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Pressemeldung Nr. 320/2015 vom 22.09.2015 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Verbundprojekt erforscht neuartige Züchtungstechnologien für Raps und Kartoffeln


An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist kürzlich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt „Neuartige Züchtungstechnologie in Raps und Kartoffel durch Implementation des TALEN- und CRISPR/Cas9 Systems zur gezielten Genom-Modifikation“ offiziell gestartet. Projektpartner sind neben der Abteilung für Molekulare Phytopathologie und Biotechnologie der CAU zwei Industriepartner, die Solana Research GmbH und die NPZ Innovation GmbH. Ziel des Verbundprojekts ist es, neue Methoden zur gezielten Gen-Inaktivierung im Kartoffel- und Rapsgenom zu erforschen.

Dabei sollen zwei in den vergangenen Jahren entwickelte molekulare Methoden dazu genutzt werden, sogenannte pflanzliche Anfälligkeitsfaktoren gegenüber den Pflanzenschädlingen Verticillium longisporum im Raps und Streptomyces scabies in der Kartoffel auszuschalten. „Diese Faktoren werden von den Pflanzenschädlingen benötigt, um ihre Wirtspflanzen erfolgreich zu befallen. Ihre Ausschaltung könnte daher zu einer erhöhten Resistenz der Pflanzen führen“, sagt Professor Daguang Cai, Leiter der Abteilung für Molekulare Phytopathologie und Biotechnologie und Mitglied des Forschungsschwerpunkts „Kiel Life Science“ an der CAU.

Die im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stehenden molekularen Methoden basieren auf den sogenannten TALEN- und CRISPR/Cas9-Proteinen, deren Grundstrukturen aus Bakterien stammen. Sie können derart angepasst werden, dass es erstmalig möglich ist, gezielte Veränderungen der genomischen Nukleinsäure-Sequenz der Pflanzen herbeizuführen. Diese Methodik wird bereits intensiv in der medizinischen Grundlagenforschung angewendet und konnte jüngst auch zur spezifischen Mutagenese von Pflanzengenomen eingesetzt werden. Trotz erster Erfolge solcher Anwendungen in Modellpflanzen ist ein routinemäßiger Einsatz in vielen Kulturpflanzen bisher nicht möglich.

Daher wird im Rahmen des Verbundprojekts ein flexibles und standardisiertes Protokoll zur Gen-Inaktivierung in Kartoffel und Raps entwickelt, das in relativ kurzer Zeit die Verbesserung von Qualitäts-, Ertrags- oder Resistenzeigenschaften ermöglichen soll. Darüber hinaus liefert das Projekt durch die Integration molekulargenetischer Vorgehensweisen eine innovative Vorlage für zukünftige Züchtungsstrategien und ist damit für die Forschung und Lehre an der CAU von höchstem Interesse.

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Kick-Off Meeting mit den verantwortlichen Projektpartnern: Maximilian Teutsch, Prof. Daguang Cai, Dr. Steffen Rietz, Dr. Jens Lübeck, Dr. Dirk Schenke (von links nach rechts).
Foto: Dr. Jan Menkhaus

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www.uni-kiel.de/download/pm/2015/2015-320-1.jpg


Kontakt:
Prof. Daguang Cai
Abt. Molekulare Phytopathologie und Biotechnologie,
Institut für Phytopathologie, CAU Kiel
Tel.: 0431-880-3215
E-Mail: dcai@phytomed.uni-kiel.de

Dr. Dirk Schenke
Abt. Molekulare Phytopathologie und Biotechnologie,
Institut für Phytopathologie, CAU Kiel
Tel.: 0431-880-4887
E-Mail: d.schenke@phytomed.uni-kiel.de

Dr. Jens Lübeck
Solana Research GmbH
Tel.: 04351-477216
E-Mail: jens.luebeck@solana-research.com

Dr. Steffen Rietz
NPZ Innovation GmbH
Tel.: 04351-736195
E-Mail: S.Rietz@npz-innovation.de

Weitere Informationen:
Abt. Molekulare Phytopathologie und Biotechnologie
Botanisches Institut und Botanischer Garten, CAU Kiel
www.molecular-phytopathology.uni-kiel.de/

Forschungsschwerpunkt „Kiel Life Science“, CAU Kiel
www.kls.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Christian Urban