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Pressemeldung Nr. 324/2015 vom 23.09.2015 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Werden die Deiche halten?

Fachleute diskutieren in Kiel Folgen des Klimawandels für den Boden


Die globale Erwärmung lässt nicht nur die Polkappen schmelzen und den Meeresspiegel ansteigen. Auch die Struktur der Böden ist von den Veränderungen betroffen. Das könnte weitreichende Folgen wie undichte Deiche und unfruchtbare Böden haben. Rund 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 40 Ländern tauschen sich seit heute (Mittwoch, 23. September) bis zum 26. September an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) über aktuelle Forschungsergebnisse in der Bodenproblematik aus.

Unterschätzen wir die Folgen der durch den Klimawandel veränderten Wasser-, Luft- und Wärmehaushalte in den Böden? Diese Frage steht zentral über der „SUSTAIN“ (engl. „erhalten“) genannten Tagung, wie Organisator Professor Rainer Horn vom Institut für Bodenkunde erklärt: „44 Prozent der Menschheit leben in vom Meeresanstieg bedrohten Gebieten. Undichte Deiche infolge von Veränderungen der Bodenstruktur könnten dramatische Folgen haben.“ Daneben sei auch die Ernährung der Weltbevölkerung durch Überbeanspruchung der endlichen Ressource Boden in Gefahr: „Die damit verbundenen Herausforderungen sind immens: Bei einer täglich allein in Deutschland zerstörten Bodenfläche von etwa 80 Hektar wird der Boden mit einer Weltbevölkerung von bald neun Milliarden Menschen zu einer immer knapperen Ressource“, sagt Bodenkundler Horn.

Auf Einladung des derzeitigen Präsidenten der Internationalen Bodenkunde Union Horn sprechen unter anderen Expertinnen und Experten aus den USA, Australien, China, der Schweiz und Schottland über den Zusammenhang von Klimawandel, Missmanagement und Bodenqualität. Schirmherr der Tagung ist Dr. Robert Habeck, Umweltminister Schleswig-Holsteins: „Böden sind unverzichtbare und unvermehrbare Lebensgrundlage für uns alle, und sie sind enorm wichtige Klimaschützer. Aber die Böden werden immer intensiver genutzt, Flächen gehen durch Versiegelung verloren. Deshalb müssen wir das Augenmerk verstärkt auf den Schutz richten. Wir brauchen weiterhin fruchtbare Böden, durch die unser Grundwasser und das Klima geschützt wird und auf denen gesunde Nahrungsmittel produziert werden können.“ CAU-Präsident Professor Lutz Kipp sieht die besondere Verantwortung der Landesuniversität, im internationalen Verbund Vorschläge und Lösungen für das globale Problem Klimawandel und Ernährung zu erarbeiten: „Der Erhalt der vielfältig genutzten und endlichen Ressource Boden ist ein globales Thema von immenser Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft. Die Christian-Albrechts-Universität bietet als Volluniversität geeignete Rahmenbedingungen, um derart weitreichende und komplexe Themen im internationalen Verbund der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu bearbeiten. Im wissenschaftlichen Zentrum von Schleswig-Holstein suchen wir nach innovativen Lösungen und entwickeln neue Technologien unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Vor allem aber bilden wir die Experten von morgen aus und sehen uns in der Verantwortung, Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft kompetent und verantwortungsvoll zu beraten und zu unterstützen.“

Am Ende der Tagung steht eine Exkursion, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bodenvielfalt Schleswig-Holsteins von der Jungmoränenlandschaft über die Geest bis in die Marsch kennen lernen können. Die Zusammenkunft der Expertinnen und Experten steht im Zeichen des Internationalen Jahres des Bodens. Dieses wurde auf Initiative der Internationalen Union der Bodenwissenschaften (IUSS), des thailändischen Königs, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und schließlich der Generalversammlung der UN ausgerufen. Ziel ist es, die Bedeutung des Bodens für den Wohlstand der Gesellschaften ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

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Wenn sich das globale Klima verändert, hat das auch Folgen für die Strukturen der Böden. Deiche könnten dadurch undicht werden.
Foto/Copyright: Klaus Heinrich Vanselow

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Kontakt:
Prof. Dr. Rainer Horn
Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde
Tel.: 0431/880 3190
E-Mail: rhorn@soils.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: Denis Schimmelpfennig