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Pressemeldung Nr. 129/2015 vom 16.04.2015 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Schnecken einfach aus dem Beet aussperren

Firmenausgründung von Studierenden sucht Testerinnen und Tester


Unser Klima und die Gartenkultur haben es den eingewanderten braunen Nacktschnecken leicht gemacht, die häufigste Schneckenart Deutschlands zu werden. Die Antwort auf die „Schneckenplage“ sehen viele Menschen im Einsatz von Streugiften. Das Problem mit der sehr anpassungsfähigen Arion vulgaris wird durch Schneckenkorn allerdings nicht gelöst. Vor allem heimische Arten wie Weinbergschnecke, Wiedehopf und Igel leiden unter der viel zu selbstverständlichen Verwendung von Streugiften. Studierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) haben daher ein zuverlässiges, dauerhaft wirksames und ökologisch unbedenkliches Mittel gegen Schnecken entwickelt, das diese einfach aus den Beeten aussperrt. Um genauere Erkenntnisse über Bedarfe und Anwendungsmöglichkeiten zu erhalten, werden Testerinnen und Tester gesucht.

Biologiestudentin Nadine Sydow und Materialwissenschaftsstudent Sandro Böhm entwickelten in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe für Funktionelle Morphologie und Biomechanik am Zoologischen Institut der CAU ein neuartiges Material. „Es kann in flüssiger Form auf so gut wie jeden Untergrund aufgetragen werden – zum Beispiel auf Pflanzgefäßen, Terrassenstufen oder Beetumrandungen“, erklärt Nadine Sydow. Ist es getrocknet, können Schnecken auf der entstandenen Oberfläche nicht haften, so dass auch besonders hartnäckige Schneckenarten ferngehalten werden, die bisher nur durch den Einsatz von Giftstoffen wirkungsvoll bekämpft werden konnten. Sydow: „Der Anstrich enthält keine Giftstoffe, ist kostengünstig in der Herstellung und langlebig, sodass die behandelten Flächen monatelang schneckenfrei bleiben.“

Uni-Vizepräsidentin Karin Schwarz ist an der CAU für Technologietransfer zuständig: „Die Anwendbarkeit des bei uns generierten Wissens ist ein hohes Gut für die Gesellschaft. Um Erkenntnisse und Erfindungen wie diese auf den Markt zu bringen, unterstützen wir Forschende und Studierende mit einem eigenen Zentrum.“ Dieses Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) berät die beiden Studierenden auf ihrem Weg von der Idee zum eigenen Unternehmen. „Nadine und Sandro sind tolle Gründer“, schwärmt Anke Rasmus, Leiterin des ZfE. „Sie verfolgen ihre Idee mit sehr viel Leidenschaft und Engagement. Wir helfen ihnen, ihre Idee zu einem marktfähigen Produkt weiterzuentwickeln und ein passendes Geschäftsmodell dafür aufzusetzen. Und ein sehr wichtiges Punkt dabei ist die Meinung der Testgärtner – also der späteren Kunden.“

Noch bis Donnerstag, 30. April, können sich interessierte Gartenbesitzerinnen und -besitzer unter www.solvoluta.de/tga als Testpersonen bewerben, um das Produkt namens „Schnexagon“ im eigenen Garten anzuwenden und dadurch wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Produktentwickler Sandro Böhm ist optimistisch: „Das Feedback der 500 ersten Testerinnen und Tester soll helfen, unser ökologisches Antihaftmittel zu einer echten Alternative am Markt zu entwickeln und den Einsatz von Giften in Gärten dauerhaft zu verringern.“ Das Patentierungsverfahren läuft, die Unternehmensgründung wird vorbereitet, sodass „Schnexagon“ im Frühjahr 2016 den interessierten Gartenbesitzerinnen und -besitzern angeboten werden kann.

Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
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Nadine Sydow und Sandro Böhm wollen den ökologischen Schneckenschutz 2016 auf den Markt bringen. Zuvor suchen sie dafür Testpersonen.
Foto: Sebastian Maas

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Das nackte Grauen für Gärtnerinnen und Gärtner: Schnecken. Ein neues Material aus der Uni Kiel schützt Beete und schont die Umwelt.
Foto/Copyright: hintenrum/flickr CC by 2.0

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Weitere Informationen:
Mit Ihrer Produktidee gewannen Böhm und Sydow den ersten Preis beim Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein 2014. Die 5.000 Euro Preisgeld wurden von der Investitionsbank Schleswig-Holstein gestiftet.

Das Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) der Uni Kiel berät und unterstützt gründungsinteressierte Studierende, Forschende und Alumni in jeder Phase ihres Gründungsvorhabens. Zusammen mit Kooperationspartnern bietet das ZfE Informationsveranstaltungen und Workshops sowie Kontakte zu Mentoren an. Viele Fragen im Zusammenhang mit der Unternehmensgründung, etwa zum Geschäftsmodell oder zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten werden im Sommersemester in der Veranstaltungsreihe „start-up friday“ beantwortet.
Infos dazu unter: www.zfe.uni-kiel.de/de/veranstaltungen/start-up-friday

Kontakt:
Sandro Böhm
E-Mail: s.boehm@solvoluta.de
Web: www.solvoluta.de/ueber-uns/

Nadine Sydow
E-Mail: n.sydow@solvoluta.de
Web: www.solvoluta.de/ueber-uns/

Dr. Anke Rasmus
Leiterin des Zentrums für Entrepreneurship an der CAU
Tel.: 0431 / 880 4698
E-Mail: arasmus@uv.uni-kiel.de
Web: www.zfe.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Sebastian Maas