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Pressemeldung Nr. 247/2016 vom 13.07.2016 | RSS | zur Druckfassung | Suche

Deutsch als Zweitsprache

Dankbarkeit und Selbstwirksamkeit erfahren im Zertifikatskurs der Uni Kiel


Bildungsministerin Britta Ernst (vorne, Mitte) war an der CAU zu Gast, um den 122 Studierenden zum Erwerb des DaZ-Zertifikates zu gratulieren. Auch ZfL-Mitarbeiterinnen Melanie Korn (1. von links) und Eylem Çetinöz (4. von links) sowie die Direktorin des ZfL, Professorin Birgit Brouër (3. von rechts) sowie Schulleiter Norbert Czysewski (2. von rechts) beglückwünschten die Teilnehmenden. Foto: Melanie Huber/CAU

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Es ist eine Erfolgsgeschichte: In diesem Semester erwarben gleich 122 Lehramtsstudierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) das Zertifikat „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ). Der Kurs vermittelt Kenntnisse im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Dabei handelt es sich nicht nur um den Spracherwerb in der Basisstufe, sondern auch um die Umsetzung eines sensiblen Fachunterrichts in den Regelklassen. Neben theoretischen Inhalten setzt das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der CAU dabei auf praktische Erfahrungen der Studierenden, die in Partnerschulen ermöglicht werden. Seit Dezember 2013 besteht ein Kooperationsvertrag mit der Gemeinschaftsschule Kronshagen.

„Unser Konzept ist erfolgreich“, resümierte die Geschäftsführende Direktorin des ZfL, Professorin Birgit Brouër, bei der Zertifikatsvergabe am Montag, 11. Juli. Viele Studentinnen und Studenten wollten auch nach Beendigung der Veranstaltung in den DaZ-Zentren als Ehrenamtliche arbeiten, einigen habe DaZ bereits eine Tür ins Berufsleben geöffnet.

Britta Ernst, Ministerin für Schule und Berufsbildung in Schleswig-Holstein, übergab persönlich die Zertifikate an die Studierenden und unterstrich, wie notwendig das Angebot sei: „Wir haben in Schleswig-Holstein derzeit 9.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Davon sind 7.530 Schülerinnen und Schüler in der Basisstufe. Hier brauchen wir dringend Lehrkräfte.“ In Anbetracht der Flüchtlingszahlen habe das Land deshalb kurzfristig Lehrerstellen mobilisiert und die Fachfortbildung verkürzt. „Aber wir fangen nicht bei null an“, sagte die Bildungsministerin weiter. „Wir haben die DaZ-Zentren – und wir haben Sie. Ich wünsche mir, dass Sie nach Ihrem Studium in Schleswig-Holstein bleiben.“

Professorin Ilka Parchmann, Vizepräsidentin der CAU, rechnete den Studierenden ihr Engagement hoch an: „Noch ist das DaZ ein On-top-Angebot und nicht selbstverständlich.“ Die Veranstaltung sei in diesem Sinne aber kein „Das-auch-Noch“, sondern ein grundlegender Bestandteil des Studiums. Den wollen die Studierenden ausgebaut wissen. „‚Deutsch als Zweitsprache‘ sollte zur Pflichtveranstaltung werden“, fand Schukufeh Memari-Nejad, die Deutsch und Biologie auf Lehramt an der Uni Kiel studiert. In einer DaZ-Klasse habe sie erfahren, wie problematisch es sei, schon zwei Kinder mit unterschiedlichen Lernanforderungen zu unterrichten. Gleichzeitig habe sie motivierte, dankbare Schülerinnen und Schüler getroffen, die lernen wollten, und erfahren, wie selbstwirksam ihr Handeln ist: „Das hat Spaß gemacht.“ Die Uni hat reagiert: Die erst im März dieses Jahres abgeordnete Lehrerin Eylem Çetinöz hat den DaZ-Bereich in Zusammenarbeit mit Melanie Korn, Koordinatorin der Zusatz-Angebote am ZfL, inzwischen rasant ausgebaut und das Platzangebot zum kommenden Semester versechsfacht.



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Text / Redaktion: Melanie Huber