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Pressemeldung Nr. 244/2016 vom 12.07.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Exzellente Wissenschaft trifft Landesgartenschau

Kieler Graduiertenschule bringt Ausstellung und Vorträge nach Eutin


Seit 2007 ergründen Forscherinnen und Forscher an der Kieler Graduiertenschule Human Development in Landscapes das Wechselspiel von Mensch und Landschaft seit der Jungsteinzeit. Resultate und Einblicke in die Arbeit der Forschenden präsentiert die Ausstellung »Manipulierte Landschaften – 10.000 Jahre Veränderung«, die vom 13. bis 19. Juli im Rahmen der Landesgartenschau in Eutin täglich von 10 bis 18 Uhr in der Orangerie zu sehen ist. Neun Promotionsprojekte werden anhand von Exponaten und multimedialen Inhalten wie Videos, Fotostrecken und einem interaktiven Spiel vorgestellt.

Zwei Vorträge und die Science Show des Forschungsnachwuchses runden den Wissenschafts­schwerpunkt bei der Gartenschau ab: Am Mittwoch, den 13. Juli spricht um 14 Uhr Prof. Dr. Wiebke Kirleis vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel (CAU) auf der Sparkasse Holstein-Bühne neben dem Schloss über Archäologische Gartengeschichten. Ab 15 Uhr bieten an gleicher Stelle fünf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unterhaltsamen, zehnminütigen Präsentationen kurzweilige Einblicke in ihre Projekte. Am Sonntag, den 17. Juli ab 16 Uhr nimmt Dr. Helmut Kroll auf der Bühne im Seepark seine Zuhörer mit auf einen Gartenbummel durch die Jahrtausende mit Stationen in der Steinzeit, der Bronzezeit, im Römischen Reich und im Mittelalter. Außer dem Eintritt zur Landesgartenschau fallen für Besucherinnen und Besucher von Ausstellung und Bühnenprogramm keine weiteren Kosten an.

Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung am heutigen Dienstag (12. Juli) lobte Rolf Fischer, Staatssekretär im Kieler Wissenschaftsministerium, die Graduiertenschule als ein besonders gelungenes Projekt im Rahmen der Exzellenzinitiative. Der Staatssekretär hob sowohl die Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaften in der Graduiertenschule hervor als auch die Anstrengungen, Forschungsarbeit und -ergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Dafür sei die Ausstellung ein sehr gutes Beispiel, erklärte Fischer. Er sicherte dem CAU-Forschungsschwerpunkt „Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel“, dem die Graduiertenschule angehört, die Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein für einen Antrag im Rahmen der neuen Exzellenzinitiative ab 2019 zu.

Professorin Ilka Parchmann, Vizepräsidentin der CAU, würdigte bei der Eröffnungsfeier den Fächer- und Methodenmix, mit dem die Graduiertenschule zu einer außergewöhnlichen Einrichtung geworden sei. Ausdrücklich begrüßte sie, dass die Initiatoren der Graduiertenschule sich entschlossen haben, auch für die nächste Phase der Exzellenzinitiative einen Antrag vorzubereiten. Ich freue mich sehr, dass sich auch am neuen Antrag Einrichtungen aus ganz Schleswig-Holstein beteiligen“, sagte Parchmann.

Landesgartenschau-Geschäftsführer Martin Klehs ließ es sich nicht nehmen, ebenfalls das Wort an die Gäste der Eröffnungsfeier zu richten. „Wir freuen uns besonders über diesen Wissenschaftsschwerpunkt auf der Gartenschau. Wenn exzellente Wissenschaft Landesgartenschau trifft, dann wird das Thema anschaulich, erlebbar für eine breite Öffentlichkeit und unterhaltsam. Wissenschaft zum Anfassen, dort wo Kultur und Natur aufeinander treffen - das passt einfach.“

