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Pressemeldung Nr. 198/2016 vom 08.06.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Von Burgen, Einhörnern und der arabischen Welt

Forschungstag der Philosophischen Fakultät am 15. Juni


Nachbau der Turmhügelburg Lütjenburg
Quelle: Wikimedia Commons, User: Flash Gordon1

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Die Philosophische Fakultät ist mit knapp 30 Prozent aller Studierenden die größte Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Unter ihrem Dach sind alle klassischen und modernen geisteswissenschaftlichen Fächer vereint. Hier werden unter anderem die Herkunft unserer kulturellen Errungenschaften sowie die Entstehung, Entwicklung und Denkweisen menschlicher Gesellschaften und Kulturen untersucht und hinterfragt. Eine Fülle an Forschungsfragen ist an diese vielfältigen Fachgebiete geknüpft. Sie sind Thema beim 5. Forschungstag der Fakultät am Mittwoch, 15. Juni, im Audimax der Kieler Universität.

In drei Vorträgen bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Arbeit der interessierten Öffentlichkeit und den Fakultätsmitgliedern näher. Im Beitrag des Historikers Professor Oliver Auge geht es zum Beispiel um Schleswig-Holstein als Land der vergessenen mittelalterlichen Burgen. Unser Land werde gemeinhin kaum mit Burgen in Verbindung gebracht, zu gering und unscheinbar seien die wenigen Überreste – und doch erlaubten die Quellen tiefe Einblicke in dieses Phänomen, das zur gesellschaftlichen und kulturellen Prägung der Region erheblich beigetragen habe, erklärt Auge.

Am Germanistischen Seminar erforscht Professorin Julia Weitbrecht die Wahrnehmung und Deutung von Tieren im Mittelalter, insbesondere am Beispiel des Motivs der Einhornjagd. Die Verbindung naturkundlichen Wissens und religiöser Vorstellungen – die Jagd nach dem Einhorn versinnbildliche die Menschwerdung Christi – eröffne Perspektiven auf die Interpretation von Mensch-Tier-Beziehungen zwischen Antike und Gegenwart, so Weitbrecht.

Der Orientalistik-Experte Dr. Sebastian Elsässer geht in seinem Beitrag schließlich der Frage nach, worin das Erfolgsgeheimnis des politischen Islams in Gestalt der Muslimbruderschaft besteht. Trotz der Verfolgung in vielen Ländern würden die Muslimbrüder heute einen wichtigen politischen und gesellschaftlichen Faktor in der arabischen Welt bilden. Im Mittelpunkt seines Vortrags stünden deshalb die Erziehungsstrukturen, die mit den vor Ort verankerten Netzwerken der Bruderschaft verbunden seien, erklärt Elsässer.

Abgerundet wird der Forschungstag von einer Posterausstellung, die von Montag, 13. Juni, bis Donnerstag, 16. Juni, im Foyer des Audimax gezeigt wird. Zahlreiche Mitglieder des Collegium Philosophicum präsentieren darin laufende Forschungsvorhaben: von slavischen Ortsnamen in Holstein über christliche und jüdische Kreditmärkte im Spätmittelalter bis zur barocken Umgestaltung mittelalterlicher Damenstiftskirchen, von der Förderung der Aussprache des Dänischen im Schulunterricht über die Entwicklung des Spanientourismus der 1950er bis 1980er Jahre bis zu sexuellen Lernprozessen von Jugendlichen in (in)formellen Bildungsräumen. Zu diesen und anderen Forschungsthemen bietet die Ausstellung allen Interessierten die Möglichkeit zur raschen wie fundierten Information.

Veranstaltet wird der Forschungstag vom Collegium Philosophicum – als Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Philosophischen Fakultät bündelt und vernetzt das Collegium Forschungsaktivitäten unterschiedlichster Art, von der klassischen Einzelforschung über drittmittelfinanzierte Vorhaben verschiedenen Zuschnitts bis hin zur fächerübergreifenden Verbundforschung. Die jährlichen Forschungstage, die sich gleichermaßen an Universitätsmitglieder und die Öffentlichkeit richten, präsentieren Ausschnitte dieser Aktivitäten. Zugleich unterstreichen sie in der historischen Tiefendimension wie im steten Gegenwartsbezug die thematische Vielfalt und die vielfältige Relevanz geisteswissenschaftlicher Forschung, verstanden in einem inhaltlich weiten Bezugsrahmen von Sprache und Literatur, Kultur und Gesellschaft, Geschichte und Kunst.

Das Wichtigste in Kürze:
Datum: 15.6.2016
Zeit: ab 17 Uhr
Ort: Audimax, Hörsaal A, Christian-Albrechts-Platz 2

Weitere Informationen unter:
rabeler@histosem.uni-kiel.de
Tel.: (0431) 880-2846



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Text / Redaktion: ► Claudia Eulitz