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Pressemeldung Nr. 60/2016 vom 01.03.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Neue Methode zur Vorhersage des Erkrankungsverlaufs bei spezieller Form von Lymphdrüsenkrebs



Das Mantelzelllymphom ist eine sehr aggressive Form des Lymphdrüsenkrebses (Lymphom), die häufig zum Tod führt. Vor über vierzig Jahren wurde diese Erkrankungsart von dem Kieler Pathologen Karl Lennert zum ersten Mal identifiziert und wird heute in der Sektion für Hämatopathologie im Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erforscht. Ein großes Problem für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist, dass die Erkrankung sehr unterschiedlich aggressiv verläuft. Um die richtige Therapie für die Betroffenen aussuchen zu können, müsste man den Erkrankungsverlauf vorhersagen können. Jetzt konnten Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kooperation europäischen Partnern eine neue Methode zur Vorhersage des Erkrankungsverlaufes entwickeln. Ihre Ergebnisse veröffentlichte das internationale Team in der aktuellen Ausgabe (Montag, 29. Februar) des Fachmagazins „Journal of Clinical Oncology“.

Für die Entwicklung der Vorhersagemethode bediente sich die Arbeitsgruppe um Professor Wolfram Klapper, Leiter der Sektion für Hämatopathologie, einer ebenfalls „alten“ Kieler Erfindung, den Antikörper Ki-67. Mittels immunhistochemischer Färbungen kann der Pathologe am Gewebe, das dem Patienten oder der Patientin entnommen wird, durch Ki-67 die Geschwindigkeit des Zellwachstums messen. Die Forschenden konnten nun zeigen, dass die Erkrankung bei hoher Zellteilungsgeschwindigkeit schneller voranschreitet. „Wir können durch die Verbindung von Ki-67 mit anderen Messwerten einen Risiko-Wert für jeden Patienten angeben und so eine sehr genaue Vorhersage über den Erkrankungsverlauf machen“, sagt Professor Klapper. „Unsere Stärke ist, dass wir in Kiel als Lymphomreferenzzentrum für patientennahe Forschung auf eine große Sammlung von Geweben des Lymphknotenregisters zurückgreifen können.“ Die Hoffnung der Ärzte ist es, mit der neuen Methode patienten-individuell die am besten geeignete Therapie auswählen und die Intensität der Behandlung optimal steuern zu können.

Originalpublikation:
Journal of Clinical Oncology: Prognostic Value of Ki-67 Index, Cytology, and Growth Pattern in Mantle Cell Lymphoma: Results from Randomized Trials of the European MCL Network. DOI: http://m.jco.ascopubs.org/content/early/2016/02/24/JCO.2015.63.8387

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Das Bild zeigt ein Mantelzelllymphom unter dem Mikroskop mit nur wenigen rot angefärbten Zellkernen (rot=Ki67 positive Zellen, die sich in Kürze teilen werden). Quelle: Klapper

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Das Bild zeigt mehr Ki67 positive rote Zellen. Die große Zahl an Ki67 positiven Zellen deutet darauf hin, dass ein Rückfall sehr wahrscheinlich ist. Quelle: Klapper

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Kontakt:
Prof. Dr. Wolfram Klapper
Telefon: 0431 597-3399
E-Mail: wklapper@path.uni-kiel.de


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