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Pressemeldung Nr. 203/2016 vom 10.06.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Greifswalder INP und Universität Kiel forschen gemeinsam zur Plasma-Oberflächenwechselwirkung


Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald) arbeiten künftig noch enger auf dem Gebiet der Niedertemperatur-Plasmaphysik zusammen. Der entsprechende Kooperationsvertrag wurde jetzt am INP unterzeichnet.

Die Kooperation sieht eine Zusammenarbeit in unterschiedlichen Bereichen vor. Entwickelt werden insbesondere Computersimulationen, um die Wechselwirkungen von Plasmen mit Oberflächen besser zu verstehen. Dabei ergänzen sich beide Vertragspartner durch ihre unterschiedlichen Schwerpunkte und Erfahrungen ideal: Die Greifswalder Forscher können anhand von Modellrechnungen einzelne Plasmaeffekte im Detail beschreiben sowie vollständige Simulationen der Wirkungsweise verschiedener Plasmageräte und -prozesse erstellen. Die theoretischen Physiker an der Universität Kiel haben hingegen weitreichende Erfahrungen bei der Entwicklung neuer theoretischer und numerischer Methoden zur Beschreibung komplexer Plasmen und Festkörper.

„Bisherige Forschungsarbeiten konzentrieren sich meistens entweder auf die verschiedenen Prozesse an Oberflächen oder auf die Erforschung von Plasmen“, erklärt Dr. Markus Becker, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Plasmamodellierung am INP. In der Zusammenarbeit zwischen dem INP und dem Institut für Theoretische Physik und Astrophysik (ITAP) der Universität Kiel sollen nun beide Forschungsgebiete zusammengeführt werden, um die grundlegenden Effekte der Wechselwirkungen von Oberflächen und Plasmen zu verstehen.

Die ersten gemeinsamen Untersuchungen begannen etwa vor einem Jahr auf Initiative von Prof. Michael Bonitz, Inhaber des Lehrstuhls Statistische Physik am ITAP und Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Wissenschaftlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des INP Greifswald e.V. „Auf einer Konferenz stellten wir in großen Bereichen gemeinsame fachliche Interessen auf dem Gebiet der Niedertemperaturplasmen fest“, erinnert sich Bonitz. Daraufhin wurde überlegt, wie beide Einrichtungen künftig kooperieren können. „Als nächstes werden wir eine gemeinsame Nachwuchsgruppe mit zwei Postdocs und zwei Doktoranden etablieren“, erklärt Weltmann. Inzwischen besteht eine intensive Kooperation beider Gruppen. Die aktuellen Untersuchungen auf dem Gebiet der Computersimulation stellen wichtige Vorarbeiten für gemeinsame Projekte in einem neuen Kieler Sonderforschungsbereich zur Plasma-Oberflächenwechselwirkung dar, dessen Konzept bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingereicht wurde.

Um die Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen langfristig zu fördern, sieht der geschlossene Kooperationsvertrag eine Vielzahl gemeinsamer Maßnahmen vor. Vor allem dem wissenschaftlichen Nachwuchs kann über mögliche gemeinsame Berufungen von Professoren eine Perspektive über die enge Verzahnung von Forschung und Lehre geboten werden. Studierenden und Promovierenden werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und sie können sich aktiv mit neuen Ansätzen und Ideen in die Grundlagen- und angewandte Forschung einbringen.

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Unterzeichnung des Kooperationsvertrages am INP Greifswald (von li. nach re.): Prof. Michael Bonitz, Institut für Theoretische Physik und Astrophysik (CAU), Prof. Karin Schwarz, Vizepräsidentin (CAU), Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor (INP), Jens Berger, Kaufmännischer Direktor (INP).
Foto/Copyright: Cathleen Möbius/INP

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Plasmabasierte Oberflächenveredelung eines Zahnimplantates
Foto/Copyright: Manuela Glawe/INP

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Mikroteilchen bilden im Plasma einen sphärischen Plasmakristall, der kollektive Schwingungen ausführt.
Copyright: CAU, Computersimulation: Dr. H. Kählert

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Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP)
Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp – Mit mehr als 165 Wissenschaftler(inne)n, Ingenieur(inn)en und weiteren Fachkräften ist das Greifswalder INP europaweit eine der führenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu Niedertemperaturplasmen, deren Grundlagen und technischen Anwendungen. Neben der anwendungsorientierten Grundlagenforschung fördert das Leibniz-Institut die Entwicklung plasmagestützter Verfahren und Produkte. Die Themen orientieren sich dabei an den Erfordernissen des Marktes. Damit bietet das INP neben kundenspezifischen Lösungen auf dem Gebiet der Plasmatechnologie auch Serviceleistungen wie Machbarkeitsstudien oder Beratungen an. Derzeit stehen Plasmen für Oberflächen und Materialien, Umwelt und Energietechnik sowie interdisziplinäre Themen in Biologie und Medizin im Mittelpunkt des Interesses. Innovative Produktideen aus der Forschung des INP werden letztendlich direkt mit der Industrie erforscht oder durch die Ausgründungen des Institutes in marktfähige Produkte und Dienstleistungen transferiert.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
Details, die nur Millionstel Millimeter groß sind: Damit beschäftigt sich einer der vier Forschungsschwerpunkte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU): „Nanowissenschaften und Oberflächenforschung“ (Kiel Nano, Surface and Interface Science – KiNSIS). Durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Materialwissenschaft, Chemie, Physik, Biologie, Elektrotechnik, Informatik, Lebensmitteltechnologie und verschiedenen medizinischen Fächern zielt der Schwerpunkt darauf ab, die Systeme in dieser Dimension zu verstehen und die Erkenntnisse anwendungsbezogen umzusetzen. Molekulare Maschinen, neuartige Sensoren, bionische Materialien, Quantencomputer, fortschrittliche Therapien und vieles mehr können daraus entstehen. In der Arbeitsgruppe Statistische Physik werden unter anderem klassische und Quanten-Vielteilchensysteme, von dichten und staubigen Plasmen bis zu Atomen, Molekülen und stark korrelierten Festkörpern erforscht.

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann
Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP)
Telefon: +49 3834 554-310
E-Mail: weltmann@inp-greifswald.de

Prof. Dr. habil. Michael Bonitz
Arbeitsgruppe Statistische Physik
Institut für Theoretische Physik und Astrophysik
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)
Telefon: +49 431 880-4122
E-Mail: bonitz@theo-physik.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
E-Mail: ► presse@uv.uni-kiel.de, Internet: ► www.uni-kiel.de
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Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP)
Stabsstelle Kommunikation, Cathleen Möbius
E-Mail: cathleen.moebius@inp-greifswald.de, Tel.: (03834) 554 3828, Fax: (03834) 554 301
Felix-Hausdorff-Str. 2, 17489 Greifswald, www.inp-greifswald.de