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Pressemeldung Nr. 399/2014 vom 01.12.2014 | zur Druckfassung | Suche

Deutsche Gesellschaft für Transitionsmedizin e.V. tagte in Kiel

Fachgesellschaften und Politik arbeiten Hand in Hand


Die Überleitung der Behandlung chronisch kranker Jugendlicher von der Kinder- und Jugendheilkunde in die Erwachsenenmedizin stellt eine große Herausforderung für Ärztinnen und Ärzte dar. Unterstützt von der Klinik für Neuropädiatrie der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) richtete die Deutsche Gesellschaft für Transitionsmedizin e.V. (DGfTM) am 28. und 29. November den 3. Kongress für Transitionsmedizin in Kiel aus, um sich über geeignete Strategien auszutauschen. Ehrengast war Lutz Stroppe, Staatssekretär des Bundesministeriums für Gesundheit. Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG ist Schirmherr der DGfTM.

Jugendliche mit chronischen Erkrankungen haben oft über Jahre eine enge Beziehung zu den behandelnden Ärztinnen und Ärzten aufgebaut. Der Übergang in die Angebote der Erwachsenmedizin verläuft nicht immer problemlos und führt mitunter auch zu einem zeitweiligen Abbruch der medizinischen Betreuung mit oft verheerenden Folgen. So sind zum Beispiel Abstoßungsraten nach Organtransplantationen in der Gruppe der jungen Erwachsenen am höchsten. Noch fehlen geeignete Strukturen im Gesundheitswesen, um diese Komplikationen zu verhindern. Die DGfTM hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, den Austausch zwischen den unterschiedlichen Disziplinen aus der Kinder- und Jugendheilkunde und der Erwachsenenmedizin zu fördern. „Im Kontakt mit anderen Fachgesellschaften und der Politik wollen wir die notwendigen Strukturen für einen erfolgreichen Übergang aus der Jugendheilkunde in die Erwachsenenmedizin schaffen“, beschrieb Dr. Martina Oldhafer, Vorsitzende und Mitbegründerin der DGfTM, beim diesjährigen Jahreskongress in Kiel das Ziel der gemeinsamen Arbeit.

Als wie wichtig das Thema „Transition“ auch in Politik und Gesellschaft wahrgenommen wird, betonte Staatssekretär Lutz Stroppe vom Bundesministerium für Gesundheit: „Wir benötigen entsprechende Versorgungsprogramme, die Kooperation und Koordination von Hilfsangeboten vorsehen. Hierzu gibt es bereits vielfältige Ansätze, die es zu verbreiten gilt. Ergänzend zu den bereits bestehenden Versorgungsangeboten wie zum Beispiel den Sozialpädiatrischen Zentren sollen zudem spezielle medizinische Zentren für die Behandlung von Erwachsenen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen ermächtigt werden können. Auch fördert das Bundesgesundheitsministerium aktuell die Entwicklung von speziellen Schulungsprogrammen, die sich an Jugendliche mit chronischen Erkrankungen richten, und die helfen, die Übergangsphase zu erleichtern.“

Unterstützt wird das Vorhaben der DGfTM auch von Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG: „In meiner Funktion als Schirmherr der Deutschen Gesellschaft für Transitionsmedizin e.V. möchte ich mein Engagement für ein besonderes Anliegen – die Förderung von Jugendgesundheit – zum Ausdruck bringen und bin begeistert, was diese junge medizinische Fachgesellschaft in den letzten zwei Jahren initiiert hat“, sagte Grube. „Nicht nur, dass sie auf eine wichtige Versorgungslücke im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht hat. Sie hat es durch vorbildliche interdisziplinäre Zusammenarbeit geschafft, die unterschiedlichen Professionellen zusammenzubringen. Ich bin stolz dazu zu gehören und diese Gesellschaft durch die Übernahme der Schirmherrschaft unterstützen zu können.“

Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus medizinischen und medizinnahen Bereichen war die Transition von Jugendlichen mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen. Transitionsmedizin sei ein Thema, das alle Bereiche der Medizin gleichermaßen betrifft, so unterschiedlich sie auch sein mögen, erklärte Kongresspräsident Professor Ulrich Stephani, Direktor der Klinik für Neuropädiatrie der Medizinischen Fakultät der CAU, am UKSH. „Durch den Austausch der unterschiedlichen Disziplinen können wir voneinander lernen und der Gesundheitspolitik Hinweise geben, wie der Übertritt von chronisch kranken Jugendlichen in die Erwachsenenmedizin gestaltet werden kann.“ Dr. Sarah von Spiczak, Organisatorin der Tagung und ärztliche Leiterin des Norddeutschen Epilepsiezentrums für Kinder und Jugendliche des Deutschen Roten Kreuzes, das den Kongress mit ausrichtete, ergänzte: „Am Beispiel der Kardiologie wollen wir von unseren europäischen Nachbarn lernen und mehr über Konzepte zur Transition aus Österreich und der Schweiz lernen.“ Eine bunte „Projektbörse“ stellte zudem viele kleinere Projekte zur Transition aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Medizin dar und zeigte vielfältige Lösungsmöglichkeiten für die letztlich häufig ähnlichen Probleme und Fragestellungen.

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Staatssekretär Lutz Stroppe, Bundesministerium für Gesundheit, sprach beim Kongress für Transitionsmedizin über die Herausforderung bei der medizinischen Betreuung junger Erwachsener.
Foto/Copyright: Bundesministerium für Gesundheit

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Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich Stephani
Klinik für Neuropädiatrie
Tel.: 0431/597-1761
E-Mail: stephani@pedneuro.uni-kiel.de

Dr. Sarah von Spiczak
Norddeutsches Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche
Tel.: 04307/909-201
E-Mail: s.spiczak@drk-sutz.de



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Text / Redaktion: Dr. Ann-Kathrin Wenke