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Pressemeldung Nr. 162/2015 vom 13.05.2015 | english version | RSS | zur Druckfassung | Suche

Israelischer Staatspräsident besuchte Universität Kiel

Reuven Rivlin sprach mit Studierenden über deutsch-israelische Beziehungen



Besondere Ehre für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in ihrem 350. Jubiläumsjahr. Auf Einladung des Bundespräsidenten Joachim Gauck besucht der Präsident des Staates Israel, Reuven Rivlin, vom 10. bis zum 13. Mai Deutschland. Der Staatsbesuch steht im Zusammenhang mit dem 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland am 12. Mai 1965. Im Zuge dessen kam das Staatsoberhaupt heute (Mittwoch, 13. Mai) auch an die schleswig-holsteinische Landesuniversität. In Kiel tauschte sich Rivlin mit etwa 120 Studierenden und 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die deutsch-israelischen Beziehungen aus. Moderiert wurde die Veranstaltung von CAU-Vizepräsidentin Professorin Anja Pistor-Hatam. An der Veranstaltung nahmen auch der israelische Botschafter in Deutschland Yakov Hadas-Handelsman sowie zahlreiche internationale Gäste teil.

In seiner Begrüßungsrede beschrieb CAU-Präsident Professor Lutz Kipp, welche Bedeutung Wissenschaftsfreiheit, Pressefreiheit und eine unabhängige Justiz in den vergangenen 70 Jahren für die Demokratisierung Deutschlands und die Integration des Landes in die europäische und internationale Gemeinschaft hatten. Gerade die Wissenschaft könne ungeahnte Möglichkeiten bei der Bewältigung von Konflikten entfalten, sagte Kipp: „An der Universität Kiel glauben wir fest an den Geist der freien Wissenschaft und die Kraft kritischer Reflexion. Beide können einen Beitrag dazu leisten, Konflikte zwischen Staaten und Nationen zu befrieden. Wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass wir einander zuhören und argumentativ um den besten Weg ringen. Universitäten sind gute Orte, um solch ein Verständnis zu entwickeln und Vertrauen und Frieden zu schaffen.“

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin betonte: „Die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland waren nie selbstverständlich. Sie wurden über 50 Jahre geschaffen, auf der Grundlage von geteilten Werten. Heute ist die Freundschaft der beiden Länder nicht nur eine Freundschaft zwischen den Regierungen, sondern auch zwischen beiden Völkern. Es ist eine Freundschaft, die lebt und von uns und von Deutschland gestärkt wird. In den letzten Jahrzehnten haben israelische und deutsche Jugendliche zusammengearbeitet, um eine bessere Welt zu schaffen. Ein Beispiel für die freundschaftliche Kooperation sind die wunderbaren Projekte, die ich während meines Staatsbesuchs kennengelernt habe. Ich würde mich gern bei den jungen Menschen bedanken, die sich in gemeinsamen Projekten für den gegenseitigen Austausch einsetzen. Sie sind eine stetige Erinnerung daran, dass es sich lohnt sich für eine Welt zu engagieren, in der gegenseitiges Verständnis und Barmherzigkeit besteht. Es sind diese jungen Menschen, die uns immer wieder die Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben.“

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Anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel erläuterte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin Studierenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wie er die Situation im Mittleren Osten einschätzt.
Foto: Jürgen Haacks/CAU

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Warb an der Universität Kiel engagiert für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland: Israels Staatspräsident Reuven Rivlin.
Foto: Jürgen Haacks/CAU

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Warb an der Universität Kiel engagiert für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Israel und Deutschland: Israels Staatspräsident Reuven Rivlin. Moderiert wurde die Veranstaltung von CAU-Vizepräsidentin Professorin Anja Pistor-Hatam.
Foto: Jürgen Haacks/CAU

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Studierende der Universität Kiel stellten dem israelischen Staatspräsidenten Fragen. Student Marcel Kodura wollte von Reuven Rivlin zum Beispiel gerne wissen, welches Deutschlandbild heute in Israel vorherrscht.
Foto: Jürgen Haacks/CAU

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Studierende der Universität Kiel stellten dem israelischen Staatspräsidenten Fragen. Die armenisch-stämmige Doktorandin Lucie Chamlian wollte von Reuven Rivlin zum Beispiel gerne wissen, wie er den Begriff „Genozid“ definiert und ob aus seiner Sicht die Anerkennung eines Genozids durch einen Staat die Voraussetzung für eine friedliche Koexistenz ist.

Zuvor fragte der Doktorand Sebastian Bruns (im Bild links von Chamlian) nach Israels Erwartungen an Deutschlands Außenpolitik. Er bezog sich dabei auf Äußerungen des deutschen Bundepräsidenten Joachim Gauck, der angesichts der Verschlechterung der internationalen Sicherheitslage erst kürzlich forderte, dass Deutschland mehr internationale Verantwortung übernehmen müsse.

Foto: Jürgen Haacks/CAU

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Ein Staatspräsident, der das Gespräch mit Studierenden sucht: Auf die Frage des Studenten Pascal Andresen, wie bei einer Ein-Staaten-Lösung für Israel der Dialog mit der palästinensischen Seite ausgestaltet werden könnte, erläuterte Rivlin umfassend die israelische Perspektive. Die Komplexität der Lage in Israel mache eine schnelle Lösung unwahrscheinlich. Es brauche auf allen Seiten den Willen zum Frieden.
Foto: Jürgen Haacks/CAU

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