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Pressemeldung Nr. 120/2016 vom 25.04.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

„Dem Plastikmüll auf der Spur“: Neues Citizen Science-Projekt startet im April

Deutsche und chilenische Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an aktueller Forschung


Im April 2016 geht das Citizen Science-Projekt „Dem Plastikmüll auf der Spur“ der Kieler Forschungswerkstatt in die nächste Runde. Bis Juli werden Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klassenstufe von 70 deutschen und chilenischen Schulen erneut den an ihren heimischen Stränden angespülten Müll sammeln, klassifizieren und mit wissenschaftlichen Methoden untersuchen.

Ziel des Projektes, das federführend vom ozean:labor der Kieler Forschungswerkstatt und der chilenischen Universität Catolica de la Norte in Coquimbo durchgeführt wird, ist es, Schülerinnen und Schüler aktiv an aktueller Forschung zum Thema Plastikmüll zu beteiligen, ihr Bewusstsein für den kritischen Umgang mit Plastikprodukten zu schärfen und einen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt zu leisten. Darüber hinaus lernen sie interkulturellen Austausch durch die Zusammenarbeit mit chilenischen Schülerinnen und Schülern.

„Bisher haben sich schon 600 Schülerinnen und Schüler und mehr als 20 Lehrkräfte an unserem Projekt beteiligt“, sagt Katrin Kruse, die als abgeordnete Lehrkraft das erste Citizen Science-Projekt der Kieler Forschungswerkstatt „Dem Plastikmüll auf der Spur“ betreut. „Wir erleben auf Schüler- wie auf Lehrerseite eine Welle der Begeisterung, den Willen, etwas zu verändern und hohes Interesse an der Einbindung forschungsnaher Projekte in den Schulen“, fasst Kruse die erste erfolgreiche Phase des Projektes im vergangenen Jahr zusammen.

Auch in diesem Jahr bleibt das Thema Plastikmüll aktuell. Der weltweit wachsende Konsum hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass immer mehr Müll nicht nur küstennahe Ökosysteme nachhaltig schädigt. Mittlerweile findet man jede Art von Müll in den Ozeanen weit entfernt vom Land – ob schwimmend auf der Wasseroberfläche, treibend in der Wassersäule oder abgelagert am Meeresboden. Drei Viertel davon besteht aus Plastik und wird damit nur schwer oder gar nicht im Meer abgebaut. Die in den Medien präsentierten Bilder von verschmutzten Stränden und in Netzen gefangener Tiere sorgen immer wieder für große Besorgnis und Empörung bei den Bürgern. Vielerorts werden Strandreinigungsaktionen ins Leben gerufen, an denen sich Freiwillige, darunter auch Schülerinnen und Schüler, beteiligen. Jedoch ist dies nur ein kleiner Beitrag zur Reduzierung des Müllproblems.

Im Citizen Science Projekt „Dem Plastikmüll auf der Spur“ setzen sich die jungen Forscherinnen und Forscher mit einer Vielzahl an Fragestellungen auseinander. Wo an deutschen und chilenischen Küsten befinden sich die größten Plastikmüllvorkommen? Aus welchen Gegenständen besteht der Plastikmüll? Und woher kommt dieser Müll? Diese und weitere Fragen werden in dem internationalen Netzwerk zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beantwortet. Probennehmen am Strand, das Präsentieren von Ergebnissen und das Kommunizieren in internationalen Teams bilden im Laufe des Projektes wichtige Lerngelegenheiten für die Schülerinnen und Schüler.

Der Projektzeitraum ist vom 11. April bis Juli 2016 angesetzt. Nach einer Präsentationsphase, in der die Lerngruppen sich ihren Tandempartnern (die jeweilige Partner-Lerngruppe) vorstellen, findet eine Datenerhebung am Strand statt. Die in Deutschland und Chile gewonnenen Daten werden dann auf der Webseite www.save-ocean.org hochgeladen und miteinander verglichen. Am Ende des Projektes präsentieren die Lerngruppen ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit. Der Austausch mit chilenischen Schulen über die erhobenen Ergebnisse sowie der Vergleich von regionalen Gegebenheiten erfolgt dabei über die Projektwebseite, die den Schülerinnen und Schülern als Kommunikationsplattform dient und neben dem wissenschaftlichen auch den kulturellen Austausch fördern soll.

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Schülerinnen 12. Klassenstufe der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule waschen Mikroplastik aus Kosmetikprodukten aus. Foto: Anna Thielisch, Kieler Forschungswerkstatt

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Schülerinnen und Schüler der 12. Klassenstufe der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule beim Mikroskopieren von kleinsten Plastikpartikeln im ozean:labor der Kieler Forschungswerkstatt.
Foto: Anna Thielisch, Kieler Forschungswerkstatt

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Chilenischen Schülerinnen und Schüler bilden Tandems mit deutschen Schulklassen im Citizen Science Projekt „Dem Plastikmüll auf der Spur“. Beide Gruppen untersuchen den Müll an ihren heimischen Stränden und vergleichen Ergebnisse. Foto: Universität Catolica del Norte, Chile

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Links
www.save-ocean.org (über das Citizen-Science-Projekt „Dem Plastikmüll auf der Spur“)
www.forschungs-werkstatt.de (über die Kieler Forschungswerkstatt)


Kontakt
Katrin Kruse und Dr. Katrin Knickmeier
info@forschungs-werkstatt.de
Tel.: 0431-880-5916
www.forschungs-werkstatt.de


Hintergrund
Unter dem Begriff Citizen Science werden Projekte zusammengefasst, bei denen Bürgerinnen und Bürger an aktueller Wissenschaft partizipieren. Bei dem Projekt „Dem Plastikmüll auf der Spur“ handelt es sich bei den Partizipierenden um Schülerinnen und Schüler sowie die betreuenden Lehrkräfte. Es wird in Kooperation der Kieler Forschungswerkstatt mit den „Cientificos de la Basura“ der chilenischen Universität Catolica del Norte in Coquimbo durchgeführt. Unterstützt wird es von der Lighthouse Foundation, dem Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), der Kieler Forschungswerkstatt sowie dem Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein. Von chilenischer Seite wird das Projekt von der Universidad Catolica del Norte, dem Center for Advanced Studies in Arid Systems (CEAZA) und der chilenischen Wissenschaftsgemeinschaft (Explora-Conicyt) gefördert.



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