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Pressemeldung Nr. 321/2015 vom 22.09.2015 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Ein Garten für den Major

Kieler Universität eröffnet Schaugarten in Erinnerung an den Gründer des ersten deutschen Universitäts-Gartens


Johann Daniel Major gehörte 1665 zur ersten Riege der Professoren an der frisch gegründeten Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Der Mediziner und Botaniker kämpfte vier harte Jahre einen erbitterten Papierkrieg mit der Regentschaft, bis er im Jahre 1669 endlich den ersten universitären Botanischen Garten eröffnen durfte – auf einem Teil des Kieler Schloßgartens, der ihm der von der Korrespondenz entnervte Herzog Christian-Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf letztlich zur Verfügung stellte. In Erinnerung an den Forscher Major und sein umfassendes wissenschaftliches Werk hat der Botanische Garten der Kieler Universität heute (Dienstag, 22. September) den „Major-Garten“ eröffnet.

Dr. Martin Nickol, Kustos des heutigen fünften Kieler Botanischen Gartens, beschreibt den Namensgeber als überragenden Universalgelehrten seiner Zeit: „Neben seiner botanischen Arbeit forschte er auch zum Blutkreislauf, legte die ersten Infusionen, veranstaltete öffentliche Sektionen und unternahm archäologische Ausgrabungen. Außerdem untersuchte er Muscheln und Münzen, begründete die Museumskunde und unternahm viele Forschungsreisen.“ Im Kieler Garten, der neben der Heil- und Zierpflanzenzucht auch Studenten und Bürgern zu Lehrzwecken diente, brachte er auf eigene Kosten ein beachtliches Repertoire an seltenen Pflanzen zusammen.

„Der jetzt eingeweihte neue Garten erinnert in seiner traditionellen Kreuzform an den Ursprungsgarten Majors, auch wenn dieser mit etwa 10.000 Quadratmetern bedeutend größer gewesen ist“, erklärte Nickol. In den nächsten Jahren wollen die Gärtnerinnen und Gärtner des Botanischen Gartens versuchen, die Bepflanzung des historischen Vorläufers zu rekonstruieren. Wegen der historischen Namensgebung ist dies aber nicht immer einfach: „Professor Major verwendete in seinen Aufzeichnungen noch nicht die heute gebräuchlichen Bezeichnungen und Parameter, die erst im 18. Jahrhundert durch den berühmten schwedischen Naturforscher Carl von Linné eingeführt wurden – es ist also einiges an Detektivarbeit gefragt.“

Der Major-Garten kann ab sofort zu den üblichen Öffnungszeiten des Botanischen Gartens besichtigt werden: www.botanischer-garten-kiel.de

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Die Gärtner Ole Lenschau (l.) und Stefan Gaeckel (r.) haben den Löwenanteil des Gartens gebaut und gepflanzt. Dr. Martin Nickol (m.) sorgte für das Konzept und recherchierte die historischen Daten.
Foto: Sebastian Maas, CAU

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Die „100-jährige“ Aloe gottorpiensis, wie Major sie nannte, heißt heute Agave americana. Auch blüht sie nicht nur einmal pro Jahrhundert, sondern alle 40 bis 50 Jahre. Trotzdem brachte die Beschreibung der blühenden Pflanze dem Wissenschaftler zu seiner Zeit großen Ruhm ein, sodass auch Carl von Linné sich in seinen Publikationen auf Major berief.
Foto: Sebastian Maas

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Die Infotafel am Eingang des Gartens.
Bild: Dr. Martin Nickol

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Kontakt:
Dr. Martin Nickol
Kustos des Botanischen Gartens
Tel.: 0431 / 880 4273
E-Mail: mnickol@bot.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: Sebastian Maas