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Pressemeldung Nr. 239/2015 vom 02.07.2015 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Bischofsstadt ohne Bischof?

Geschichtswissenschaftliche Tagung im September an CAU


Jüngere Forschungsergebnisse geben Anlass, eine der Meistererzählungen der Stadtgeschichtsforschung zu überdenken: Die Vorstellung von den Unabhängigkeitsbewegungen in mittelalterlichen Bischofsstädten, die den Einfluss der Stadtherren vollkommen ausgeschaltet hätten. Das Historische Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lädt Ende September zu einer Tagung, um diese neue Faktenlage mit Fachpublikum, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit zu diskutieren.

„Die Vertreibung des Bischofs und die Verlegung der zentralen Residenz werden als Zäsur in der Geschichte einer Stadt verstanden“, erklärt der Kieler Geschichtsprofessor Andreas Bihrer. Und weiter: „Bisher ging man davon aus, die Stadt sei dann bis zum Ende des Alten Reichs als Reichsstadt oder als freie Stadt von einer bürgerlichen Obrigkeit unangefochten regiert worden.“ Neue wissenschaftliche Arbeiten zeichnen allerdings ein anderes Bild: In Teilen des Reichs konnten verschiedene Konstellationen beobachtet werden, zum Beispiel die Rückkehr des Bischofs oder die Regierung durch das Domkapitel. In zahlreichen Städten wurde die herrschaftliche Position des Bischofs nie in Frage gestellt.

Auf der Tagung von Donnerstag, 17. September, bis Samstag, 19. September, sprechen und diskutieren zahlreiche nationale und internationale Gäste über Themen wie residenzstädtische Eliten, die Bischöfe der Stadt Lübeck oder die Bedeutung von Rathausglocken zur Raummarkierung, wie Bihrer ergänzt: „Die Bischöfe waren ja selbst nach einem Auszug aus der Stadt weiterhin präsent an ihrem Bischofssitz, durch den Vollzug von Riten, die Architektur, die künstlerische Ausstattung der Bischofskirche oder die Pflege von Erinnerungsorten.“

Das vollständige Programm der Tagung:
http://bit.ly/tagung-bischof

Das Wichtigste in Kürze:
Was: Tagung „Bischofsstadt ohne Bischof? Präsenz, Interaktion und Hoforganisation in bischöflichen Städten des Mittelalters (1300–1600)“
Wann: Donnerstag, 17. September, bis Samstag, 19. September
Wo: Internationales Begegnungszentrum, Kiellinie 5, 24105 Kiel
Anmeldung: rahn@histosem.uni-kiel.de

Weitere Informationen:
Die Tagung entsteht in Kooperation mit dem Forschungsprojekt „Residenzstädte im Alten Reich (1300-1800) - Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde“. Das Projekt wird von der Göttinger Akademie der Wissenschaften am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz durchgeführt.

Zur Website des Projekts: http://adw-goe.de/forschung/forschungsprojekte-akademienprogramm/residenzstaedte/

Kontakt:
Professor Andreas Bihrer
Historisches Seminar
E-Mail: abihrer@email.uni-kiel.de
Tel.: 0431 / 880 - 2297



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Text / Redaktion: Sebastian Maas