auf die Gesundheit des Einzelnen? „Um diese Frage beantworten zu können, sind wir auf detaillierte Informationen von möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern aus unterschiedlichem Lebensumfeld angewiesen“, so Professor Dr. Karl-Heinz Jöckel. Ob jünger oder älter, Frauen oder Männer, Stadt- oder Landbewohner, Familienmenschen oder Singles, alle sind für das Forschungsvorhaben gleichermaßen interessant und werden in den Studienzentren standardisiert untersucht und befragt. Mithilfe der so über die Jahre entstehenden Daten können konkrete Schutz- und Risikofaktoren identifiziert werden, die neue Ansätze für Prävention, Früherkennung und Therapie der typischen Volkskrankheiten bieten.

Mit der NAKO kommt nach intensiver Vorbereitung ein nationales Projekt von enormen Ausmaßen ins Rollen: 25 Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland sind beteiligt, 18 Studienzentren stehen bundesweit bereit, Bund, Länder und Helmholtz-Gemeinschaft fördern die Studie mit 210 Millionen Euro. „Helmholtz-Gemeinschaft, Universitäten, Leibniz-Gemeinschaft und Fraunhofer Gesellschaft – sie alle ziehen an einem Strang, um die NAKO zu einem gemeinsamen Erfolg zu führen“, betonte Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums sowie Vertreter der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Besonderheiten des Studiendesigns sicherten zudem den Anschluss der epidemiologischen Forschung an das internationale wissenschaftliche Umfeld.

Höchstes Maß an Sicherheit – für Menschen und Daten

In den Studienzentren erwartet die Bürgerinnen und Bürger ein breit angelegtes Untersuchungsprogramm, das Riechtests oder die Messung der Handgreifstärke ebenso umfasst wie EKG oder Blutdruckmessung. Das Studienprotokoll wurde gemäß den gesetzlichen Bestimmungen unter ethischen und datenschutzrechtlichen Aspekten einer strengen Prüfung unterzogen. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden wurde ein Datenschutzkonzept entwickelt, das Datenmissbrauch verhindert. „Unsere Probandinnen und Probanden spielen die Hauptrolle in diesem Stück, das da NAKO heißt. Nur durch ihre freiwillige Teilnahme aus Überzeugung und Begeisterung für das Projekt wird die NAKO Erfolg haben. Vor diesem Hintergrund ist es für uns von enormer Wichtigkeit, das Vertrauen eines jeden einzelnen Teilnehmers zu gewinnen und auch langfristig zu sichern“, stellte Professor Dr. Karl-Heinz Jöckel klar. Erste Voraussetzung dafür ist ein lupenreines und transparentes Datenschutzkonzept, das den rechtlichen und ethischen Anforderungen auf höchstem Niveau gerecht wird.

Link zur Nationalen Kohorte: www.nationale-kohorte.de
Link zum Studienzentrum Kiel: www.epi.uni-kiel.de/de/nako-studie

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Lieb
Institut für Epidemiologie
Tel.: 0431/597-3677
E-Mail: wolfgang.lieb@epi.uni-kiel.de

Dr. Ann-Kathrin Wenke
Dekanat der Medizinischen Fakultät
Tel.: 0431/880-2126
E-Mail: wenke.dekanat@med.uni-kiel.de



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