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Pressemeldung Nr. 193/2016 vom 07.06.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

„Europa ist, was wir alle daraus machen.“

Festwoche warb für europäische Integration und Werte


„Europa – das sind nicht bloß Gipfel, Gesetzestexte oder trockene Themen im Lehrplan. Europa ist, was wir alle daraus machen“, schrieb der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, in seinem Grußwort zur ersten Kieler Europa-Woche. Vom 30. Mai bis zum 3. Juni hatten die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), das Institut für Qualitätsentwicklung in Schleswig-Holstein (IQSH) und der Verein Europa macht Schule e.V. zu über 30 Vorträgen, Workshops, Sprachkursen und Ausstellungen eingeladen. „Die Themenwoche brachte Menschen aus verschiedensten Fachgebieten zusammen, von denen jede und jeder Europa erlebbar oder verstehbar machte“, sagt Andrea Heering, Koordinatorin beim IQSH. Auch CAU-Vizepräsidentin Professorin Ilka Parchmann bedankte sich bei den Teilnehmenden: „Europa ist der Uni Kiel wichtig. Das vielfältige Angebot ermöglichte Begegnungen und Diskussionen. Wir freuen uns, dass diese Begegnungen mit der European Researchers‘ Night im September fortgesetzt werden können“, so die Schirmherrin.

Beispielsweise regte die Kooperationsveranstaltung vom Germanistischen Seminar der CAU und dem Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) Wirtschaft der Landeshauptstadt Kiel unter dem Motto „Typisch deutsch – Typisch dänisch – Typisch x-isch“ die teilnehmenden Oberstufenschülerinnen und -schüler, Lehrkräfte und Studierende zum Nachdenken über nationale Stereotype an. „Stereotype lernen wir zum Beispiel im Elternhaus, wenn Ostfriesenwitze erzählt werden. Sie sind selten wahrheitsgetreu, aber sehr hartnäckig“, weiß Professor Jörg Kilian vom Germanistischen Seminar. Drei Jahre lang betreute er das deutsch-dänische Kooperationsprojekt „Nationale Stereotype und Marketingstrategien in der deutsch-dänischen interkulturellen Kommunikation“ (SMiK). Von den Forschungsergebnissen profitierten nun die Seminarteilnehmenden. Sie setzten sich mit verschiedenen Klischees auseinander und durchliefen ein Planspiel. Wie auch in anderen Veranstaltungen wurden die Anwesenden dadurch motiviert, ihre persönliche Sicht auf Europa und ihre europäischen Nachbarinnen und Nachbarn zu hinterfragen und in Begegnungen gegebenenfalls zu überdenken.

Dabei betonte Didaktiker Kilian: „Stereotype sind nichts Böses. Sie dienen der Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt.“ Auch in einem Europa ohne Grenzen seien deshalb nationale Stereotype vorhanden und können das Denken und Handeln leiten – positiv wie negativ. Diese Erfahrung hat auch Rico Stührenberg vom RBZ Wirtschaft gemacht, als er im vergangenen Jahr nach Deutschland zog. „Ich komme aus Namibia, dort denken viele bei Deutschland an Lederhosen, Bier und die Geschichte.“ Manches habe sich bewahrheitet, „aber das mit der Pünktlichkeit stimmt nicht bei allen“, fügt Rico hinzu. Kritische Reflexion, aber auch gemeinsames Lachen über unpassende Stereotype – so wurde Europa lebendig und erfahrbar – ein wichtiges Anliegen der ersten Europa-Woche Kiel.

Webseite der Europa-Woche Kiel:
www.uni-kiel.de/europawoche-kiel

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In dem Kurs über deutsch-dänische Stereotype sollten sich die Teilnehmenden die Stereotype bewusst machen – positive wie negative.
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Rico Stührenberg kommt aus Namibia und findet die Reflexion über Stereotype wichtig. Viele Stereotype über Dänemark hat der 18-Jährige erst im Kurs kennengelernt und möchte sie beim nächsten Dänemark-Urlaub überprüfen.
Foto/Copyright: Raissa Nickel, CAU

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Selten war die Idee Europa so umstritten wie derzeit. Noch nie war sie gleichzeitig wohl auch so wichtig.
Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

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Kontakt:
Andrea Heering
E-Mail: Andrea.Heering@iqsh.de



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Text / Redaktion: ► Raissa Nickel