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Pressemeldung Nr. 94/2016 vom 05.04.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Dunkelfeld Korruption

Ringvorlesung über sozialwissenschaftliche Korruptionsforschung und -bekämpfung


Nahezu täglich wird von neuen Korruptionsskandalen in den Medien berichtet. Schmiergeldzahlungen, schwarze Konten und gekaufte Funktionäre gibt es scheinbar überall – in der Wirtschaft und Verwaltung oder im Sport. Doch nur ein Teil der korrupten Taten kommt ans Tageslicht. „Die Erforschung des Dunkelfeldes Korruption stellt uns wissenschaftlich vor große Herausforderungen“, sagt Peter Graeff, Professor für Soziologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Warum aber werden Menschen korrupt und wie kann man es verhindern? Das Institut für Sozialwissenschaften stellt erstmalig in einer Ringvorlesung ab Montag, 11. April, aktuelle Ergebnisse der Korruptionsforschung und ab dem 20. Juni Wege zur Korruptionsbekämpfung vor.

Die Veranstaltungsreihe eröffnet unter anderem soziologische, psychologische, rechtliche sowie kriminologisch-kriminalistische Perspektiven auf das Thema, berichtet aber auch aus der Praxis eines Compliance-Prüfers oder erörtert die unerwartete Macht der zivilgesellschaftlichen Korruptionsbekämpfung. Wie kommt es zum Beispiel, dass beim Weltfußballverband FIFA Millionenzahlungen geleistet werden können, ohne dass es schriftliche Verträge dazu gibt? „Wenn große Skandale aufgedeckt werden, dann schüren sie Zweifel über die Sauberkeit von Organisationen im Ganzen. Ob also das Sommermärchen der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland über einen einwandfreien Vergabeprozess zustande gekommen ist, bleibt offen“, beschreibt Graeff die Konsequenzen. Das Compliance Management habe daher in den letzten Jahren weltweit in den großen Firmen Einzug gehalten. Mitarbeitende sollen dazu motiviert werden, Gesetze und Firmenregeln einzuhalten. Nicht nur Bestechungen und Veruntreuungen, auch Geldwäsche, Steuervergehen und andere Verbrechen möchte das System vorbeugen. An Bedarf fehle es nicht, so Graeff: „Die meisten der großen Skandale – sei es bei Siemens oder Volkswagen – brauchen mehrere Jahre, um in ihrem Umfang und in ihrer Bedeutung eingeschätzt werden zu können.“

Die Dozierenden der Ringvorlesung werden diese und ähnliche Fragen aufgreifen und versuchen, Antworten auf Basis neuester Forschungen zu geben. „Zuhörende erfahren, wie Korruption entsteht und welche Strategien dagegen wirksam sind. Außerdem können sie sich mit ethischen und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen und einen eigenen Standpunkt entwickeln“, heißt Organisator Graeff Angehörige der CAU sowie Interessierte aus dem außeruniversitären Umfeld willkommen.

Das Programm zum Download (PDF):
www.uni-kiel.de/download/pm/2016/2016-094-rv-korruption.pdf

Das Wichtigste in Kürze:
Was: Ringvorlesung „Sozialwissenschaftliche Korruptionsforschung und Korruptionsbekämpfung“
Wann: Ab Montag, 11. April, jeweils montags um 18:15 Uhr
Wo: Olshausenstraße 40, Norbert-Gansel-Hörsaal, Kiel

Kontakt:
Prof. Peter Graeff
Institut für Sozialwissenschaften
Tel.: 0431/880-5620
E-Mail: pgraeff@soziologie.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: ► Raissa Nickel