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Pressemeldung Nr. 173/2016 vom 26.05.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Kieler Mediziner erhält hochdotierte Förderung für seine Darmforschung


Für sein Forschungsprojekt über die Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, hat der Kieler Mediziner Dr. Konrad Aden, Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, den diesjährigen EUROPE ASPIRE Research Award der Firma Pfizer erhalten. Der jährlich ausgeschriebene Forschungspreis prämiert sechs herausragende wissenschaftliche Projekte zur Erforschung von chronischen Entzündungserkrankungen und ist mit 60.000 Euro dotiert. In seinem Forschungsprojekt untersucht Aden, wie der Inhibitor (Hemmstoff) Tofacitinib, der sich derzeit in der klinischen Erprobung befindet, bei Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa wirkt.

Der Kieler Mediziner verfolgt dabei einen völlig neuartigen Ansatz: In einem ersten Schritt gewinnt er Stammzellen aus entzündeten Darmabschnitten von betroffenen Patientinnen und Patienten und kultiviert diese im Labor, bis sich darmähnliche Strukturen bilden. In einem zweiten Schritt behandelt er diese „Miniaturdärme“ mit dem Inhibitor und untersucht die Zellen anschließend mittels neuester Sequenzierungstechniken auf molekulare Entzündungsmuster. „Sollte dieser Ansatz erfolgreich sein, wäre das ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer individualisierten Medizin bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“, sagt Aden. „Bevor bei Patientinnen und Patienten mit Colitis ulcerosa die medikamentöse Therapie begonnen wird, könnte mit unserer Methode im Vorfeld simuliert werden, ob das entzündete Gewebe überhaupt auf das Medikament anspricht.“

Professor Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin I. und einer der Direktoren des Instituts für Klinische Molekularbiologie sowie Sprecher des Exzellenzclusters Entzündungsforschung, sieht in dem geförderten Projekt eine Bestätigung des translationalen wissenschaftlichen Austauschs zwischen der Grundlagen- und der klinischen Forschung. „Hier wird ein klinisches Problem der Ausgangspunkt für unmittelbar therapierelevante Forschung“, sagt Schreiber. „Mit der konzentrierten Exzellenz in klinischer Diagnostik und Therapie erwarte ich, dass sich hier ein versuchsweiser Einsatz für die Betroffenen sehr kurzfristig ergibt.“ Professor Philip Rosenstiel aus dem Direktorium des Instituts für Klinische Molekularbiologie unterstreicht dies: „Durch die enge Interaktion zwischen professionellen Grundlagenforschungsinstitutionen und exzellenter Klinik sind in Kiel zukunftsweisende Strukturen geschaffen worden, die solche Erfolge erst möglich machen.“

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Dr. Konrad Aden erhält den diesjährigen EUROPE ASPIRE Research Award der Firma Pfizer.
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Aus isolierten Stammzellen des Darms werden im Labor „Miniaturdärme“ gezüchtet. Dieses Modellsystem, das die Zellfunktionen des Darms abbildet, dient zum Testen von Wirkung und Nebenwirkung eines neuen Medikamentes.
Foto/Copyright: K. Aden/Klinik für Innere Medizin I. und Institut für Klinische Molekularbiologie

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Kontakt:
Dr. Konrad Aden
Klinik für Innere Medizin I/Institut für Klinische Molekularbiologie
Tel.: 0431/597-5633
E-Mail: k.aden@ikmb.uni-kiel.de



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Text / Redaktion: Dr. Ann-Kathrin Wenke