Professor Johannes Müller, Sprecher der Graduiertenschule, freute sich in seiner Begrüßungsrede über den attraktiven Rahmen. „Dass wir die Ausstellung im Rahmen der Landesgartenschau zeigen können, ist eine tolle Möglichkeit für die beteiligten Doktorandinnen und Doktoranden, ihre Forschungsprojekte einem breiten Publikum vorzustellen.“ Mit dem neuen Exzellenzantrag wolle man die vernetzte Spitzenforschung in Schleswig-Holstein weiter vorantreiben und den Forschungsschwerpunkt „Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel“, dem auch der jüngst bewilligte Sonderforschungsbereich „Transformationsdimensionen“ angehört, ausbauen.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit drei wesentlichen Aspekten verschiedener Forschungsprojekte in der Graduiertenschule: Innovation und Austausch, Mensch und Umweltwandel sowie Monumentalität und Ritus. Die Umsetzung von Innovationen in Gesellschaften wird untersucht: Wann kommen die ersten Haustiere nach Mitteleuropa und Südskandinavien? Wann wird die Metalltechnologie eingeführt? Welche gibt es im Schiffbau? Die vielfältigen Bodenarchive geben Auskunft über die ersten Einflüsse sesshafter Gemeinschaften etwa auf sensible Landschaftsgefüge. Auch erkennen die jungen Forscherinnen und Forscher, dass das Kennzeichnen von Besitz und das Markieren von Landschaften schon sehr früh zur sozialen Praxis menschlicher Gesellschaften gehörten.

Die Graduiertenschule Human Development in Landscapes wurde 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern ins Leben gerufen. Geistes- und Naturwissenschaftler widmen sich in interdisziplinären Projekten der Erforschung des komplexen Zusammenhanges zwischen Gesellschaft, Kultur und Umwelt. Exemplarisch werden besonders prähistorische Gesellschaften untersucht. Bisher haben rund 50 Promovierende der Kieler Graduiertenschule ihre Dissertation erfolgreich abgeschlossen; weitere 60 promovieren derzeit. An der GSHDL beteiligen sich 18 CAU-Institute aus sechs Fakultäten, das Archäologische Landesmuseum Schloss Gottorf sowie das IPN. Die nachhaltige Entwicklung der Graduiertenschule Human Development in Landscapes wird durch die Johanna-Mestorf-Akademie ermöglicht, eine zentrale Institution der CAU, die interdisziplinäre Forschung und Lehre in den Bereichen Gesellschafts- und Umweltwandel und Landschaftsarchäologie bündelt.


Das Wichtigste auf einen Blick:
Ausstellung »Manipulierte Landschaften – 10.000 Jahre Veränderung«
Noch bis 19. Juli 2016, täglich 10-18 Uhr
Landesgartenschau Eutin, Orangerie
Weitere Informationen: ► www.uni-kiel.de/landscapes/allgemein/ausstellung.shtml

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Die Ausstellung der Graduiertenschule informiert mit interaktiven Exponaten über das Wechselspiel von Mensch und Landschaft in den vergangenen 10.000 Jahren.
Foto: D. Menge; Copyright: Graduiertenschule »Human Development in Landscapes« (GSHDL)

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Noch bis zum 19. Juli ist die Ausstellung »Manipulierte Landschaften« bei der Landesgartenschau in Eutin zu sehen.
Foto: D. Menge; Copyright: Graduiertenschule »Human Development in Landscapes« (GSHDL)

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Ausstellungskoordinator Dr. Walter Dörfler erläutert LGS-Geschäftsführer Martin Klehs, Prof. Wiebke Kirleis, CAU-Vizepräsidentin Prof. Ilka Parchmann, Prof. Johannes Müller, Staatssekretär Rolf Fischer und Prof. Claus von Carnap-Bornheim (v.l.n.r.) eins der Exponate der Graduiertenschul-Ausstellung »Manipulierte Landschaften«.
Foto: Menke/ GSHDL

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Kontakt:
Jirka Niklas Menke, Referent für Kommunikation und Projektmanagement
Graduiertenschule Human Development in Landscapes an der Universität Kiel
Tel. 0431 / 880-5924
E-Mail jmenke@gshdl.uni-kiel.de